Restaurant Lieferdienst mit Lieferplattform einführen

Viele Gastronomen überlegen sich einen zusätzlichen Lieferservice einzuführen, auch wenn dies mit einigen Herausforderungen verbunden ist und natürlich ein gewisses finanzielles Risiko mit sich bringt. Auch wenn Lieferdienste wie Lieferando, Lieferheld, Uber Eats schon eine Weile stark am wachsen sind und immer mehr Restaurants sich entscheiden zusätzlich Lieferungen der Speisen anzubieten, zögert der Großteil noch.

Denn verbunden mit den Fragen, ob ein Lieferservice eingeführt werden soll, welche Speisen man dabei anbietet, wie die Speisen an die Kunden geliefert werden,… steht auch die Frage, ob die Lieferung selbst durchgeführt oder ob eine der Lieferplattformen genutzt wird.

Kurze Übersicht zu den Schritten, mit denen Sie den geplanten Lieferdienst umstzen:

Die Corona-Krise hat das Wachstum der Lieferbranche explodieren lassen

Kaum eine Branche ist von den Folgen der Corona-Krise so stark betroffen wie die Gastronomie. Hotels und Restaurants dürfen nur eingeschränkt öffnen, Liefer- und Abholservice sind unter Auflagen erlaubt, die Vermietung von Unterkünften zu Urlaubszwecken ist untersagt.

Und niemand weiß, wie lange die Pandemie dauern, welche Auswirkungen sie noch haben wird, welche Auflagen noch kommen werden.

Im Frühjahr 2020 musste jede Gastronomin, jeder Gastronom erfahren, was ein „Lockdown“ ist und sich die Frage stellen, wie man so eine Zeit überstehen kann.

Eine Möglichkeit die Umsatzverluste zu verringern oder sogar auszugleichen, kann die Einführung eines Lieferservices sein. Dies gilt auch zu anderen Zeiten, z.B. wenn Gastronomen das Restaurant trotz dem schlechten Standort erfolgreich machen wollen. Diese Umstellung verlangt jedoch, dass Sie Ihren Geschäftsbetrieb ändern und erweitern müssen.

Um Ihnen diese Änderungen zu erleichtern, finden Sie hier einige Tipps und Ideen, wie Sie (nicht nur) während der Corona Krise auf Lieferung und Abholung wechseln können:

Welche Gerichte und Speisen zur Lieferung anbieten? Die Zusammenstellung Ihres Lieferangebotes

1.Orientieren Sie sich an Ihrem Lagerbestand und bisherigen Verkaufsschlagern

Führen Sie erst einmal eine Bestandsaufnahme Ihres Lagers durch. Überlegen Sie sich, welche Ihrer gut laufenden Gerichte sich auch außer Haus verkaufen ließen und welche zusätzlichen Angebote Sie aus den vorhandenen Zutaten zusammenstellen könnten.

Falls Sie über einen großen Mehlvorrat verfügen (Mehl war beim ersten Höhepunkt der Pandemie ja Mangelware, was dazu), stellen Sie einige Rezepte auf Grundlage von mehlbasierten Speisen zusammen. Dazu gehören sicher im Schwäbischen Spätzle und andere Nudelgerichte, aber auch Pizza, Pitas und vielleicht auch Sandwiches.

Als nächstes natürlich die Gerichte, welche in Ihrem Restaurant am besten laufen. Betriebe, die Menu-Engineering nutzen um die Speisekarte danach marketingtechnisch zu optimieren, so dass u.a. die Gerichte mit der besten Gewinnspanne am häufigsten verkauft werden, haben diese Daten exakt vorliegen. Und Sie noch keine Speisekarten-Optimierung betrieben, ist jetzt der beste Moment um damit zu beginnen.

Generell haben die meisten Gastronomen jedoch ein ziemlich gutes Gefühl dafür, welche Gerichte am beliebtesten sind und falls diese Gerichte eine gute Gewinnspanne haben und die Qualität beim Transport zum Kunden nicht leidet, sollten Sie diese Gerichte Ihrem “Gerichte-Portfolio” der Lieferung hinzufügen.

