Gründung & Übernahme

Restaurant übernehmen: Was du prüfen musst bevor du kaufst

Ein Gastronom in Düsseldorf hat eine fünfstellige Anzahlung bezahlt. Dann rief er den Vermieter an um den Schlüssel zu bekommen. Der Vermieter wusste von nichts. Der Mietvertrag war drei Monate zuvor...

Michael Krause
Michael Krause
31. Juli 202327 Min. Lesezeit
Restaurant übernehmen: Was du prüfen musst bevor du kaufst

Ein Gastronom in Düsseldorf hat eine fünfstellige Anzahlung bezahlt. Dann rief er den Vermieter an um den Schlüssel zu bekommen. Der Vermieter wusste von nichts. Der Mietvertrag war drei Monate zuvor wegen Schulden gekündigt worden.

Die Anzahlung war weg.

Das ist kein Extremfall. Das ist das Ergebnis einer Übernahme ohne die richtigen Fragen. Und ich erlebe Varianten davon in 23 Jahren Gastronomieberatung regelmäßig — Gastronomen die ein Restaurant übernehmen wollen und dabei Fehler machen die Zehntausende Euro kosten.

Gleichzeitig gibt es gerade eine historische Gelegenheit. Laut dem aktuellen DIHK-Nachfolgereport 2025 suchen 9.600 Gastronomiebetriebe einen Nachfolger. Dem stehen nur 4.000 Interessenten gegenüber. Das Angebot an Betrieben übersteigt die Nachfrage im Gastgewerbe um mehr als das Dreifache.

Das ist ein Käufermarkt. Aber genau deshalb werden gerade die Betriebe mit den größten Problemen am aggressivsten angeboten.

Dieser Artikel gibt dir die richtigen Fragen — und die Reihenfolge in der du sie stellst. Damit du kein Restaurant kaufst das du bereust, sondern eines das funktioniert.

Was du in diesem Artikel lernst:

  • Warum gerade jetzt der richtige Zeitpunkt sein kann — und die größte Gefahr gleichzeitig
  • Die einzige Frage die jede Übernahme entscheidet (und fast niemand stellt)
  • Was BWA und GuV verschleiern — die 6 blinden Flecken die dich Zehntausende kosten
  • Warum du das gesamte Personal des Vorgängers übernehmen musst (§613a BGB)
  • Wie du den Ablösepreis fair verhandelst — mit konkreten Hebeln
  • Warum Marketing vom ersten Tag an darüber entscheidet ob die Übernahme funktioniert
Was Warum das wichtig ist
9.600 Gastro-Betriebe suchen Nachfolger — nur 4.000 Interessenten Käufermarkt: Du hast Verhandlungsmacht, aber mehr Problemfälle im Angebot
§613a BGB: Gesamtes Personal geht automatisch über Dysfunktionales Team = dysfunktionale Übernahme
Nie Ablöse vor Mietvertrags-Klärung zahlen Fallstrick #1: Mietvertrag kann bereits gekündigt sein
BWA zeigt nicht die ganze Wahrheit Schwarzgeld-Lücke, aufgeschobene Investitionen, verdeckte Familienarbeit
Marketing ab Tag 1 entscheidet Die Stammgäste des Vorgängers sind nicht automatisch deine

Restaurant übernehmen statt neu gründen: Wann es sich wirklich lohnt

Ein eigenes Restaurant von Grund auf aufzubauen kostet zwischen 80.000 und 250.000 Euro — je nach Größe, Standort und Ausstattungsniveau. Dazu kommen 6 bis 12 Monate bis zur Eröffnung. Umbau, Genehmigungen, Lieferantensuche, Personalaufbau. Alles von null.

Ein bestehendes Restaurant zu übernehmen kann günstiger sein. Kann.

Denn die Rechnung geht nur auf wenn der Betrieb solide ist. Wenn die Küche funktioniert, der Mietvertrag steht, das Personal hält und der Vorbesitzer aus guten Gründen verkauft. In diesen Fällen sparst du Zeit, Geld und Nerven.

Aber die Realität sieht oft anders aus.

Seit 2020 haben über 48.000 Gastronomiebetriebe in Deutschland geschlossen. 2025 war das Gastgewerbe die Branche mit der zweithöchsten Insolvenzrate Deutschlands: 108 Insolvenzen je 10.000 Betriebe. Viele der Betriebe die gerade zum Verkauf stehen kommen nicht aus einer Position der Stärke.

Die Nachfolge-Lücke hat sich laut DIHK seit 2019 fast verdoppelt. Mehr als 25 Prozent der Alt-Inhaber denken lieber an Schließung als an die Suche nach einem Nachfolger. In ländlichen Regionen finden Betriebe oft schlicht niemanden — weil die Kundenmenge nicht reicht und der Investitionsrückstau abschreckt.

Das bedeutet für dich: Du hast eine echte Auswahl. Du hast Verhandlungsmacht. Aber du brauchst einen klaren Filter.

Denn ein Restaurant zu übernehmen ist keine Abkürzung zur Selbstständigkeit. Es ist eine Investitionsentscheidung. Du kaufst nicht ein Restaurant. Du kaufst ein Geschäftsmodell — oder die Abwesenheit eines.

Was du jetzt tun kannst: Bevor du einen Besichtigungstermin machst, beantworte diese drei Fragen: Warum steht der Betrieb zum Verkauf? Wie lange haben die letzten Betreiber jeweils durchgehalten? Und: Passt der Standort zu dem Konzept das du dir vorstellst? Wenn eine der drei Antworten dich zögern lässt — prüfe weiter bevor du fährst.


Die wichtigste Frage vor jeder Restaurantübernahme: Warum verkauft er wirklich?

In 23 Jahren habe ich eines gelernt: Der angegebene Verkaufsgrund ist fast nie der echte.

Das ist keine Unterstellung. Es ist menschlich. Wer seinen Betrieb verkauft, will ihn gut dastehen lassen — genau wie bei einem Gebrauchtwagen. Aber bei einem Restaurant geht es nicht um einen Kratzer am Lack. Es geht um dein Geld, deine nächsten Jahre und möglicherweise um alles was du hast.

