Nach dem Event herrscht Stille.
Das Buffet war perfekt. Die Gäste begeistert. Der Gastgeber glücklich.
Und am nächsten Tag? Kein Anruf. Keine Anfrage. Kein neuer Auftrag.
Das ist das fundamentale Problem im Catering-Marketing — und fast niemand spricht offen darüber.
Ein Restaurant existiert täglich sichtbar in deiner Stadt. Schild an der Fassade. Google Maps Eintrag mit Öffnungszeiten. Laufkundschaft. Jeden Tag eine neue Chance gesehen zu werden.
Ein Caterer verschwindet nach dem Event.
Selbst nach einem perfekten Abend mit 120 begeisterten Gästen bist du am nächsten Morgen wieder unsichtbar — es sei denn, du hast ein System das dafür sorgt, dass du es nicht bist.
Darum geht es in diesem Artikel.
Was du hier lernst:
- Warum Catering-Marketing grundlegend anders funktioniert als Restaurant-Marketing — und welche Fehler du dadurch vermeidest
- Wie du dich positionierst, damit Anfragen zu dir kommen statt du ihnen hinterherlaufen musst
- Wie deine Website und dein Google-Profil tatsächlich Aufträge generieren
- Wie du Firmenkunden systematisch gewinnst — nicht durch Zufall
- Wie du aus Einmalaufträgen Stammkunden machst und ein Empfehlungs-System aufbaust das dauerhaft läuft
| Was | Warum das wichtig ist |
|---|---|
| Positionierung vor allem anderen | Ohne klare Position kämpfst du nur über den Preis |
| Website mit Anlass-Landingpages | Kaufintention ist spezifisch — deine Seiten müssen das spiegeln |
| GMB mit Anlass-Keywords in Bewertungen | +1 Stern = +5–9% Umsatz (Harvard/HBS) |
| B2B-Akquise vor der Saison starten | Wer im Oktober startet, verliert gegen den der im August startete |
| After-Event-System | 80% könnten Stammkunden werden — niemand fragt sie |
| Empfehlungs-Prozess | 83% wären bereit zu empfehlen — nur 29% tun es ohne Aufforderung |
Warum Catering-Marketing anders funktioniert als Restaurant-Marketing
Die meisten Catering-Unternehmen machen denselben Fehler:
Sie übernehmen Marketing-Strategien aus der Restaurant-Welt — und wundern sich, warum sie nicht funktionieren.
Der Grund ist strukturell.
| Merkmal | Restaurant-Marketing | Catering-Marketing |
|---|---|---|
| Sichtbarkeit | Täglich — Schild, Laufkundschaft, Google Maps | Nur wenn du aktiv kommunizierst |
| Suchintention | "Restaurant in der Nähe" | "Catering + Anlass + Region" |
| Kaufzyklus | Spontan — Entscheidung in Stunden | Geplant — Wochen bis Monate vorher |
| Entscheider | Der Gast selbst | HR-Manager, Office-Manager, Privatperson |
| Wiederholungspotenzial | Täglich | Bis zu 32% der B2B-Kunden wöchentlich |
| Social Media | Frequenz täglich sinnvoll | Event-Dokumentation als Strategie |
| Content | Atmosphäre, Gerichte, Team | Events, Aufbau, Buffets, Referenzen |
Der entscheidende Unterschied: Beim Restaurant kommt der Gast zu dir.
Beim Catering musst du im Kopf des Entscheiders sein, bevor er überhaupt anfängt zu suchen.
Das verändert alles — deine Website, deine Akquise, dein Timing, dein Content.
Wer das versteht, baut ein Catering-Geschäft das planbar wächst.
Wer es ignoriert, lebt von Anfrage zu Anfrage und hofft auf Weiterempfehlungen.
Positionierung: Die Grundlage die über deinen Preis entscheidet
In Deutschland gibt es knapp 11.000 steuerpflichtige Catering-Unternehmen.
Alle bieten Essen an. Viele bieten Buffets an. Die meisten sagen dasselbe:
"Wir machen alles — Hochzeiten, Firmenfeiern, Geburtstage, Kongresse, Picknicks..."
Das klingt nach Stärke. Es ist eine Falle.
Wer für alle da ist, ist für niemanden die erste Wahl. Und wer nicht die erste Wahl ist, kämpft über den Preis.