Damit können Sie sich schnell und fast problemlos einen Kundenkreis und damit ein finanzielles Polster schaffen, bevor Sie an umfangreichere und neue Mahlzeiten machen.

2.Beschränken Sie Ihr Lieferangebot auf gewinnbringende und leicht transportierbare Speisen und Produkte

In Krisenzeiten werden die meisten Betriebe mit weniger Personal arbeiten. Daher sollte Ihr Speiseangebot auch mit wenig Personal schnell zubereitbar – aber auch profitabel und lieferfreundlich sein!

Kosten sparen: Bisheriger Bestand und mehrfach verwendbare Zutaten

Der bisherige Ausgangspunkt war, dass Sie zuerst Ihren Lagerbestand für die Lieferung nutzen um Kosten zu sparen. Um weiter die Kosten zu reduzieren, sollten Sie bei der Gestaltung Ihres Lieferangebots auch daran denken, dass die Zutaten, die Sie nun zusätzlich kaufen, möglichst für mehrere Gerichte verwendet werden können.

Die Qualität bei der Lieferung muss stimmen und konstant bleiben

Und selbstverständlich dürfen Sie bei Ihren Überlegungen zur Gewinnmaximierung die Qualität nicht vergessen, da die Speisen nicht umgehend in Ihrem Restaurant serviert werden sondern auf einen längeren Transportweg in Isolierboxen geht, auf dem aber nichts vom Geschmack verloren gehen sollte.

Also achten Sie darauf, dass Sie Ihre Qualitätsstandards halten, denn negative Online Bewertungen für Ihr Restaurant, die Sie auf Grund Ihres Lieferservices erhalten, beeinflussen die Wahrnehmung Ihres gesamten Betriebs auch zu den Zeiten, wenn die Pandemie vorbei ist.

3.Zusammenstellung des Lieferangebots und Vorgehen mit dem Team besprechen

Nehmen Sie Ihr Team mit an Bord

Bisher wurde gerade hingewiesen, dass Sie wahrscheinlich mit weniger Mitarbeitern in dieser Zeit arbeiten werden. Umso wichtiger ist es, dass Sie Ihre Mitarbeiter an Ihren Überlegungen und der Planung zur Lieferung teilhaben lassen sollten.

Beziehen Sie Ihr gesamtes Team in Ihre Pläne und Überlegungen mit ein und wenn Sie vor ein paar Monaten gezwungen waren, Teammitglieder zu entlassen oder in Kurzarbeit zu schicken, und jetzt in der Lage wären „systemrelevante Kräfte“ wiedereinzustellen, dann arbeiten Sie ein wirksames Programm zur Neuorientierung mit ihnen durch.

4.Eine kurze & fokussierte Abhol- & Lieferkarte

Ihr gewinnbringendes, lieferfreundliches Angebot sollten für Sie relativ günstig in der Herstellung sein. Weiterhin sollten sie den Transportweg zum Kunden schadlos überstehen und die Qualität beibehalten, auch wenn es niemals möglich ist, die selbe Qualitätsstufe wie vor Ort zu erreichen.  

Wie Sie das konkret machen (die Auswahl der besten Gerichte zur Lieferung und die Verpackung der Gerichte zur Erhaltung der Frische) ist ein eigenes Thema für sich.

Abschließend noch der Hinweis, dass eine kurze, übersichtliche Liefer- oder Abholkarte Ihnen vieles erleichtert, sei es bei der Planung, in der Küche, bei der Lieferung, bei der Integration auf der Webseite und der Kommunikation mit den Gästen.

Bieten Sie also nicht Ihr komplettes Speisenangebot zur Lieferung an, nicht nur, da sich nicht alle Gerichte für den Transport eignen und die Planung erschwert, sondern auch weil der zusätzliche Aufwand die Gewinnspanne verringert. Es können immer später neue Gerichte zur Lieferung hinzugefügt und/oder mit Tages- & Wochenangeboten gearbeitet werden.