Es gibt nur drei ehrliche Gründe warum jemand ein Restaurant abgibt:

Grund 1: Persönliche Umstände. Ruhestand, Gesundheit, Familienveränderung. Der Betrieb kann trotzdem gut laufen. Geringeres Risiko — aber kein Freifahrtschein. Vollständige Prüfung bleibt Pflicht.

Grund 2: Strategische Neuausrichtung. Anderes Konzept, andere Stadt, andere Branche. Neutral. Der Betrieb kann gut sein oder schlecht. Hier entscheidet die Due-Diligence.

Grund 3: Probleme. Finanzielle Schwierigkeiten, Kundenverlust, Wettbewerb, schlechter Ruf, Ärger mit dem Vermieter, Personaldesaster. Das ist der häufigste Grund. Und er wird am wenigsten zugegeben.

Niemand sagt: "Ich verkaufe weil ich Geld verliere." Was du hörst ist: "Ich will kürzertreten." Was dahintersteckt erfährst du nur wenn du die richtigen Leute fragst — und das ist nicht der Verkäufer.

Die Investigativ-Methode — 5 Quellen die mehr sagen als jede Verkäuferaussage:

  1. Nachbarn befragen. Geh in die umliegenden Geschäfte und frag wie der Laden läuft. Nachbarn sehen wer rein- und rausgeht.
  2. Stammgäste identifizieren. Setz dich zwei- bis dreimal als Gast rein. Beobachte. Sprich mit anderen Gästen. Wie voll ist es? Wie ist die Stimmung?
  3. Google-Bewertungen chronologisch lesen. Nicht den Durchschnitt — den Verlauf. Wann kippte die Stimmung? Was sind die wiederkehrenden Kritikpunkte?
  4. Den Vermieter direkt anrufen. Nicht über den Verkäufer. Direkt. Frag nach Zahlungsmoral, Vertragsstatus, Nachbarschaftsproblemen.
  5. Lieferanten befragen. "Wie war die Zahlungsmoral in den letzten 12 Monaten?" — die Antwort sagt mehr als jede BWA.

Noch eine Warnung: Wenn die letzten drei Betreiber jeweils nur ein bis zwei Jahre durchgehalten haben, ist das kein Pech. Das ist ein Standortproblem. Oder ein Vermieterproblem. Und beides kaufst du mit.

Was du jetzt tun kannst: Bevor du ein Erstgespräch mit dem Verkäufer führst — investiere 30 Minuten in die Google-Recherche. Lies die letzten 50 Bewertungen chronologisch. Prüfe wie oft der Betrieb in den letzten Jahren den Besitzer gewechselt hat. Diese 30 Minuten können dir fünfstellige Beträge sparen.


Was BWA und GuV zeigen — und was sie verschleiern

Jeder Verkäufer wird dir Zahlen zeigen. Die Frage ist nicht ob er dir eine BWA gibt. Die Frage ist ob du verstehst was sie nicht zeigt.

Diese Dokumente verlangst du — nicht verhandelbar:

  • BWA der letzten 3 bis 5 Jahre — monatlich aufgeschlüsselt, nicht nur Jahreszusammenfassung
  • Gewinn- und Verlustrechnung der letzten 3 bis 5 Jahre
  • Aktuelle Liquiditätsübersicht und Kontoauszüge
  • Alle laufenden Verträge: Lieferanten, Brauerei, Software, Leasing
  • Offene Forderungen und Verbindlichkeiten
  • Steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Finanzamt
  • Ergebnis und Zeitpunkt der letzten Betriebsprüfung

Wenn der Verkäufer bei einem dieser Punkte zögert, ist das dein stärkstes Warnsignal.

Aber selbst wenn er alles liefert: Die Zahlen zeigen eine Version der Realität. Nicht zwingend deine zukünftige Realität. Hier sind die sechs blinden Flecken die ich in 23 Jahren immer wieder erlebt habe:

Blinder Fleck 1: Aufgeschobene Investitionen.
Die Kühlanlage ist 15 Jahre alt. Die Lüftung zieht kaum noch. Die Spülmaschine macht Geräusche die kein gutes Zeichen sind. Diese Kosten tauchen in keiner BWA auf — aber sie kommen. Meistens in den ersten 6 Monaten nach der Übernahme. Rechne mit 15.000 bis 40.000 Euro für aufgeschobene Investitionen in einem durchschnittlichen Restaurant.

Blinder Fleck 2: Die Schwarzgeld-Lücke.
Das ist der Punkt über den niemand redet — und der bei Übernahmen den größten Schaden anrichtet. Branchenschätzungen gehen davon aus dass in bargeldintensiven Gastronomiebetrieben bis zu 30 Prozent der Umsätze nicht vollständig steuerlich erfasst werden. Wenn der Vorbesitzer mit einem gewissen Anteil Bareinnahmen kalkuliert hat die an der Kasse vorbeigehen — dann zeigt die BWA einen Umsatz der für dich als legaler Betreiber schlicht nicht existieren wird.

Du übernimmst den Betrieb. Du führst ihn sauber. Und plötzlich fehlen 20 bis 30 Prozent des Umsatzes den du erwartet hast. Nicht weil du schlecht wirtschaftest — sondern weil die BWA eine Realität zeigt die es für dich nicht geben wird.

Seit der TSE-Pflicht 2023 und der Kassenmeldepflicht mit Frist zum 31. Juli 2025 sind manipulierte Kassensysteme ein Prüfungsschwerpunkt der Finanzämter. Ein atypisches Verhältnis zwischen Speisen- und Getränkeumsatz — die Norm liegt bei etwa 70 zu 30 — ist ein Warnsignal das auch du prüfen kannst.

