Wie Sie rausfinden, ob Ihre Restaurant Marketing Ausgaben gut angelegt sind

Die meisten Restaurantbesitzer würden sich lieber nur um ihr eigentliches Geschäft kümmern: Ambiente im Restaurant verbessern, neue Speisen einführen, Getränke, Service auf hohem Niveau und natürlich den direkten Kontakt zu den Gästen. 

Allerdings darf man das Restaurant Marketing nicht ignorieren, nicht nur, weil es ist in der Regel kein unbedeutsamer Kostenfaktor ist: 2- 5% des Umsatzes stecken viele Restaurant durchschnittlich in ihr Marketing (auch wenn es, außer dem Cash-Flow, kein Sinn für ein Marketingbudget gibt, wie ich im Newsletter immer wieder erkläre). Umso wichtiger ist es, die Wirksamkeit der Werbemaßnahmen genau zu beobachten.

Die Nachverfolgung des Erfolgs oder Misserfolgs Ihrer Werbeaktionen kann Ihnen helfen, Ihre Marketingausgaben zu optimieren und so verhindern, dass Sie Ihr hart verdientes Geld zum Fenster hinauswerfen.

Bevor Sie also Mittel für eine weitere Zeitungsanzeige aufgeben oder einen Flyer drucken, sollten Sie sicherstellen, dass Sie ein System haben, mit dem Sie den Erfolg oder Misserfolg der Werbeaktion messen können. 

Im Folgenden sind einige Fragen, die Ihnen bei der Bewertung des Marketingerfolgs helfen sollten:

7 wichtige Fragen zu Ihren Marketingaktionen

  1. Haben Sie eine Übersicht über die Zahl der potenziellen Empfänger Ihrer Werbeaktionen?
  2. Haben  Sie eine Übersicht über alle Ausgaben im Zusammenhang mit der Werbeaktion, einschließlich Druckkosten, Porto, Anzeigen usw. ?
  3. Haben Sie eine Übersicht über die Kosten für eventuelle weitere Ausgaben, die mit der Aktion verbunden sind (z.B. bei Gewinnspielen)? 
  4. Messen Sie, wie viele Gäste durch diese Marketingaktionen in Ihr Restaurant kommen?
  5. Messen Sie die Anzahl der zusätzlichen Personen, die Gäste mit z.B. Werbe-Gutscheinen begleiten sowie den Umsatz der mit diesen weiteren Personen gemacht wird? Erfahrungsgemäß geben die begleitenden Gäste mehr aus als jene, die mit einem Gutschein kommen. 
  6. Abschließen sollten Sie eine Rentabilitätsberechnung Ihrer Werbeaktionen vornehmen, indem Sie den resultierenden Umsatz der Marketingaktion nach Abzug der Erfüllungskosten durch die entstandenen Kosten teilen.
  7. Vergessen Sie nicht, dass es auch Werbeaktionen gibt, die Sie zwar kein Geld aber Zeit und Arbeit kosten: Ihre Website, gute Pressearbeit, Social Media Kommunikation, etc. (Diesen Aufwand sollten Sie auch einen monetären Wert geben).

Sie werden feststellen, dass die Verfolgung der Ergebnisse Ihrer Marketingbemühungen zu erfolgreicheren Werbeaktionen führt, welche wiederum mehr Geld in Ihre Kasse bringen.

Menschen wollen keine Werbung lesen

Erfolgreiche Werbefachleute starten absichtlich mit dieser Annahme: Menschen wollen keine Werbung lesen – Victor Schwab

Anscheinend ignoriert ein Löwenanteil der Werbeagenturen und Werbefachleute in diesem Land (und auch in anderen) diesen goldenen Ratschlag von einem der erfolgreichsten Marketer der Geschichte.

Wenn man sich die täglich im Briefkasten landenden Werbebriefe anschaut, muss man sogar zur Auffassung kommen, dass die Versender das exakte Gegenteil glauben. Sie denken, dass nur weil Sie Werbung versenden, diese automatisch gelesen wird.