Einen eigenen Lieferservice einführen oder externe Lieferplattformen nutzen?

Haben Sie die Vorarbeit gemacht, dann wissen Sie bis hier, welche Gerichte Sie anbieten. Die nächste große Überlegung ist nun, wie diese Gerichte von den Gästen bestellt werden können und wie diese Bestellungen dann geliefert werden. Bei der eigenen Lieferung müssen Sie natürlich Ihr Team dafür nutzen und auch Ihre Betriebsfahrzeuge oder die Autos Ihrer Mitarbeiter.

Also ist die nächste Frage, die beantwortet werden muss:

Sollten einen eigenen Bestell- & Lieferservice einführen, eine der Online-Lieferplattformen nutzen oder beides?

Um die Antwort darauf zu finden, was für Ihre Situation am besten ist – vorausgesetzt in Ihrem Gebiet gibt es eine Online-Lieferplattform – sollten Sie die Vor- und Nachteilen abwiegen, die mit den jeweiligen Lösungen verbunden sind.

Die Schulung eines Mitarbeiters zum Auslieferungsfahrer kann für einige Restaurants ein Problem darstellen, denn es gibt hier sehr viele Aspekte zu beachten. Fragen des Verkehrsrechts, der Haftung, aber v.a. auch der Hygiene. 

Mit den Lieferapplikationen von Drittanbietern entfällt die Notwendigkeit, Mitarbeiter darin auszubilden und stattdessen externe Fahrer zu Ihrem Restaurant zu schicken, um die Lieferung für Sie vorzunehmen. Sobald eine Bestellung aufgegeben wurde, holen die Fahrer des Drittanbieters das Essen ab und bringen es zum Kunden, so dass sich die Restaurants den Fokus weiterhin auf die Tätigkeiten im Restaurant legen können.

Dazu sei auch erwähnt, dass einige Online-Bestellplattformen in vielen Gebieten die Lieferung nicht übernehmen, diese also trotzdem vom Restaurant durchgeführt werden muss und nur die Bestellung online über diese Plattformen möglich ist.

Die Vor- und Nachteile von externen Online Bestell- & Lieferplattformen

Sofortiger Zugang zu zehntausenden potenzielle Kunden

Lieferservice Anbieter wie Lieferando oder Uber Eats haben über die letzten Jahre einen Kundenstamm mit mehreren Millionen Nutzern aufgebaut. So ermöglichen es diese Plattformen Restaurants, sofort eine riesige Reichweite zu haben und – abhängig der Stadt und Nutzung der jeweiligen Plattform – sofort tausende oder sogar noch mehr potenzielle Kunden zu erreichen.

Schnell einen sehr großen potenziellen Kundenstamm erreichen

Wenn Sie gerade dabei sind Online-Bestellungen anzubieten oder Sie Ihr Restaurant gerade erst eröffnet haben, sind solche Lösungen von Drittanbietern eine gute Möglichkeit, schnell mehrere tausend Augenpaare auf ihr Speisenangebot zu richten, ohne dass Sie und Ihr Team sich großartig anstrengen und große Vorarbeit in Programmierung, Systemintegration und Marketing stecken müssen.

Die simplen Marketingmöglichkeiten der Lieferdienste

Möchten Sie bei einer App eines Drittanbieters ganz oben in den Optionen angezeigt werden? Viele der Anbieter ermöglichen Ihnen bieten Werbemöglichkeiten, die Ihrem Betrieb einen schnellen Boost geben und sicherzustellen, dass hungrige Menschen Ihr Restaurant zuerst sehen. Diese integrierte Marketingfunktion eignet sich hervorragend für neue Restaurants, die eine simple und schnelle Werbehilfe für dieses neue Tool brauchen.