Blinder Fleck 3: Saisonale Abhängigkeiten.
Ein Biergarten-Restaurant das im Jahresdurchschnitt 35.000 Euro Monatsumsatz zeigt klingt solide. Aber wenn 60 Prozent davon in fünf Sommermonaten entstehen, machst du im November bis Februar Verlust. Jahreszahlen glätten die Realität. Verlange immer monatliche BWAs.

Blinder Fleck 4: Persönliche Entnahmen.
Viele Inhaber-geführte Restaurants zahlen dem Chef kein reguläres Gehalt. Der Gewinn ist das Gehalt. Aber in der BWA sieht das aus wie Profit. Wenn du einen Geschäftsführer einstellen musst — oder dir selbst ein marktübliches Gehalt zahlst — schrumpft der reale Gewinn um 4.000 bis 6.000 Euro pro Monat.

Blinder Fleck 5: Verdeckte Familienarbeit.
Eine Studie zeigt: In 64 Prozent der migrantisch geführten Gastronomiebetriebe arbeitet mindestens ein Familienangehöriger mit. Oft unbezahlt oder weit unter Marktniveau. Diese Arbeitskraft ist real — aber sie taucht nicht in den Personalkosten auf. Wenn du sie als Nachfolger einkaufen musst, bei einem Mindestlohn von 13,90 Euro und effektiven Arbeitgeberkosten von über 17 Euro pro Stunde, verändern sich die Zahlen dramatisch.

Blinder Fleck 6: Steuerliche Altlasten.
Verlange die steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. Liegt die letzte Betriebsprüfung mehr als 5 Jahre zurück, steigt das Risiko dass Nachforderungen des Finanzamts noch kommen. Je nach Übernahmestruktur können diese Altlasten an dir hängenbleiben.

Es gibt 3 Positionen in BWA und GuV die Gastronomen bei einer Übernahme systematisch falsch einschätzen. Du kannst sie in 30 Minuten aufdecken — ohne Steuerberater zu sein. Diese Methode behandle ich regelmäßig im Newsletter — weil sie ohne den richtigen Kontext auch kontraproduktiv sein kann.

Was du jetzt tun kannst: Prüfe zuerst diese drei Kennzahlen: Personalkosten in Prozent vom Umsatz (sollte unter 40 Prozent liegen), Wareneinsatz (zwischen 28 und 35 Prozent) und den realen Gewinn nach einem kalkulatorischen Inhabergehalt von mindestens 4.000 Euro brutto. Wenn nach diesen drei Abzügen nichts mehr übrig bleibt — ist der Betrieb in der aktuellen Form nicht profitabel.

Du merkst: Die Prüfung eines Gastronomiebetriebs hat mehr blinde Flecken als die meisten denken. Ich habe eine Checkliste zusammengestellt — 41 Fragen die du vor der Unterschrift beantwortet haben musst. Finanzcheck, Mietvertrag, Personal, Reputation, Ablöse, Genehmigungen, Lieferverträge. Komplett ausfüllbar. [Checkliste kostenlos herunterladen]


§613a BGB: Warum du das Personal übernimmst — ob du willst oder nicht

Dieser Paragraph überrascht fast jeden Gastronomen der zum ersten Mal ein Restaurant übernehmen will. Und er kann die gesamte Kalkulation kippen.

Bei einem Betriebsübergang — also wenn du einen laufenden Betrieb als Ganzes übernimmst — gehen sämtliche Arbeitsverhältnisse automatisch auf dich über. So steht es in §613a Absatz 1 BGB. Das bedeutet:

  • Du übernimmst jeden einzelnen Mitarbeiter. Kein Aussuchen, kein Rosinenpicken.
  • Alle bestehenden Verträge gelten weiter — Gehalt, Urlaubstage, Zusatzvereinbarungen, Sonderzahlungen.
  • Kündigungen die wegen der Übernahme selbst ausgesprochen werden sind unwirksam (§613a Abs. 4 BGB).
  • Die Mitarbeiter haben ein Widerspruchsrecht und können innerhalb eines Monats nach schriftlicher Unterrichtung der Übernahme widersprechen.

In der Praxis heißt das: Wenn das Team des Vorgängers demotiviert ist, untereinander zerstritten oder fachlich nicht auf dem Niveau das du brauchst — kaufst du dieses Problem mit. Du kannst nicht am Tag nach der Übernahme aufräumen. Du bist an die bestehenden Arbeitsverträge gebunden.

Es gibt noch eine zweite Falle die kaum jemand kennt: Die Firmennamen-Haftung. Wenn du die Gaststätte unter dem bisherigen Namen weiterführst, haftest du nach §25 HGB zusätzlich für alle sonstigen Verbindlichkeiten des Vorgängers. Nicht nur für die Arbeitsverträge — für alle Schulden.

Das ist kein Grund eine Übernahme nicht zu machen. Aber es ist ein Grund das Team vorher genau anzuschauen. Sprich vor der Unterschrift mit jedem Mitarbeiter einzeln. Nicht als Verhör — als Kennenlernen. Finde heraus wer bleiben will und wer nur noch da ist weil er nichts anderes hat.

Wichtiger Hinweis: Die konkreten arbeitsrechtlichen Details — insbesondere bei größeren Teams, Betriebsräten oder komplizierten Vertragssituationen — klärst du mit einem auf Gastronomie spezialisierten Fachanwalt. Was ich hier beschreibe kommt aus 23 Jahren Erfahrung mit Gastronomen in dieser Situation — nicht aus einer Anwaltskanzlei.

Was du jetzt tun kannst: Fordere vor der Übernahme eine vollständige Personalübersicht an: Wer ist angestellt, seit wann, zu welchen Konditionen, welche Zusatzvereinbarungen gibt es? Berechne die tatsächlichen Personalkosten inklusive Sozialabgaben. Und frage dich ehrlich: Würdest du dieses Team so einstellen wenn du bei null anfangen würdest?


Mietvertrag zuerst — niemals Ablöse vorher zahlen

Erinnerst du dich an den Gastronomen aus Düsseldorf am Anfang dieses Artikels? Fünfstellige Anzahlung. Vermieter weiß von nichts. Mietvertrag seit Monaten gekündigt. Geld weg.