Aber wie wir alle wissen, sortiert ein Großteil der Bevölkerung die Post über dem Mülleimer. Und wenn ein Brief zu sehr nach Werbung aussieht, oder nach kurzem Überfliegen sich als uninteressant herausstellt, landet dieser im Abfall.

Wir sind zu beschäftigt, haben an zu viele Sachen zu denken und das Leben ist zu kurz, als das wir mit dem Lesen uninteressanter, unpersönlicher und keinen Mehrwert-bietender Werbung verschwenden.

Deshalb ist es immer wichtig, dass Sie beim Scheiben Ihrer Werbung immer den oben zitierten Satz im Hinterkopf haben und sich ständig überlegen, wie Sie Menschen dazu bringen können, Ihrer Werbung Aufmerksamkeit zu schenken. Das gilt für Briefe, genauso wie für die Texte auf Ihrer Webseite, Beiträge bei Facebook oder Anzeigen und Flyern.

Behalten Sie diese 4 Fragen beim Entwerfen Ihrer Werbung im Hinterkopf?

Werbelegende Maxwell Sackheim meinte einmal, dass diese 4 Fragen bei der Werbeerstellung unbedingt im Hinterkopf bleiben sollten:

  • Warum sollte irgend jemand sich das Ganze überhaupt anhören oder anschauen – die Aufmerksamkeit schenken?
  • Warum sollte irgend jemand es glauben?
  • Warum sollte jemand deshalb handeln?
  • Warum sollte sofort gehandelt werden?

Hand aufs Herz: Wer stellt sich beim Erstellen der Werbung diese Fragen? Egal, ob es sich um Anzeigen, Flyer, Facebook Beiträge, E-Mails, Briefe oder Broschüren, usw. handelt.

Ohne Zweifel, es wird nicht die Mehrheit der Werbeagenturen und Werbeschaffenden sein. Selbst Herrn Sackheims Büro mussten viele Male ansonsten preisgekrönte Werbetexter mit hängendem Kopf feuern, nachdem deren Text nicht diesen Test bestand.

Und was glauben Sie wie viele Werbekampagnen scheitern, weil die Macher sich nie diese Fragen stellen?

Zwar beachten sie teilweise häufig die erste Frage und probieren die Aufmerksamkeit der Menschen zu bekommen, was aber unter Nichtbeachtung des Restes fast nutzlos wird.

Falls Sie Ihre Werbebotschaft auf Ihren Zielmarkt zurechtgeschnitten haben, ist schon ein Großteil des ersten Punktes erledigt. Aber selbst wenn Sie eine Botschaft geschaffen haben, welche auf bestimmte Wünsche, Probleme und Bedürfnisse Ihrer genau festgelegten Zielgruppe eingeht, garantiert das noch nicht, dass diese auch die E-Mail, den Flyer, die Eventeinladung,… o.ä. lesen und dann auch handeln.

Zusätzlich ist es erforderlich, schnell und klar ein emotional wirkendes Versprechen zu machen oder oder eine starke Neugierde zu wecken – oder eine Kombination davon.

Wagen Sie es nicht anzunehmen, dass nur weil Sie Anglern einen Brief übers Angeln senden, dass diese ihn auch lesen. Sie müssen dem Zielpublikum einen Grund geben, den Brief anfangen zu lesen, weiter zu lesen und dann schließlich zu handeln.

Alle 4 Fragen werden bei einer erfolgreichen Werbeaktion perfekt beantwortet.

Sammeln Sie Werbung?

Ein sehr guter Platz für kostenloses Marketingwissen ist die Werbung von anderen Unternehmen.

Ich selbst sammle gute Werbungen aus allen möglichen Bereichen wie z.B. Werbebriefe, Anzeigen, E-Mails, Flyer, … . Früher habe ich diese ausgeschnitten, um sie in einem bzw. sogar mehreren Ordnern zu sammeln. Seit einigen Jahren scanne ich sie einfach ein bzw. speichere den Screenshot, wenn ich sie im Internet sehe.