Sofort Auslieferungsfahrer ohne zusätzlichen Aufwand

Das Einstellgen und Schulen von Personen, die die Lieferung durchführen, stellt für viele Restaurants ein Problem da.  Es ist so schon schwierig genug, verlässliche Mitarbeiter für den regulären Geschäftsbetrieb zu finden. Mit der Lieferoption einiger Anbieter (abhängig von Ort und Anbieter) entfällt die Notwendigkeit, einen weiteren Mitarbeiter einzustellen. Stattdessen werden Fahrer zu Ihrem Restaurant geschickt, um die Lieferung für Sie vorzunehmen. Sobald eine Bestellung aufgegeben wurde, holen sie das Essen ab und bringen es zum Kunden, so dass sich die Restaurants auf die Bewirtung der Hausgäste konzentrieren können.

Geringes Investitionsrisiko

Wenn Sie einen eigenen Lieferservice einführen, sind damit natürlich viele Kosten verbunden, denen auch ein gewisses Risiko entgegensteht, da der Lieferdienst sich rentieren muss. Durch das Nutzen dieser Plattformen entfällt dieses Risiko, da Sie hier schnell testen und ohne Anfangsinvestitionen testen können, ob sich Lieferung bei Ihnen im Restaurant rentiert.

Die Vor- und Nachteile in Kurzform:

Die Vorteile der externen Bestellplattformen und Lieferdienste:

  1. Zeitvorteil: Schnelle Einführung und Umsetzung des Lieferdienstes.
  2. Sofort einen riesigen potenziellen Kundenstamm erreichen.
  3. Geringer Aufwand.
  4. Simple Marketingmöglichkeiten.
  5. Kein zusätzliches Personal einstellen und managen.
  6. Geringes Investitionsrisiko.

Die Nachteile externer Bestellplattformen und Lieferdienste:

  1. Hoher Wettbewerb auf den Lieferplattformen.
  2. Hohe Provisionen.
  3. Keine Daten und somit fehlende Optimierungsmöglichkeiten.
  4. Keine Kontrolle über die Qualität der Lieferung und somit mögliche Image-Beeinträchtigung.
  5. Kein einheitliches Kundenerlebnis.
  6. Kein Aufbau der Kundendatenbank und somit keine Möglichkeit diese Personen zukünftig zu kontaktieren.
  7. Keine zusätzlichen Marketingmöglichkeiten im Bestellprozess.
  8. Erhebliche Schwierigkeiten dort bestellende Personen in Stammgäste zu verwandeln.
Vor- und Nachteile von externen Lieferdiensten Infografik

Die Vor- & Nachteile eines eigenen Online-Bestellsystems mit oder ohne Lieferungen

Einen eigenes Online-Bestellsystem einzuführen bedeutet, dass die Bestellung der Kunden und Gäste über Ihre Webseite abläuft. Dies kann, wenn Sie eine WordPress Seite für Ihr Restaurant haben, einfach über ein Plugin für Online-Bestellungen geschehen aber es gibt auch viele Anbieter, die die Erstellung eines Online-Bestellsystems anbieten. Somit befinden sich Kunden im gesamten Bestellprozess nur in Ihrem Territorium über das Sie die komplette Kontrolle haben, dieses aber auch pflegen müssen.

Ein einheitlicheres Online Erlebnis für Ihre Gäste

Wenn Sie ein eigenes Online-Bestellsystem auf Ihrer Webseite integrieren, behalten Sie die Kontrolle über das Kundenerlebnis. Das bedeutet kann einheitlich und zu Ihrem Restaurant passend verlaufen. Das beginnt beim Design mit Ihren Image-Farben, über Ihre persönliche Bestellseite mit den Funktionen, die Sie haben möchten, einer optimierten Dankeseite nach Abschließen der Bestellung (die Sie im Idealfall für weitere Marketingzwecke nutzen, wie z.B. aktuelle Events promoten, um Bewertungen bitten oder weitere Angebote machen).

Kurz: Hier stehen Sie und Ihr Restaurant im Mittelpunkt – nicht das Markenerlebnis einer App, deren Haupt-Ziel es ist mehr App-User zu gewinnen.