Das passiert nicht weil Menschen dumm sind. Es passiert weil sie in der falschen Reihenfolge vorgehen. Die Begeisterung für das Objekt überholt die Sorgfalt. Und der Verkäufer drängt — verständlicherweise.

Die Regel ist einfach: Kein Euro Ablöse bevor der Mietvertrag wasserdicht ist.

Und "wasserdicht" heißt nicht dass der Verkäufer dir sagt "der Vertrag läuft noch." Es heißt dass du direkt mit dem Vermieter oder Verpächter sprichst. Nicht über den Verkäufer. Direkt.

Diese 7 Punkte klärst du mit dem Vermieter persönlich:

  1. Vertragsstatus: Ist der Miet- oder Pachtvertrag noch gültig und ungekündigt?
  2. Rückstände: Bestehen Miet- oder Nebenkostenrückstände?
  3. Übernahme-Bedingungen: Kannst du den Vertrag übernehmen — und zu welchen Konditionen?
  4. Laufzeit: Wie lang ist die Restlaufzeit? Gibt es Verlängerungsoptionen? Für eine Amortisation deiner Investition brauchst du mindestens 5 bis 10 Jahre.
  5. Sondervereinbarungen: Brauereibindung? Konkurrenzschutz? Nutzungseinschränkungen?
  6. Investitionsschutz: Was passiert mit deinen Umbauten wenn der Vertrag endet? Gibt es eine Investitionsschutzklausel?
  7. Mietkauf: Gibt es ein Vorkaufsrecht oder eine Mietkauf-Option?

Ein Punkt der oft vergessen wird: Die Mietkonditionen für den Nachfolger müssen nicht die gleichen sein wie für den Vorbesitzer. Manche Vermieter nutzen den Wechsel um die Miete deutlich zu erhöhen. Kläre das bevor du mit dem Verkäufer über Ablöse sprichst — denn eine höhere Miete verändert die gesamte Kalkulation.

Was du jetzt tun kannst: Ruf den Vermieter an. Heute. Bevor du eine weitere Minute mit dem Verkäufer verhandelst. Ein einziger Anruf kann dir fünfstellige Beträge sparen — oder dir zeigen dass das Objekt gar nicht verfügbar ist.


Standort und Reputation: Was du wirklich kaufst

Conrad Hilton wurde einmal gefragt was die drei wichtigsten Faktoren im Hotelgeschäft sind. Seine Antwort: "Lage, Lage, Lage."

Für Restaurants gilt das noch stärker. Denn ein Hotel bucht man vorab. Ein Restaurant betritt man spontan — oder man fährt gezielt hin. Beides erfordert dass der Standort stimmt.

Wenn der Standort das Problem ist löst keine Übernahme es. Kein neues Konzept, kein besserer Koch, kein Marketing-Budget. Ein Restaurant an einer Straße ohne Laufkundschaft, ohne Parkplätze und ohne erkennbaren Grund dort hinzufahren bleibt ein Restaurant an der falschen Stelle.

Standort-Check — diese 4 Faktoren prüfst du vor Ort:

  1. Sichtbarkeit: Sieht man das Restaurant im Vorbeifahren? Gibt es Beschilderung? Schaufenster?
  2. Erreichbarkeit: Parkplätze? ÖPNV? Fußgängerzone?
  3. Wettbewerb: Wie viele Gastronomiebetriebe gibt es im Umkreis von 500 Metern? Was für welche?
  4. Zielgruppe: Büros für den Mittagstisch? Wohngebiete für das Abendgeschäft? Tourismus?

Aber der Standort ist nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte ist der Ruf.

Reputations-Forensik — du erbst den Ruf des Vorgängers:

Google-Bewertungen sind nicht nur eine Zahl. Sie sind eine Geschichte. Und du musst diese Geschichte chronologisch lesen — nicht als Durchschnitt.

Geh auf das Google-Profil des Restaurants. Sortiere die Bewertungen nach Datum. Und lies die letzten 12 bis 24 Monate. Was du suchst:

  • Wann kippte die Stimmung? Gab es einen klaren Wendepunkt?
  • Was sind die wiederkehrenden Kritikpunkte? Service? Essen? Wartezeiten? Sauberkeit?
  • Strukturell oder operativ? Das ist die entscheidende Unterscheidung.

Strukturelle Probleme — falsches Konzept für den Standort, falsche Zielgruppe, fehlende Laufkundschaft — kaufst du mit. Die ändern sich nicht durch einen Besitzerwechsel.

Operative Probleme — schlechter Service, unmotiviertes Personal, nachlassende Küchenqualität — sind änderbar. Mit Aufwand und Zeit, aber änderbar.

Die Branchenweisheit dazu: "Du fängst nicht bei null an. Du fängst bei minus 50 an." Jede schlechte Bewertung des Vorgängers ist jetzt dein Startpunkt. Die gute Nachricht: Was möglich ist wenn du einen Betrieb mit schlechtem Ruf übernimmst und was in den ersten 14 Tagen die entscheidende Maßnahme ist — das behandle ich regelmäßig im Newsletter. Es gibt einen spezifischen Ansatz der funktioniert. Aber er funktioniert nur in den ersten zwei Wochen.

Zur Einordnung: 80,2 Prozent der Gastro-Neugründungen überleben das erste Jahr. Klingt gut. Aber nach fünf Jahren sind nur noch 36 Prozent aktiv. Eine Übernahme schützt nicht automatisch vor diesen Zahlen — besonders nicht wenn du die strukturellen Probleme des Vorgängers erbst.

Was du jetzt tun kannst: Investiere 10 Minuten in die Google-Maps-Analyse. Lies die letzten 50 Bewertungen. Notiere die drei häufigsten Kritikpunkte. Entscheide: Sind sie strukturell oder operativ? Diese 10 Minuten zeigen dir mehr als jede BWA über den wahren Zustand des Betriebs.


