Die Hauptmänner von Köpenick – Haben Sie unberechtigte Angst vor beeindruckenden Fassaden?

Sie kennen vielleicht die Geschichte vom Hauptmann von Köpenick, in der ein einfacher Bürger sich als Hauptmann verkleidet und als Folge davon alle Personen Respekt vor Ihm haben und seinen Befehlen gehorchen.

Deshalb lassen Sie mich Ihnen mitteilen: Die meisten Menschen, Unternehmen, Institutionen, … sind nicht so, wie sie scheinen zu sein oder wie sie sich selbst darstellen.

Trotzdem lassen wir uns immer wieder täuschen; oft sogar trotz besseren Wissens.

Doch wirklich scharfsinnige Unternehmerinnen und Unternehmer nehmen niemals andere Personen oder Dinge für bare Münze.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Gastronomen sich von weitaus größeren Mitbewerbern einschüchtern lassen oder ehrfürchtig zu ihnen aufblicken.

Aber wenn Sie wirklich einmal einen Blick in das Innere dieser Riesen werfen könnten, würden Sie feststellen, dass es sich dabei wie mit einer Matrjoschka verhält:


Sie erscheinen riesig am Anfang, doch letztendlich ist das meiste nur Luft und es bleibt nur eine winzige Figur mit einem Holzkopf übrig.

Wenn Sie die nicht austricksen können, schaffen Sie es mit niemandem.

Genauso lassen sich viele von vermeintlichen Experten einschüchtern.

Patienten zögern die Meinung ihres Arztes zu hinterfragen und nicht allzu selten hat dies schlimme Folgen. Das Gleiche gilt bei Anwälten, Professoren oder Buchhaltern. Die umgekehrte Version ist, dass Leute Personen mit einem großen Social-Media Following oder einem YouTube Kanal vertrauen, statt auf echte Experten.

Ich schätze für jemanden, der wahrscheinlich als DER führende Gastro-Marketing Experte in der Branche gehandelt wird und sich mittlerweile seit über einem Jahrzehnt auch so positioniert, sollte ich lieber den Mund halten – aber meiner Erfahrung nach sind die meisten Experten nichts als heiße Luft.

Für den Anfang schlage ich vor, dass Sie Ausschau nach „fetten und paffenden Ärzten“ halten, welche nicht ihren eigenen Ratschlägen folgen. Das Letzte was Sie in einem fremden Land brauchen, ist ein Übersetzer, der die Sprache der dort lebenden Menschen nicht beherrscht.

Der Zweck dieser Newsletterausgabe ist nicht Sie zu einer zynisch-skyptischen zu erziehen, die hinter allem etwas Schlechtes erwartet – sondern Ihr Selbstbewusstsein zu steigern. Sie sollten ermutigt sein, auf Ihr Bauchgefühl zu hören, selbst die Verantwortung zu übernehmen und eigenen Ideen zu folgen.

Eingeschüchtert sein oder nicht, das ist hier die Frage.

Wie Sie Ihren Kundenservice verbessern

Ein Beitrag aus dem GastroInsider Newsletter:

Im letzten Meeting der GastroInsider Platin Gruppe (in der ich mit mit Gastronomen 4 Mal im Jahr treffe und wir gemeinsam am Restaurant Erfolg arbeiten) hat ein Mitglied berichtet, dass ihr Restaurant gerade den besten Sommer der Unternehmensgeschichte hatte, sowohl bezüglich der Gästezahlen, des Umsatzes aber auch der Rentabilität. 

Neben dem besseren Marketing macht sie ,,die Beziehung zu den Gästen und den Kundenservice” als primären Grund für ihren Erfolg verantwortlich.

Ihre Einstellung beschreibt sie wie folgt: „Menschen müssen generell nicht aus dem Haus gehen, um zu essen. Aber wenn sie doch tun, dann gehen wir sicher, dass wir deren Erwartungen in jeder Weise übertreffen.“   

Und diese Einstellung spüren die Gäste, was zu häufigeren Besuchen, mehr Weiterempfehlungen, höheren durchschnittlichen Bons, mehr Trinkgeld und besseren Bewertungen im Internet führt. Der Nebeneffekt der besseren Bewertungen ist ein höheres Ranking, was nochmals zu mehr Gästen aus dem Internet führt.

Also sprachen wir in der Runde darüber, was sie genau in ihrem Restaurant getan hat, um ihr Team dazu zu bringen, so tolle Arbeit zu leisten.