Bessere Integration in Ihr Kassensystem

Die meisten Online-Bestellsysteme haben (noch?) keine Schnittstelle zu den Kassensystemen, so dass eine effektive Kommunikation mit Ihrer Kasse und einer eventuellen Buchhaltungssoftware nur schwer möglich ist. Anstatt mehrere externe Online-Bestellsysteme zu nutzen, ist eine integrierte Online-Bestelllösung ideal für Restaurants, die eine Antwort auf die Kopfschmerzen suchen, die Apps von Drittanbietern verursachen können.

Der Besitz einer auf der eigenen Webseite integrierten Online-Bestell-Lösung, die in das System integriert ist, an dem Ihr Team ständig arbeitet, gibt Ihnen die Möglichkeit, eine zusätzliche Einnahmequelle hinzuzufügen, ohne die internen Betriebsprozesse zu stören.

Treueprogramme nutzen, Wiederkäufe fördern und Stammkunden gewinnen

Viele Online-Bestelllösungen, die angeboten werden, bieten zusätzliche Marketingmöglichkeiten wie Treueprogramme. Das bedeutet, dass Sie Personen, die über Ihre Webseite bestellen, leicht dazu motivieren können dies häufiger zu tun und sie für deren Treue auch belohnen. So steigern Sie nicht nur die Häufigkeit der Bestellungen, die Bestellgröße und die Dauer der Treue (3 der 4 GastroInsider Wachstumsfaktoren zur Steigerung des Restaurantgewinns), sondern haben zusätzlich einfacher die Möglichkeit diese Personen auch zu einem Besuch in Ihrem Restaurant zu bringen.

Datensammlung über die Gäste und Aufbau der Kundendatenbank

Die vielen Bestellungen über die Webseite bringen nicht nur Geld, sondern auch eine Menge Informationen.

Unter anderem erhalten Sie Informationen darüber:

  • Namen und Kontaktadressen bestellenden Personen (das wichtigste!)
  • Welche Personen wie häufig und welche Gerichte bestellen.
  • Wie viel diese Personen durchschnittlich ausgeben.
  • Wie sich die Bestellungen auf die Tage verteilt.
  • Welche Marketingaktionen am besten funktionieren.
  • Welche Position der Gerichte zu welchem Anstieg an Bestellungen führen.
  • Welche Bilder und Texte zu welchen Umsatzergebnissen führen.
  • und vieles mehr.

Alle diese wichtigen Informationen entgehen Ihnen, wenn Sie eine der externen Lieferplattformen nutzen, vor allem sind hier nochmals die Namen und Kontaktadressen zu erwähnen. Denn nur wenn Sie diese haben, ist es Ihnen möglich, diese Personen mit smarten Gastronomie Marketing wieder zu kontaktieren und in Stammgäste für Ihr Restaurant zu verwandeln.

Weiterhin ermöglicht die fortwährende Auswertung dieser Daten eine Optimierung Ihres Angebots, der Vermarktung einzelner Posten auf Ihrer Speisekarte, die Nutzung von Menu-Engineering und die Kennzahlenbasierte Weiterentwicklung des kompletten Systems.

Keine hohen Provisionsgebühren

Externe Lieferplattformen verlangen, je nach Unternehmen und Art der Dienstleistung, mindestens 10% (wenn Lieferung nicht dabei ist und nur Bestellung) bis zu ca. 30% vom Umsatz. Das bedeutet, dass die sowieso schon geringen Margen vieler Gastronomen noch stärker reduziert werden und sich das Liefergeschäft für viele kaum lohnt. Zwar sollte dies nicht auf Sie zutreffen – erst recht nicht, nachdem Sie die anfangs erwähnten Punkte umgesetzt haben – aber trotzdem würden diese Personen auch Ihre Gewinnspanne bei den Gerichten verkleinern.

Dazu stehen allerdings die Kosten, die Ihnen bei der Einführung eines eigenen Online-Bestellsystems mit oder ohne Lieferung entstehen.

Einige davon sind:

  • Kosten für Erstellung und Pflege der Bestellseite.
  • Kosten für Mitarbeiter bei Lieferung.
  • Fuhrpark und laufende Kosten.
  • Versicherung.