Ablöse und Kaufpreis: Was ist fair — und wie verhandelst du?

Jetzt reden wir über Geld. Und über den Bereich in dem die meisten Gastronomen bei einer Übernahme die teuersten Fehler machen.

Die Ablöse für ein Restaurant setzt sich aus drei Komponenten zusammen. Jede einzelne muss getrennt bewertet werden.

Komponente 1: Inventar (Zeitwert)

Alles was physisch im Restaurant steht: Küchengeräte, Möbel, Geschirr, Kassensystem, Dekoration, Vorräte. Der Wert ist nicht was der Verkäufer dafür bezahlt hat — sondern was es heute bei vergleichbarem Alter und Zustand wert ist.

Faustregel: Gastronomiegeräte verlieren in den ersten 3 Jahren etwa 40 bis 50 Prozent ihres Neuwerts. Nach 7 bis 10 Jahren liegt der Zeitwert bei 10 bis 20 Prozent. Ein "voll ausgestattetes Restaurant" klingt nach viel — ist in Zahlen oft 15.000 bis 40.000 Euro wert. Nicht 80.000.

Lass im Zweifel einen Sachverständigen schätzen. Die Kosten dafür — 500 bis 1.500 Euro — sind die beste Investition im gesamten Übernahmeprozess.

Komponente 2: Goodwill (Geschäftswert)

Das ist der umstrittenste Posten. Goodwill bedeutet: Was ist der Name, der Kundenstamm, die Bekanntheit des Restaurants wert?

Meine Antwort nach 23 Jahren: Nur zahlen wenn er durch Zahlen belegt ist. Nicht durch Gefühle, nicht durch Erzählungen, nicht durch "wir waren immer gut besucht."

Belege für Goodwill sind:
- Eine dokumentierte Gästedatenbank mit aktiven Kontakten
- Konstant positive Bewertungen über mehrere Jahre
- Nachweisbarer, stabiler oder steigender Umsatz
- Wiederkehrende Events, Firmenkunden, Stammtische mit belegbaren Buchungen

Wenn nichts davon vorhanden ist: Der Goodwill ist null. Dann zahlst du für einen Namen den Google in drei Monaten vergessen hat.

Faustregel für nachgewiesenen Goodwill: 1 bis 3 Jahresgewinne — aber nur den nachgewiesenen, legalen, um kalkulatorisches Inhabergehalt bereinigten Gewinn.

Komponente 3: Konzession und Zulassung

Die Gaststättenerlaubnis des Vorgängers ist nicht automatisch deine. Du brauchst eine eigene Konzession. Die Behörde kann eine vorläufige Erlaubnis für drei Monate erteilen — aber du musst sie beantragen. In Baden-Württemberg gilt seit dem 1. Januar 2026 nur noch eine Anzeigepflicht. In Bayern, Berlin, Hamburg und den meisten anderen Bundesländern brauchst du weiterhin eine Erlaubnispflicht.

Die Konzession selbst hat keinen monetären Wert den du dem Verkäufer zahlen musst.

Die Verhandlungstaktik — nutze den Käufermarkt:

Erinnerst du dich an die DIHK-Zahlen? 3 zu 1. Drei Betriebe suchen einen Nachfolger für jeden Interessenten. Das ist deine Verhandlungsposition.

Konkret:

  • Jeder Mangel den du in der Due-Diligence aufdeckst ist ein Preisargument. Aufgeschobene Investitionen bezifferst du in Euro und ziehst sie von der Ablöse ab.
  • Ratenzahlung statt Einmalzahlung. Koppele die Zahlungen an Meilensteine: bestätigter Mietvertrag, Inventarliste stimmt, keine Altlasten in den ersten 3 Monaten aufgetaucht.
  • Sicherheitseinbehalt vereinbaren: 10 bis 20 Prozent der Ablöse hältst du 6 Monate zurück — für den Fall dass versteckte Verbindlichkeiten auftauchen.

Wie du durch das Aufdecken von Problemen in der Due-Diligence den Ablösepreis systematisch drückst — und welche zwei Positionen am häufigsten überteuert angesetzt werden — erarbeite ich individuell mit Klienten vor Vertragsunterzeichnung. Das ist zu situationsabhängig für einen allgemeinen Artikel.

Was du jetzt tun kannst: Erstelle eine Tabelle mit drei Spalten: Inventar (Zeitwert geschätzt), Goodwill (nur mit Belegen), zusätzlich nötige Investitionen in den ersten 6 Monaten. Die Differenz zwischen der geforderten Ablöse und deiner Berechnung ist dein Verhandlungsspielraum.

Jeder dieser 41 Punkte kann dich vor einem teuren Fehler bewahren. Die Checkliste ist kostenlos — weil der Fehler ohne sie es nicht ist. [41-Punkte-Checkliste holen]


Genehmigungen, Verträge und die ersten 90 Tage

Du hast geprüft, verhandelt, unterschrieben. Jetzt beginnt die Phase in der aus Papier Realität wird. Und hier scheitern überraschend viele Übernahmen — nicht an großen Katastrophen, sondern an unerledigten Kleinigkeiten die sich aufstauen.

Genehmigungen — was du brauchst:

  • Gaststättenerlaubnis (Konzession): Auch bei Übernahme brauchst du eine eigene. Vorläufige Erlaubnis für drei Monate möglich — sofort beantragen, nicht warten.
  • Gewerbeanmeldung: Innerhalb einer Woche nach Übernahme beim Gewerbeamt.
  • Hygienekonzept: Muss bei Übernahme erneuert oder bestätigt werden. Das Veterinäramt prüft.
  • HACCP-Dokumentation: Fortführen oder neu aufsetzen — lückenlose Dokumentation ist Pflicht.
  • Kassensystem: TSE-zertifiziert? Bei der Finanzverwaltung gemeldet? Wenn nicht: sofort nachrüsten.

Verträge — die vollständige Inventur:

Erstelle eine Übersicht aller laufenden Verträge die du übernimmst. Für jeden Vertrag: Was kostet er pro Monat, wann läuft er aus, welche Kündigungsfrist gilt?