Die Caterer die ich begleite und die dauerhaft gut ausgebucht sind, haben alle eines gemeinsam:
Sie haben eine klare Antwort auf die Frage wer sie sind und für wen.
Gute Positionierungsbeispiele:
- "Business-Catering für Mittelständler im Raum München — Drop-off für 20–150 Personen, Lieferzeit unter 90 Minuten"
- "Griechisches Catering für Hochzeiten in Bayern — authentisch, von der Familie"
- "Veganes Event-Catering für Tech-Unternehmen in Berlin — jedes Gericht plastikfrei verpackt"
- "Weihnachtsfeier-Catering für Firmen ab 50 Personen — mit eigenem Aufbau-Team"
Siehst du den Unterschied? In jedem Satz steckt eine Zielgruppe, ein Anlass oder eine Region.
Und oft noch ein Versprechen das die Konkurrenz nicht gibt.
Positionierung beeinflusst alles: Wie deine Website klingt. Welche Fotos du brauchst. Welche Anfragen du bekommst. Und ob Kunden dich über den Preis verhandeln oder dich einfach buchen.
Dein Sofort-Schritt:
Füll diesen Satz aus — jetzt, ohne lang nachzudenken:
"Ich bin der beste Caterer für _______ in _______, weil _______."
Wenn du diesen Satz nicht in 10 Sekunden ausfüllen kannst, ist Positionierung deine erste Aufgabe. Vor Website. Vor Social Media. Vor allem anderen.
Es gibt eine Akquise-Taktik die fast niemand nutzt — obwohl sie die höchste Conversion-Rate aller Kanäle hat. Sie kostet unter 5 € pro Kontakt, ist für die Konkurrenz unsichtbar und kommt genau dann an wenn der Entscheider anfängt zu planen. Den vollständigen Musterbrief, das Timing und die Formulierungen die funktionieren behandle ich regelmäßig im Newsletter — weil der Teufel hier wirklich im Detail steckt.
Deine Website als Akquise-Maschine: Was Catering-Kunden wirklich suchen
75% aller Catering-Bestellungen werden heute online aufgegeben — über Smartphone oder Desktop.
Wer keine Website hat die funktioniert, verliert diese Anfragen still an den Wettbewerber der eine hat.
Die meisten Catering-Websites haben dasselbe Problem: Sie sehen aus wie eine Restaurant-Website — allgemeine Beschreibung, ein paar Fotos, eine Kontaktseite.
Das reicht nicht. Weil die Suchintention spezifisch ist.
Wer "Firmencatering München" googelt, will sofort sehen: Macht der das? Für wie viele Personen? Was kostet das ungefähr? Gibt es Referenzen?
Wer das nicht sofort beantwortet bekommt, klickt weiter.
Was eine Catering-Website braucht die tatsächlich Anfragen generiert:
1. Anlass-spezifische Landingpages
Nicht: eine einzige Seite "Catering" mit allem drauf.
Sondern: /catering-firmenfeier — /catering-hochzeit — /catering-geburtstag — /catering-sommerfest
Jede Seite spricht direkt die Suchintention des Besuchers an.
Jede Seite hat: echte Event-Fotos, Paket-Optionen, Referenzen aus diesem Anlass, Anfrage-Formular.
Warum das wichtig ist: Google rankt Seiten nach Relevanz für eine Suchanfrage.
Eine Seite die ausschließlich über "Firmencatering [Stadt]" spricht rankt besser für dieses Keyword als eine allgemeine Catering-Seite auf der das Wort einmal vorkommt.
2. Lokale Keywords — und zwar konkret
"Catering [Stadt]", "Buffetcatering [Region]", "Hochzeitscatering [Bundesland]"
Diese Keywords kosten bei Google Ads heute 0,50–2,50 € pro Klick — und haben hohe Kaufintention.
Das sind Menschen die gerade aktiv suchen.
Deine Seiten müssen dafür gebaut sein — organisch durch Content, bezahlt durch Ads wenn du schnell Ergebnisse willst.
3. Anfrage-Formular mit maximal 5 Feldern
Datum. Anlass. Personenzahl. Budgetrahmen. Kontakt.
Mehr Felder = weniger Anfragen. Das ist keine Theorie — das ist Mathematik.
Dafür: Wer ein 5-Felder-Formular ausfüllt, ist ernsthaft interessiert.
4. Event-Fotos — das stärkste Vertrauenssignal
Kein professioneller Fotograf nötig. Gutes Smartphone, gutes Licht, nach dem Aufbau aufnehmen.