Hier sind einige Dinge, die sie gesagt hat:

1. Regelmäßige Meetings und Schulungen:

,,Wir trainieren die Mitarbeiter täglich, indem wir vor den Mittag- und Abendessen-Schichten Extra Meetings abhalten.“ 

2. Ständig am Service arbeiten und verbessern

,,Bei diesen Meetings konzentrieren wir uns in jeder nur denkbaren Weise auf den Service und wie wird diesen verbessern können. Dazu gehört  sicherzustellen, dass kein Müll auf dem Boden liegt, über ein freundliches Lächeln, bis hin zu Augenkontakt mit den Gästen, wenn wir Bestellungen aufnehmen und natürlich aussergewöhnliche Gesten, mit denen wir Personen überraschen und begeistern.“ 

Damit aber kein falscher Eindruck entsteht: Natürlich sind auch Verkaufstechniken, Erlangung von Bewertungen, Up-Selling, Empfehlungen,… Themen dieser Meetings, allerdings geht es gerade um etwas anderes.

3. Wiederholen und sicherstellen, dass alle auf der gleichen Wellenlänge sind  

„Ich gehe alles durch und ich denke, indem ich das täglich tue, gibt es den Bedienungen, Kellnern, Geschirrabräumern und dem gesamten Team das Selbstvertrauen in jeder Situation zu wissen, wie sie damit umgehen müssen.“  

4.Gäste so behandeln, wie andere die eigene Mutter behandeln sollen 

,,Ich sage ihnen immer, sie sollen die Gäste so behandeln, wie sie gerne hätten, dass jemand ihre Mutter behandelt… niemand will jemals, dass jemand gemein zu seiner Mutter ist…“ 

5. Gute Beziehung zum Team und für alle da sein

,,Ganz ehrlich denke ich, dass es einfach die positive Verstärkung ist, die sie von uns erhalten und auch die Tatsache, dass sie wissen, dass sie mit jedem Problem zu mir oder einem meiner Assistenten kommen können und es ruhig und professionell behandelt wird.“  

Die Umsatz- und Gästezahlen können sich sehen lassen

,,Wir arbeiteten uns von 30-50 Mittagessen an einem sonnigen Urlaubstag letztes Jahr zu 160-305 Mittagessen dieses Jahr vor und wir haben mit unseren Abendessen die 800er Marke geknackt… unglaubliche Zahlen und wir sind so stolz!!“

Wollen auch Sie Ihre Verkaufszahlen und die Rentabilität verbessern? Ein Weg könnte sein, Ihren Service weiter zu verbessern. Lassen Sie es sich von jemandem sagen, der es getan hat und die oben genannten Praktiken in den Tagesablauf integriert hat.   

Toller Service wie dieser passiert nicht einfach aus Zufall. Es läuft darauf hinaus, was Sie jeden Tag gewohnheitsmäßig tun, um Ihre Mitarbeiter täglich  zu trainieren, zu erinnern, zu coachen und zu motivieren.  

Dafür bekannt zu sein, dass Ihr Restaurant den besten Service der Stadt zu bieten hat, könnte der beste Weg sein, in diesen schwierigen wirtschaftlichen Zeiten erfolgreich zu sein.

Menschen wollen keine Werbung lesen

Erfolgreiche Werbefachleute starten absichtlich mit dieser Annahme: Menschen wollen keine Werbung lesen – Victor Schwab

Anscheinend ignoriert ein Löwenanteil der Werbeagenturen und Werbefachleute in diesem Land (und auch in anderen) diesen goldenen Ratschlag von einem der erfolgreichsten Marketer der Geschichte.

Wenn man sich die täglich im Briefkasten landenden Werbebriefe anschaut, muss man sogar zur Auffassung kommen, dass die Versender das exakte Gegenteil glauben. Sie denken, dass nur weil Sie Werbung versenden, diese automatisch gelesen wird.

Aber wie wir alle wissen, sortiert ein Großteil der Bevölkerung die Post über dem Mülleimer. Und wenn ein Brief zu sehr nach Werbung aussieht, oder nach kurzem Überfliegen sich als uninteressant herausstellt, landet dieser im Abfall.

Wir sind zu beschäftigt, haben an zu viele Sachen zu denken und das Leben ist zu kurz, als das wir mit dem Lesen uninteressanter, unpersönlicher und keinen Mehrwert-bietender Werbung verschwenden.

Deshalb ist es immer wichtig, dass Sie beim Scheiben Ihrer Werbung immer den oben zitierten Satz im Hinterkopf haben und sich ständig überlegen, wie Sie Menschen dazu bringen können, Ihrer Werbung Aufmerksamkeit zu schenken. Das gilt für Briefe, genauso wie für die Texte auf Ihrer Webseite, Beiträge bei Facebook oder Anzeigen und Flyern.