Die häufigsten versteckten Kostenblöcke:

  • Brauereibindung: Abnahmeverpflichtung für einen Bierhersteller. Läuft bei Übernahme mit. Kann 5 bis 15 Jahre betragen. Wenn du ein anderes Bier führen willst — Problem.
  • Leasing-Verträge: Kaffeemaschine, Küchengeräte, Kassensystem. Werden übertragen. Restlaufzeiten können Jahre betragen.
  • Software-Abonnements: Buchungssysteme, Warenwirtschaft, Lieferdienst-Anbindungen. Oft Verträge mit Mindestlaufzeit.

Addiere die monatliche Gesamtbelastung aus allen übernommenen Verträgen. Diese Zahl ist Teil deiner Fixkosten — und sie ist oft höher als erwartet.

Die ersten 90 Tage nach einer Übernahme unterscheiden sich fundamental von dem was danach kommt. Es gibt eine Reihenfolge von fünf Maßnahmen die in dieser Phase entscheidend sind — welche das sind und warum die Reihenfolge wichtiger ist als die Maßnahmen selbst, behandle ich regelmäßig im Newsletter.

Was du jetzt tun kannst: Fordere vom Verkäufer eine vollständige Vertragsliste an. Jeder Vertrag: Partner, Laufzeit, Kündigungsfrist, monatliche Kosten. Kein Vertrag darf fehlen. Wenn der Verkäufer "nicht alle griffbereit hat" — das ist ein Warnsignal.


Warum Marketing ab Tag 1 über den Erfolg deiner Übernahme entscheidet

Hier kommt der Punkt den kein Checklisten-Artikel behandelt. Und der in meiner Erfahrung über mehr Übernahmen entscheidet als der Preis, der Standort oder das Personal.

Die Stammgäste des Vorgängers sind nicht automatisch deine.

Das klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Viele Gastronomen die ein Restaurant übernehmen gehen davon aus dass die Gäste weiterhin kommen. Schließlich ist das Restaurant ja noch da. Gleicher Ort, ähnliches Konzept, offene Tür.

Aber Stammgäste haben eine Beziehung zum Gastgeber. Nicht zum Gebäude. Wenn der alte Wirt geht, geht die Bindung mit. Was bleibt ist ein leerer Stuhl mit einer Gewohnheit die gerade unterbrochen wurde.

Es gibt einen spezifischen Mechanismus wie du die Stammgäste des Vorgängers in den ersten Wochen an dich bindest — oder sie für immer verlierst. Das ist zu individuell für einen allgemeinen Artikel und erarbeite ich mit Klienten im Coaching.

Die 4 Wachstumsfaktoren als Übernahme-Filter:

Bevor du unterschreibst, stell dem Verkäufer vier Fragen. Die Antworten sagen dir mehr über den Wert des Betriebs als die BWA:

1. "Wie gewinnt ihr neue Gäste?"
Wenn die Antwort "Mundpropaganda" oder "Google" ist — ohne konkretes System dahinter — gibt es kein aktives Marketing. Der Betrieb läuft auf Zufall. Zufall ist kein Geschäftsmodell. Und Zufall hat keinen Goodwill-Wert.

2. "Was gibt ein durchschnittlicher Gast pro Besuch aus?"
Wenn der Verkäufer die Zahl nicht kennt hat er keinen Überblick über seine Speisekarten-Kalkulation. Dann weißt du auch: Die Speisekarte braucht eine Überarbeitung — das ist eine Sofort-Investition nach der Übernahme.

3. "Habt ihr eine Gästedatenbank?"
Das ist die wichtigste Frage. Eine Gästedatenbank — E-Mail-Adressen, Geburtstage, Besuchshäufigkeit — ist das wertvollste unsichtbare Asset eines Restaurants. Meine Klienten die ihre Datenbank richtig aufgebaut haben konnten damit Corona-Gutscheine für 17.500 Euro verkaufen — bei geschlossenem Restaurant.

Wenn der Verkäufer keine Datenbank hat: Es gibt keinen systematischen Weg die bestehenden Gäste zu erreichen. Der Goodwill existiert nur im Kopf des Verkäufers — nicht in einem System.

4. "Was tut ihr um Gäste zum Wiederkommen zu bringen?"
Geburtstagsaktionen? Stammgast-Systeme? Regelmäßige Mailings? Wenn nichts davon existiert übernimmst du einen Betrieb ohne Wiederkehr-Mechanismus. Jeder Gast muss jedes Mal neu gewonnen werden. Das ist der teuerste Weg ein Restaurant zu führen.

Wenn keiner der vier Faktoren systematisch bearbeitet wird: Du übernimmst einen Betrieb der auf Zufall läuft. Das kann sich ändern — aber du zahlst Ablöse für weniger als du denkst.

Eine meiner Klientinnen übernahm einen Betrieb ohne System. Das Restaurant hatte keinen schlechten Standort, aber auch kein Marketing. Keine Datenbank, keine Aktionen, keine Struktur. Ihre erste Kampagne kostete 17,30 Euro. Der direkte Umsatz daraus: rund 4.750 Euro.

Das System macht den Unterschied. Nicht der Standort, nicht die Küche, nicht das Glück. Das System.

Meine Klienten setzen nach einer Übernahme gezielt Kampagnen ein — wie die Geburtstagsmaschine oder die Vermiss-dich-Kampagne. Diese Systeme laufen innerhalb von Wochen und bringen planbar 25.000 Euro und mehr Jahres-Mehrwert. Einzeln. Pro Kampagne.

Was du jetzt tun kannst: Frag den Verkäufer nach der Gästedatenbank. Nicht nebenbei — als ernste Frage. Die Antwort sagt dir mehr über den wahren Wert des Betriebs als jede Zahl in der BWA. Wenn er keine hat, weißt du: Der Aufbau eines Marketing-Systems ist deine erste Investition nach der Übernahme. Und genau dafür brauchst du einen Plan.