Aber falls Sie nur Abholung anbieten, sind die Kosten für die Erstellung und Pflege der Bestellseite meist schon nach kurzer Zeit geringer als die kumulierten Provisionskosten, die bei Nutzung einer Lieferservice-Plattform entstehen.

Die Vor- und Nachteile in Kurzform:

Die Vorteile einer eigenen Bestellplattform und eines eigenen Lieferdienstes:

  1. Keine hohen Provisionen.
  2. Umfassende Bestell- und Webseitendaten. Damit die Chance auf Optimierung und Verbesserung.
  3. Kontrolle über die Qualität der Lieferung.
  4. Einheitliches Kundenerlebnis.
  5. Aufbau der Kundendatenbank und damit keine Möglichkeit diese Personen zukünftig zu kontaktieren.
  6. Weitere Marketingmöglichkeiten im Bestellprozess mit Cross-Promotion, Bewertungen, Social Media,… .
  7. Online-Besteller/innen in Stammgäste zu verwandeln wird erleichtert.

Die Nachteile einer eigenen Bestellplattform und eines eigenen Lieferdienstes:

  1. Größerer organisatorischer Aufwand.
  2. Höhere Anfangsinvestitionen (Fuhrpark, Bestellsystem,..) und damit auch Risiko.
  3. Kein Zugriff auf den großen Kundenstamm der Lieferplattformen.
  4. Zusätzlicher Personal erforderlich.
  5. Laufende Kosten, die ständig mit genug Bestellungen ausgeglichen werden müssen (Personal, Versicherungen,…)

Beide Möglichkeiten kombinieren: Externe Lieferservice und eigene Bestellseite nutzen

Es gibt natürlich auch noch die Möglichkeit, dass Sie beide Lösungen gleichzeitig für Ihr Restaurant nutzen, also einerseits Bestellungen über Portale wie Lieferando und Uber Eats, andererseits aber auch über Ihre Webseite die Bestellung ermöglichen.

Der Vorteil hier ist, dass Sie viele neue Kunden über die Plattformen erhalten aber gleichzeitig über die eigene Bestellseite Ihr Stammpublikum abwickeln können.

Das Ziel sollte hier jedoch unbedingt sein, dass Sie die Personen, die über die externen Plattformen bestellen dazu motivieren, über Ihre Seite zu bestellen, auf der Sie keine Provisionen zahlen müssen. Allerdings müssen Sie sich schon von Anfang darauf einstellen, dass es einen gewissen Prozentsatz gibt, der immer bei den externen Lieferservice Anbietern bestellen wird; sei es aus Gewohnheit, Bequemlichkeit oder aber auch, weil diesen mehr vertraut wird.

Weiterhin sollten Sie aufpassen, dass Ihr Stammpublikum nicht über die externen Lieferservices bestellt, denn sonst haben Sie sich einen neuen Mitbewerber geschaffen.

Falls Sie sich also dafür entscheiden sollten beide Lösungen gleichzeitig zu nutzen, sollten Sie:

  1. Marketingtechniken im Einsatz haben, welche die Personen von externen Plattformen zum Wechsel auf Ihr System bringen und
  2. Ständig beobachten, ob nicht Ihre Stammkunden zur anderen Lieferservice-App abwandern und falls doch, dies stoppen.

Den Lieferservice vermarkten und mehr Kunden für Lieferung und Abholung gewinnen

Ok, nun haben wir die Vorarbeit geleistet und geplant, wie das Lieferangebot aussieht. Außerdem haben wir uns entschieden, ob wir die Lieferung selbst durchführen, eine der Lieferplattformen nutzen oder beides.

Jetzt ist es natürlich noch essenziell, dass bestehende Gäste und potenzielle neue Bestellkunden erfahren, dass Ihr Restaurant nun Lieferung und/oder Abholung anbietet – und dann auch diesen Service nutzt.