Was du brauchst: Buffet-Aufbau, fertig gedeckte Tische, Events in Aktion.
Über 50% aller Catering-Anfragen betreffen Buffets.
Über 85% der Kunden wollen Drop-off statt Full-Service.
Deine Fotos müssen das zeigen: professionell aufgebaute Buffets, Liefer-Situationen, keine leere Küche.
5. Referenzen mit Kontext — nicht ohne
"Super Catering!" — sagt nichts.
"Perfekt für unsere 80-köpfige Firmenweihnachtsfeier in Regensburg. Pünktlich, lecker, unkompliziert." — das sagt alles.
Konkrete Zahlen machen Referenzen glaubwürdig: "150 Gäste", "3-stündiges Sommerfest-Buffet", "drittes Jahr in Folge gebucht".
6. Preis-Orientierung geben
Wer keine Preise oder Preisspannen angibt, verliert einen Großteil der Besucher.
Nicht weil die Preise zu hoch sind — sondern weil Unklarheit Unsicherheit erzeugt.
Lösung: Pakete mit Startpreisen ("ab X €/Person") oder typische Preisspannen je Personenzahl.
Ich habe Post-Vorlagen, eine Paket-Struktur-Vorlage und ein Bewertungsanfrage-Template zusammengestellt — damit du diese Schritte nicht jedes Mal neu aufsetzen musst. Das Catering-Marketing-Starterkit gibt es kostenlos im Newsletter.
Google My Business und lokale Sichtbarkeit für Caterer
42% aller lokalen Klicks gehen auf den Google Map Pack — die drei Ergebnisse die ganz oben erscheinen wenn jemand "Catering [Stadt]" sucht.
Wer dort nicht auftaucht, existiert für die Hälfte aller lokalen Suchanfragen schlicht nicht.
Das ist keine Übertreibung. Das ist wie die Gastronomie vor Google funktioniert hat — wer kein Schild an der Tür hatte, wurde nicht gefunden. Heute ist GMB dein Schild.
Wie du dein GMB-Profil für Catering optimierst:
- Kategorie: "Catering-Unternehmen" als primäre Kategorie — nicht "Restaurant" oder "Lieferservice"
- Beschreibung: Anlass-Keywords einbauen. Hochzeit, Firmenfeier, Geburtstag, Sommerfest, Weihnachtsfeier — wer das sucht soll dich finden
- Fotos: Event-Aufbauten, Buffets im Einsatz, Team — nicht nur Speisen auf weißem Teller
- Beiträge: Nach jedem Event einen GMB-Beitrag — Event-Typ, Personenzahl, Region, ein Foto. Das kostet 5 Minuten und verbessert deine lokale Sichtbarkeit kontinuierlich
- Services: Jeden Catering-Typ als eigenen Service eintragen — Google versteht das als Relevanz-Signal
Die Bewertungsstrategie die wirklich funktioniert:
+1 Stern = +5–9% Umsatz. Das hat die Harvard Business School für Restaurants nachgewiesen — und es gilt für Catering genauso.
Das Timing ist entscheidend: 24–48 Stunden nach dem Event — emotional noch nah, Erinnerung noch frisch.
Und die Formulierung der Anfrage macht den Unterschied:
"Wenn du eine Bewertung schreibst — es wäre super wenn du erwähnst welche Art von Feier es war. Das hilft anderen bei der Suche nach dem richtigen Caterer."
Warum das so wichtig ist:
Eine Bewertung die "Hochzeitscatering München" enthält, ist SEO-Gold.
Google liest diese Bewertungen — und rankt dich für genau diese Keywords besser.
Auf jede Bewertung antworten. Mit Anlass-Keywords in der Antwort: "Danke für dein Feedback zur Firmenweihnachtsfeier in [Stadt] — wir freuen uns sehr..."
Das kostet 2 Minuten. Der SEO-Effekt läuft jahrelang.
B2B-Akquise: Wie du Firmenkunden systematisch gewinnst
Hier liegt das größte ungenutzte Potenzial im Catering.
53% der Firmenkunden planen, ihr Catering-Budget zu erhöhen.
80% bestellen mindestens einmal pro Monat.
32% sogar jede Woche.
Ein einziger gewonnener B2B-Stammkunde — ein mittelgroßes Unternehmen das monatlich für Events bucht — kann mehr wert sein als 20 Einzelaufträge im Jahr. Mit weniger Aufwand für Akquise, weniger Erklärungsbedarf, weniger Preisverhandlung.