Häufige Fragen zum Restaurant übernehmen

Was kostet es ein Restaurant zu übernehmen?
Die Spanne ist enorm: Von 10.000 Euro für ein kleines Lokal mit abgewirtschaftetem Inventar bis zu 300.000 Euro und mehr für ein etabliertes Restaurant in Toplage. Die typische Ablöse liegt zwischen 30.000 und 100.000 Euro. Dazu kommen Umbaukosten, Warenlager, Marketing-Investition und eine Liquiditätsreserve für mindestens 3 bis 6 Monate. Plane insgesamt mit dem 1,5- bis 2-fachen der reinen Ablöse. Details zu allen Kostenpositionen findest du im Artikel Restaurant eröffnen: Kosten.

Welche Genehmigungen brauche ich für eine Restaurantübernahme?
Du brauchst eine eigene Gaststättenerlaubnis (Konzession), eine Gewerbeanmeldung, ein aktuelles Gesundheitszeugnis und ein genehmigtes Hygienekonzept. In Baden-Württemberg reicht seit 2026 eine Anzeige. In Bayern, Berlin und den meisten anderen Bundesländern brauchst du eine Erlaubnis. Die Behörde kann eine vorläufige Genehmigung für 3 Monate erteilen. Für den Gewerbe-Anmeldungsprozess haben wir einen eigenen Artikel.

Muss ich das Personal des Vorgängers übernehmen?
Ja — bei einem Betriebsübergang nach §613a BGB übernimmst du automatisch alle bestehenden Arbeitsverhältnisse. Kündigungen wegen der Übernahme sind unwirksam. Die Mitarbeiter können innerhalb eines Monats widersprechen. Konkrete Fragen klärst du mit einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Wie berechne ich eine faire Ablöse für ein Restaurant?
Addiere den Zeitwert des Inventars plus nachgewiesenen Goodwill (1 bis 3 Jahresgewinne, nur mit Belegen) minus aufgeschobene Investitionen. Ziehe alle Mängel die du in der Due-Diligence aufdeckst vom Preis ab. Im Zweifel einen Sachverständigen für die Inventarbewertung hinzuziehen.

Was ist der Unterschied zwischen Restaurant kaufen und pachten?
Beim Kauf erwirbst du Inventar und Geschäftswert — die Immobilie gehört weiter dem Vermieter (Pacht). Beim reinen Pachten zahlst du monatliche Pacht ohne Ablöse. Die meisten Übernahmen sind eine Kombination: Ablöse für Inventar und Goodwill plus laufender Pachtvertrag für die Räumlichkeit.

Kann ich den Namen des Restaurants nach der Übernahme ändern?
Ja — und in vielen Fällen ist das sinnvoll. Beachte: Wer unter dem bisherigen Namen weiterführt haftet nach §25 HGB für Altschulden des Vorgängers. Ein Namenswechsel signalisiert zudem Neuanfang und kann bei schlechter Reputation helfen. Nachteil: Du verlierst bestehende Bekanntheit und Google-Bewertungen.

Wie finanziere ich eine Restaurantübernahme?
Neben Eigenkapital gibt es mehrere Fördermöglichkeiten: KfW-Förderkredite (ERP-Gründerkredit bis 200.000 Euro), BAFA-Beratungszuschüsse für die Übernahmeplanung, Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit und Landesförderungen. Alle Details im Artikel Förderung Gastronomie. Wichtig: Förderantrag immer vor Beginn der Maßnahme stellen.

Welche Dokumente muss mir der Verkäufer zeigen?
BWA und GuV der letzten 3 bis 5 Jahre (monatlich), Liquiditätsübersicht, alle laufenden Verträge, offene Verbindlichkeiten, steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung und das Ergebnis der letzten Betriebsprüfung. Wer bei einem dieser Punkte zögert, hat etwas zu verbergen.

Was passiert mit den Google-Bewertungen des Vorgängers?
Die Bewertungen bleiben an dem Google-Unternehmensprofil hängen — nicht am Besitzer. Wenn du das Profil übernimmst, erbst du alle Bewertungen. Bei einem kompletten Rebranding kannst du ein neues Profil erstellen, verlierst dann aber alle bestehenden Bewertungen und Rankings. Die bessere Strategie: Profil übernehmen und mit gezielt guten neuen Bewertungen die alten verdrängen. Mehr dazu im Artikel Google My Business für Restaurants.

Lohnt sich eine Übernahme in der aktuellen Marktlage 2026?
Ja — wenn du es richtig machst. Die MwSt-Senkung auf 7 Prozent seit Januar 2026 verschafft Luft. Der Käufermarkt (3:1 laut DIHK) gibt dir Verhandlungsmacht. Aber die Grundvoraussetzungen müssen stimmen: solider Standort, klarer Mietvertrag, beherrschbare Personalkosten und ein Marketing-System das du ab Tag 1 aufbaust. Eine Übernahme ohne klare Strategie zur Umsatzsteigerung ist auch 2026 ein Risiko.


Dein nächster Schritt

Nicht jede Übernahme lohnt sich. Manchmal ist der beste Deal der den du nicht machst.

Aber wenn die Grundlagen stimmen — wenn der Standort passt, der Mietvertrag steht, die Zahlen nach deiner eigenen Prüfung funktionieren und du ein klares Konzept hast — dann ist die Übernahme eines bestehenden Restaurants die klügste Gründungsform die es gibt.

Du sparst Monate an Aufbauzeit. Du bekommst eine Infrastruktur die funktioniert. Und du startest mit einem Betrieb der morgen Gäste empfangen kann — nicht in einem Rohbau.