Somit lautet der nächste und letzte Schritt nun:

Kommunizieren & bewerben Sie den Lieferservice – Potenzielle Kunden & bestehende Gäste müssen davon erfahren

So wie Sie Ihre Mitarbeiter rechtzeitig informieren und in Ihre Pläne einweihen müssen, sollten Sie auch mit Ihren Gästen und Kunden verfahren. Informieren Sie diese frühzeitig über jegliches Ihnen zur Verfügung stehendes Werbemittel. Das bedeutet, soziale Medien, Ihre Website, Flyer, Newsletter, Hinweisschildern an und vor Ihrem Betrieb und gegebenenfalls auch Anzeigen und/oder Radio. Achten Sie aber bei erst recht den Medien, die Sie etwas kosten, darauf, dass Sie den Erfolg dieser Werbemaßnahmen messen (wie es eigentlich bei jeder eingesetzten Werbemethode im Restaurant gemacht werden sollte).

Die Kommunikation beim Umstieg auf Lieferung im Zusammenhang mit Corona:

Weisen Sie Ihre Gäste zuerst auf die ihnen hinlänglich bekannte Gesundheitslage im Land, sowie den damit verbundenen staatlichen Maßnahmen hin.

Im nächsten Schritt erläutern Sie Ihre daraus gezogenen Konsequenzen und beschreiben Ihr Ziel, den Gästen weiterhin einen guten Service anbieten zu wollen – jetzt aber über den neu eingerichteten Bestellservice.

Selbstverständlich sollten Sie dabei so offen sein, dass Sie den Menschen klar mitteilen, welche Bestellmethoden für Ihr Unternehmen finanziell am besten geeignet sind, und sie dann im Anschluss darum bitten, diese zu benutzen. Sollten Sie für Ihr Restaurant ein eigenes Online-Bestellsystem eingerichtet haben, bitten Sie Ihre Kunden, von dort aus zu bestellen (und nicht von einer Lieferplattform, auf der sie Provisionen zahlen müssen).

Den Lieferservice auf bewerben und bekannter machen

Um den Lieferservice bekannter zu machen, stehen viele Werbemöglichkeiten zur Verfügung, die natürlich auch alle parallel genutzt werden können:

Den Lieferservice auf Social Media bewerben

Falls Ihr Restaurant auf Facebook und oder Instagram ist, sollten Sie dort auf den Lieferservice aufmerksam machen. Aber nicht nur einen Post, in dem bekannt gegeben wird, dass dieser existiert.

Posten Sie regelmäßig:

  • Bilder von Ihren Speisen,
  • Feedback der Kunden,
  • stellen Sie Gerichte vor mit deren besonderen Zutaten,
  • drehen Sie kurze Videos,
  • geben Sie einen Einblick hinter die Kulissen,
  • uvm.

Es ist nicht nur wichtig, hier das Image zu verbessern und den Menschen Appetit auf Ihre Auswahl zu machen, sondern Ihr Restaurant muss ständig wieder in Erinnerung gerufen werden (wie eigentlich auch sonst), damit Sie bei Ihrer Zielgruppe genau im Hinterkopf auftauchen wenn diese hungrig sind und überlegen, was sie essen.

Lieferservice im Newsletter bewerben

Jedes Restaurant sollte einen Newsletter haben. Und falls Sie noch keinen Newsletter für Ihr Restaurant haben, sollten Sie noch heute damit beginnen die Namen und Daten Ihrer Gäste zu sammeln und einen – mindestens monatlichen – Newsletter rausbringen.

Wenn dies nun zutrifft, sollten Sie Ihren Lieferservice auch dort bewerben. Aber nicht nur erwähnen, dass dieser existiert, sondern zudem mit Geschichte, warum Sie sich dafür entschieden haben, wie Sie die Qualität garantieren, einige Gerichte vorstellen und eventuell noch einen Anreiz geben, dass Personen nun erstmalig bestellen.

Lieferservice per Flyer bewerben

Dieses traditionelle Werbemittel funktioniert auch und sollte sich unbedingt in Ihrem Werbearsenal der Lieferservice-Promotion befinden. Denn Flyer haben nicht nur den Vorteil, dass Sie damit auch Personen erreichen, die noch nicht Ihr Restaurant kennen, zudem können die Flyer von den Kunden aufgehängt werden und erinnern diese somit ständig bei Ihnen zu bestellen.