Ein gutes Zeichen dafür, dass eine Werbung funktioniert, ist wenn sie immer und immer wieder geschaltet wird. Dies gilt zumindest für Direct-Response Marketing, bei dem die Resultate getestet werden.

Anders sieht es bei Image-Werbung oder institutioneller Werbung aus, vor allem wenn dahinter ein großer Konzern steht. Also bedeutet es nicht, dass nur weil eine Werbung schon eine Weile im Einsatz ist, dass diese automatisch funktioniert. Aber nach einer Weile bekommt man ein Auge dafür.

Schauen Sie sich das Marketing, welches Sie bekommen, genau an. Studieren Sie es. Überlegen Sie sich, welche Teile funktionieren und wie Sie diese für Ihr Marketing anwenden können.

Dabei muss diese Werbung nicht unbedingt aus Ihrer Branche kommen. Meist funktionieren Techniken, welche in anderen Märkten Resultate bringen, auch in Ihrer Branche. Viele meiner besten Marketingkampagnen, die Restaurants nutzen, sind Abwandlungen von Strategien, die in anderen Branchen genutzt werden. Diese Strategien funktionieren in unserer Branche nun sogar besser, da es keine anderen Restaurants gibt, die diese Marketing Strategien nutzen.

Werden Sie deshalb zum Werbesammler und profitieren Sie von dem Wissen und kostspieligen Erfahrungen anderer Unternehmen.

Die einzige Werbe-Sünde, welche Ihnen nicht verziehen wird!

Sie können sich viele Fehler bei Ihrer Restaurant Werbung erlauben.

Sie kann schlampig gestaltet sein, schlechte Grammatik enthalten, manche Leute ärgerlich machen, usw. … .

Bei all diesen Vergehen sind die Empfänger eigentlich ziemlich nachsichtig.

Es gibt nur einen Fehler, welchen Sie nicht machen dürfen. Einen Fehler, welcher Ihnen von keiner Person verziehen wird. Einen einzigen unverzeihlichen Fehler.

Und dieser lautet: Langweilig sein.

Diesen einen Fehler wird Ihnen niemand verzeihen und die Strafe dafür lautet: Keine Aufmerksamkeit.

Wenn Ihre Werbung langweilig ist und sich nicht aus dem riesigen Werbe-Tsunami hervorhebt, werden Sie dafür von Ihren potenziellen Gästen gnadenlos ignoriert.

Vermeiden Sie deshalb so wie alle Ihre Mitbewerber zu sein.

Vermeiden Sie generelle Aussagen, die jeder Ihrer Wettberber auch treffen kann wie: „wir sind die besten“, „uns können Sie vertrauen“,”wo mit Liebe gekocht wird”, … .

Kreieren Sie eine Werbebotschaft, welche so fesselnd, so mitreißend und so unwiderstehlich ist, dass Ihre potentiellen Gäste gar nicht anders können als Ihnen zuzuhören.

Die Methoden dafür sind vielseitig.

Sie müssen nicht lustig oder gar albern sein, um nicht langweilig zu wirken.

Eine Werbung, welche Gäste aufklärt und die einen Nutzen und Vorteil verspricht, ist weitaus besser als eine Werbung, welche nur lustig ist, den Leserinnen oder Hörern aber im Endeffekt keinen Mehrwert verspricht.

Aufmerksamkeit gewinnen um Menschen zu unterhalten, können sich Dax Unternehmen mit einem Werbebudget von mehreren 100 Millionen Euro leisten; Sie nicht!

Ihr Ziel ist es Personen zu einem Besuch in Ihrem Restaurant zu motivieren und nicht ein jahrzehntelanges Markenimage aufzubauen. Dieses Markenimage bauen Sie besser mit dem Service in Ihrem Restaurant auf und werden dafür auch bezahlt. Nicht umsonst wiederhole ich fast schon mantraartig, dass sich jede Werbemethode in Ihrem Restaurant messen lassen muss und mehr Umsatz einbringen, als sie kostet.

Wie können Sie Ihre Werbung gestalten, damit diese von Ihrer Zielgruppe wahrgenommen und auch gelesen wird?