Bei Ihrer Werbung spielen Sie Völkerball mit den Personen, die Sie erreichen möchten.

Menschen haben es sich angewöhnt, Werbung möglichst zu ignorieren und ihr auszuweichen, wenn sie auf diese treffen

In Werbepausen wird der Sender gewechselt, im Internet Werbe-Blocker installiert, auf Briefkästen kleben „Bitte keine Werbung einwerfen“ Aufkleber und im Alltag versuchen wird diese Werbebotschaften so gut wie möglich zu ignorieren.

Schätzungen nach werden wir täglich mit 3000 Werbebotschaften bombardiert, nehmen aber nur einen minimalen Bruchteil von diesem Werbe-Tsunami wahr.

Leute kaufen keine Zeitschriften wegen den Werbeanzeigen, sie schauen keine Serien wegen den Werbepausen und sie hören kein Radio weil sie über den nächsten Ausverkauf im Möbelhaus informiert werden wollen.

Denken Sie daher ja nicht, dass nur weil Sie Werbung betreiben, diese auch automatisch von Ihrer Zielgruppe wahrgenommen wird. Sie sind nur einer von vielen Tausenden, welche von Konsumenten als Störung empfunden werden.

Das ist zwar hart, aber die Realität.

Ihr Ziel beim Marketing ist es, potentielle Kunden und Gäste mit Ihrer Werbung zu “treffen“ – aber diese versuchen auszuweichen und werden dabei von Tag zu Tag raffinierter.

Also:

  • Was unternehmen Sie, um sich aus diesem Werbe-Tsunami hervorzuheben?
  • Wie gestalten Sie Ihre Werbung, so dass Leute nicht mehr versuchen dieser auszuweichen?
  • Was machen Sie, um Menschen aus dem Alltag herauszuholen und Ihrer Werbung Aufmerksamkeit zu schenken?

Welche Strategien und Taktiken nutzen Sie um das Werbe-Völkerballspiel zu gewinnen?

Behalten Sie diese 4 Fragen beim Entwerfen Ihrer Werbung im Hinterkopf?

Werbelegende Maxwell Sackheim meinte einmal, dass diese 4 Fragen bei der Werbeerstellung unbedingt im Hinterkopf bleiben sollten:

  • Warum sollte irgend jemand sich das Ganze überhaupt anhören oder anschauen – die Aufmerksamkeit schenken?
  • Warum sollte irgend jemand es glauben?
  • Warum sollte jemand deshalb handeln?
  • Warum sollte sofort gehandelt werden?

Hand aufs Herz: Wer stellt sich beim Erstellen der Werbung diese Fragen? Egal, ob es sich um Anzeigen, Flyer, Facebook Beiträge, E-Mails, Briefe oder Broschüren, usw. handelt.

Ohne Zweifel, es wird nicht die Mehrheit der Werbeagenturen und Werbeschaffenden sein. Selbst Herrn Sackheims Büro mussten viele Male ansonsten preisgekrönte Werbetexter mit hängendem Kopf feuern, nachdem deren Text nicht diesen Test bestand.

Und was glauben Sie wie viele Werbekampagnen scheitern, weil die Macher sich nie diese Fragen stellen?

Zwar beachten sie teilweise häufig die erste Frage und probieren die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen, was aber unter Nichtbeachtung des Restes fast nutzlos wird.

Falls Sie Ihre Werbebotschaft auf Ihren Zielmarkt zurechtgeschnitten haben, ist schon ein Großteil des ersten Punktes erledigt. Aber selbst wenn Sie eine Botschaft geschaffen haben, welche auf bestimmte Wünsche, Probleme und Bedürfnisse Ihrer genau festgelegten Zielgruppe eingeht, garantiert das noch nicht, dass diese auch die E-Mail, den Flyer, die Eventeinladung,… o.ä. lesen und dann auch handeln.

Zusätzlich ist es erforderlich, schnell und klar ein emotional wirkendes Versprechen zu machen oder oder eine starke Neugierde zu wecken – oder eine Kombination davon.

Wagen Sie es nicht anzunehmen, dass nur weil Sie Anglern einen Brief übers Angeln senden, dass diese ihn auch lesen. Sie müssen dem Zielpublikum einen Grund geben, den Brief anfangen zu lesen, weiter zu lesen und dann schließlich zu handeln.

Alle 4 Fragen werden bei einer erfolgreichen Werbeaktion perfekt beantwortet.