Viele GastroInsider Coaching-Klienten nutzen die Flyer sogar erfolgreich wöchentlich, um jeweils neue Gerichte/Angebote potenziellen Kunden zu geben, durch Knappheit und Besonderheit diese Personen zum häufigeren Bestellen zu motivieren, einen festen Platz im Hinterkopf sich zu erkämpfen und auch um fortwährend neue Gerichte sowie Angebote zu testen, was zu einer Verbesserung des Angebots und damit Steigerung des Umsatzes führt.

Wenn Sie mehr darüber wissen möchten, wie es auch in Ihrem Betrieb funktionieren könnte oder an einer der vielen anderen Werbemöglichkeiten wie Newsletter, Online Marketing, Speisekarten Optimierung usw. interessiert sind, können Sie sich für ein kostenloses Strategiegespräch hier vormerken lassen.

Lieferservice auf der Webseite bewerben

Auf Ihrer Webseite sollte auch prominent gezeigt werden, dass Sie Lieferung und/oder Abholung möglich ist. Wie bei den anderen Werbemedien gilt natürlich, dass Sie nicht nur zeigen, dass dieser existiert sondern zudem auch die Vorteile kommunizieren und auch mit dem bisherigen Feedback Ihrer Gäste die Qualität beweisen.

Weitere mit Kosten verbundene Werbemethoden für Ihren Lieferservice

Weitere Methoden, die Ihnen zur Verfügung stehen, um Ihren Lieferservice zu bewerben, sind:

  • Bezahlte Anzeigen auf Social Media,
  • Anzeigen in der Zeitung oder lokalen Zeitschriften,
  • Lokale Radiowerbung,
  • Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen oder Influencern.

Diese Methoden sollten erst nach den oben erwähnten Strategien genutzt werden, außer wenn Ihr Werbebudget es anfangs schon zulässt. Hier ist es aber noch wichtiger, dass Sie den jeweiligen Erfolg messen und überprüfen, ob der Gewinn aus den Bestellungen höher ist als die Kosten dieser Werbemedien.

Bei Facebook kann dies am schnellsten und mit dem geringsten Risiko getestet werden, wobei auch Anzeigen mit Gutscheinen verbunden häufig relativ günstig umgesetzt werden können. Die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen, die Zugang zu Ihrer Zielgruppe haben, kann, je nach Strategie auch umsonst erfolgen, sollten Sie aber bisher keine strategischen Partnerschaften haben, ist dies anfangs mit mehr Zeit- und Geldaufwand verbunden.

Wichtig bei allen Werbemedien ist, dass Sie vorab recherchieren, ob Ihre Zielgruppe sich überhaupt darüber erreichen lässt. Denn nur dann können diese Personen mit der richtigen Strategie auch zu einer Bestellung bei Ihnen motiviert werden.

Eventueller Verzicht auf die Mindestbestellmenge (nur während den Beschränkungen)

Viele Restaurants haben in der Regel eine Mindestbestellmenge von ca. 15-20 €, damit sich die Lieferung sich in Anbetracht des Zeiteinsatzes auch lohnt und die Zeit nicht besser woanders investiert werden kann.

Aber wenn Lieferung die einzige Möglichkeit ist, wie Ihr Unternehmen im Moment arbeitet oder sogar überleben kann, sollten Sie die Überlegung in Betracht ziehen, sich von solchen Beschränkungen zeitweilig zu trennen (solange es noch profitabel ist). Wenn es wirklich um den Erhalt des Geschäftsbetriebs geht, dann ist es besser für wenig Gewinn zusätzliche Lieferungen zu erhalten. Jede Bestellung hilft Ihnen in dieser Situation.  

Allerdings sollten Sie dann erst recht weitere Marketing Strategien nutzen, um Zusatzeinnahmen und künftige Einnahmen aus den Lieferkunden erhalten (z.B. Aufbau der Kundenliste, Bounce Back Angebote, Social Media Fans, Bewertungen, … was wiederum ein eigenes Restaurant Marketing Thema ist).