Das Problem: Die meisten Caterer warten auf Anfragen. Die besten bauen ein System.
4 konkrete B2B-Kanäle:
1. LinkedIn — dort wo Entscheider sind
Wer entscheidet in Unternehmen über Catering? HR-Manager. Office-Manager. Assistenz der Geschäftsführung.
Diese Personen sind auf LinkedIn — und sie suchen dort keine Caterer.
Die richtige Strategie: Nicht werben, sondern Expertise zeigen.
Posts wie "Was ich bei Catering für 80+ Personen immer wieder sehe..." oder "Drei Fehler die Firmenfeiern unnötig teuer machen" erzeugen Vertrauen bevor jemand fragt.
Wenn Entscheider deinen Post liken oder kommentieren, folgt die Direktnachricht — nie als Kalt-Pitch, immer als natürliche Fortsetzung.
2. Der gezielte Firmenbrief — die unterschätzte Waffe
Hier ist ein Gedanke der die meisten überrascht:
84% der B2B-Kaufprozesse beginnen mit einer Empfehlung.
Ein persönlicher Brief wirkt ähnlich wie eine Empfehlung — er ist persönlich adressiert, er kommt physisch an, er ist für die Konkurrenz unsichtbar.
Im digitalen Rauschen aus Emails, Ads und LinkedIn-Nachrichten ist ein echter Brief Luxus.
Brief-Timing: September (Weihnachtsfeier-Planung beginnt bei Firmen gerade), März (Frühlings-Events und Sommerfeste werden geplant), November (Jahresauftakt-Events für Januar/Februar).
Inhalt: Konkretes Angebot + eine konkrete Referenz + ein Grund warum jetzt: "Viele unserer Firmenkunden buchen im Oktober bereits für Dezember — deshalb schreibe ich Ihnen jetzt."
Ein Klient von mir — ein Caterer in der Schweiz — hat mit einer Investition von 385 € durch eine einzige Brief-Kampagne 14.914 € Umsatz generiert. Mitten in der Corona-Zeit. Als alle anderen auf digitale Werbung setzten und er physische Post verschickte.
3. Das Dream-Klientel-System
Die meisten Caterer wissen nicht wer ihre 20 wichtigsten potenziellen Kunden sind.
Die besten haben sie aufgeschrieben.
Schreib jetzt die 20–30 Unternehmen in deiner Region auf die regelmäßig Events machen — Firmen mit 50–200 Mitarbeitern, Jahresumsatz im mittleren bis gehobenen Bereich, sichtbar durch LinkedIn, lokale Presse oder Businessnetzwerke.
Dann: Systematischer Kontakt über 6–12 Monate.
Erster Brief im September. LinkedIn-Follow im Oktober. Tasting-Einladung im November. Follow-up im Januar.
Aus einem Zufalls-Geschäft wird ein gesteuertes.
4. Strategische Partnerschaften — der günstigste Akquise-Kanal
Event-Locations empfehlen Caterer. Fotografen, DJs, Floristen, Event-Agenturen auch.
Nicht als Gefälligkeit — sondern als formale Vereinbarung.
Du empfiehlst ihren Kunden ihren Service. Sie empfehlen deinen.
Klares Angebot: Provision für vermittelte Aufträge oder gegenseitige Empfehlung ohne Provision.
Meine Klienten die dieses System konsequent nutzen, gewinnen 40–50 Veranstaltungen pro Saison über diese Partnerschaften — für 0 € Werbekosten.
Bonus: Der Tasting-Event als Akquise-Strategie
Einmal pro Quartal: Lade 10–15 potenzielle Firmenkunden zu einem 60-minütigen Tasting ein.
Drei oder vier deiner besten Catering-Konzepte. Kein Vortrag. Kein Pitch. Nur essen.
Was passiert: Die Eingeladenen erleben deine Qualität ohne Risiko. Sie erinnern sich an dich wenn ein Event geplant wird. Und sie reden darüber.
Kosten: 200–400 €.
Wert: Ein gewonnener B2B-Stammkunde kann 10.000–30.000 € Jahresumsatz bedeuten.
Das Empfehlungs-System — dein günstigster Vertrieb
Jetzt wird es interessant.
88% der Menschen vertrauen persönlichen Empfehlungen mehr als jeder anderen Form von Werbung.