Die fünf Punkte die du mitnimmst:

  1. Frag warum — der echte Verkaufsgrund entscheidet ob du weiterprüfst oder gehst
  2. Prüfe die Zahlen mit gesundem Misstrauen — BWA zeigt die Vergangenheit des Verkäufers, nicht deine Zukunft
  3. Mietvertrag vor Ablöse — niemals einen Euro zahlen bevor du mit dem Vermieter gesprochen hast
  4. Personal ist Pflicht — §613a bedeutet du übernimmst das Team ob du willst oder nicht
  5. Marketing ab Tag 1 — die Stammgäste des Vorgängers werden nicht von allein deine

Ein Restaurant zu übernehmen ist keine Mutprobe. Es ist eine Investitionsentscheidung — die beste die du treffen kannst, wenn du sie mit dem gleichen Respekt angehst den du deinem Geld schuldig bist.

Stell dir vor du sitzt in deinem Restaurant. Alles geprüft. Mietvertrag gesichert. Team an Bord. Marketing-System steht. Die Gäste kommen nicht weil der Vorgänger gut war — sondern weil du es bist.

Du hast ein konkretes Übernahme-Projekt? In einem kostenlosen Strategiegespräch schauen wir gemeinsam auf deine Situation — Zahlen, Standort, Potenzial. Nicht irgendwann. Vor der Unterschrift.

Die beste Zeit ein Restaurant zu übernehmen ist wenn du weißt was du tust. Diese Zeit ist jetzt.

Weiterführende Artikel:
- Restaurant eröffnen: Alle Kosten im Überblick
- 10 Gründe warum Restaurants im ersten Jahr scheitern
- Gastronomie Insolvenz verhindern
- Businessplan Gastronomie
- Umsatz steigern in der Gastronomie
- Förderung Gastronomie: KfW, BAFA und mehr


MEDIEN-AUSGABE

SEO-Daten:

  • SEO-Title: Restaurant übernehmen: Checkliste bevor du kaufst [2026]
  • Meta-Description: Restaurant übernehmen: Due-Diligence-Checkliste — Mietvertrag, BWA-Fallen, §613a Personal, Ablöse verhandeln. 23 Jahre Praxis. Die Fragen vor der Unterschrift.
  • Slug: /blog/restaurant-uebernehmen

[Stil: warm restaurant atmosphere, authentic, editorial photography,
warm color palette amber/terracotta/cream, no text overlays, photorealistic]
Zwei Personen sitzen an einem Restauranttisch und besprechen konzentriert Dokumente und einen Laptop. Warmes Seitenlicht. Leere Stühle im Hintergrund. Seriöse aber einladende Atmosphäre. Das Restaurant ist eingerichtet aber ohne Gäste — wie ein Übernahme-Besichtigungstermin.
Alt-Text: "Restaurant übernehmen — Due-Diligence-Gespräch vor der Übernahme"

Inline-Bild Prompts:

  1. [Placement: nach H2 "Die wichtigste Frage..."]
    Leeres Restaurant von innen, Stühle auf den Tischen, ein einzelnes "Zu verkaufen"-Schild im Fenster. Warme Abendstimmung, nachdenkliche Atmosphäre. Kein Text-Overlay.
    Alt-Text: "Gastronomie übernehmen: Warum verkauft der Vorbesitzer wirklich?"

  2. [Placement: nach H2 "Was BWA und GuV zeigen..."]
    Nahaufnahme: Hände auf einem Tisch, Laptop mit Zahlen/Tabellen, daneben ausgedruckte BWA-Seiten und ein Taschenrechner. Warmes Licht, Holztisch.
    Alt-Text: "Restaurant Übernahme Checkliste: BWA und GuV prüfen"

  3. [Placement: nach H2 "Mietvertrag zuerst..."]
    Zwei Personen an einem Schreibtisch, eine unterschreibt ein Dokument, die andere zeigt auf eine Stelle im Vertrag. Fokus auf Stift und Papier. Professionelle Büro-Atmosphäre.
    Alt-Text: "Pachtvertrag Restaurant: Vor der Ablöse den Mietvertrag klären"

  4. [Placement: nach H2 "Warum Marketing ab Tag 1..."]
    Belebtes Restaurant, warmes Licht, Gäste an mehreren Tischen, ein Kellner bringt Gerichte. Lebhafte, positive Atmosphäre — der Kontrast zum leeren Restaurant von Bild 1.
    Alt-Text: "Restaurant übernehmen und erfolgreich führen: Marketing ab Tag 1"

Infografik-Empfehlung:

Typ: A (Daten) — "Restaurant übernehmen: 7 Prüfbereiche vor der Unterschrift"
Farben: #2C3E50 (dunkelblau) / #E8763A (orange) / #FDF8F3 (creme) / #27AE60 (grün)
Hintergrund: #FDF8F3 | max. 7 Elemente | kein 3D
Vertikale Ampel-Checkliste mit 7 Bereichen:
1. Verkaufsgrund → "Warum verkauft er wirklich?"
2. Finanzen → "Was zeigt die BWA nicht?"
3. Personal → "§613a: Wer kommt mit?"
4. Mietvertrag → "Steht der Vertrag?"
5. Standort & Ruf → "Was erbst du?"
6. Ablöse → "Ist der Preis fair?"
7. Marketing-System → "Gibt es eines?"
NotebookLM-Prompt: "Erstelle eine vertikale Infografik mit 7 Prüfbereichen einer Restaurant-Übernahme. Jeder Bereich hat ein Icon, eine Kurzfrage und Ampelfarben (rot/gelb/grün) für die Bewertung. Titel: Restaurant übernehmen — 7 Bereiche vor der Unterschrift. Stil: clean, professionell, keine 3D-Effekte."
Placement: nach Key-Takeaways Tabelle (vor erstem H2)

Lead-Magnet:

Ja — "Restaurant-Übernahme Checkliste: 41 Fragen vor der Unterschrift"
7 Bereiche: Finanzcheck (8 Fragen), Mietvertrag (6), Personal (5), Reputation (5), Ablöse (6), Genehmigungen (5), Lieferverträge (6)
Komplett ausfüllbar (PDF mit Formularfeldern)
2× im Artikel platziert:
- Nach H2 "Was BWA und GuV zeigen" (CTA 1)
- Nach H2 "Ablöse und Kaufpreis" (CTA 2)

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