84% der B2B-Kaufprozesse starten mit einer Empfehlung.
65% aller neuen Geschäftsmöglichkeiten entstehen durch Empfehlungen.
Catering lebt von Empfehlungen. Das weiß jeder der in der Branche ist.
Das Problem: 83% der zufriedenen Kunden wären bereit zu empfehlen.
Aber nur 29% tun es — ohne Aufforderung.
Das ist kein Fehler der Kunden. Das ist ein fehlender Prozess auf deiner Seite.
Das Empfehlungs-System in 3 Schritten:
Schritt 1 — Post-Event-Trigger (24–48h nach dem Event)
Persönliche Nachricht — Telefon oder WhatsApp:
"Hallo [Name], wir hoffen dass alles gut geklappt hat und die Gäste begeistert waren. Gab es Feedback?"
Das ist kein Marketing. Das ist Service. Und es öffnet das Gespräch für alles was danach kommt.
24–48 Stunden später: Bewertungsanfrage + Empfehlungs-Anreiz:
"Falls du jemanden kennst der eine ähnliche Feier plant — wir wären dankbar für eine Weiterempfehlung. Als Dankeschön: 10% auf deinen nächsten Auftrag."
Schritt 2 — Der Bewertungs-Brief
Handgeschriebene Karte mit QR-Code zur Google-Bewertungsseite. Im Briefkasten — nicht per Email.
Klingt altmodisch. Wirkt 3× besser als eine Email.
Der Grund: Physische Post erzeugt Verbindlichkeit. Man hält etwas in der Hand.
Schritt 3 — Empfehler-Tracking
Wer hat wen empfohlen? Wer sind deine 5 aktivsten Empfehler?
Diese Menschen bekommen besondere Aufmerksamkeit: persönlicher Dank, Einladung zum nächsten Tasting, ein kleines Geschenk.
Empfehlungs-Kunden haben 16–37% höheren Lifetime-Value als normal gewonnene Kunden. Und sie empfehlen selbst 4× häufiger weiter.
Das ist ein Zinseszins-Effekt. Kaum ein Caterer nutzt ihn systematisch.
Social Media: Content-Strategie die tatsächlich Anfragen bringt
Die meisten Caterer machen Social Media so:
Post wenn Zeit ist. Meist Produktfotos. Gelegentlich ein Story-Update.
Das bringt Likes — aber keine Aufträge.
Catering hat einen riesigen natürlichen Vorteil den Restaurants nicht haben:
Jeder Event ist ein Content-Moment. Du hast echte Situationen, echte Menschen, echtes Essen in echten Settings.
Die 4-Plattform-Strategie:
- Instagram: Hochzeiten, Geburtstage, Familienfeiern — visuell, emotional, Buffet-Ästhetik
- LinkedIn: Firmencatering, HR-Entscheider, Office-Events — professionell, zahlenorientiert
- Facebook: Ältere B2C-Zielgruppe, Elterngeneration, Gemeinde-Events, lokale Gruppen
- Google My Business: Lokale Sichtbarkeit + direkter SEO-Effekt durch Beiträge und Fotos
Nicht alle vier gleichzeitig starten. Mit Instagram + GMB beginnen, dann LinkedIn für B2B dazu.
Was funktioniert — und was nicht:
Funktioniert: Event-Dokumentation. Vorher/Nachher. Team im Einsatz.
"Heute: 120 Gäste, Sommerfest, Firmengelände in [Stadt]. Unser Highlight: der Live-Grill-Stand."
Authentisch, lokal, real.
Funktioniert nicht: Stockfotos. Allgemeine "Lust auf Catering?"-Posts. Werbung ohne Substanz.
Hashtag-Strategie:
Lokale Hashtags schlagen globale.
#cateringmünchen > #catering
#hochzeitscateringbayern > #weddingcatering
Wer in München einen Caterer sucht, sucht lokal — nicht weltweit.
Die meisten Caterer lassen nach jedem Event wertvolle Content-Momente liegen. Ich habe eine 20-Minuten-Routine entwickelt die aus einem einzigen Event Content für 4 Plattformen produziert — ohne Profi-Kamera, ohne Agentur. Das komplette System mit Bildplan, Texten und Zeitplanung ist regelmäßig Teil des Newsletters.
Der Catering-Marketing-Jahreskalender: Wann du was tun musst
Catering-Aufträge werden Monate vorher entschieden.
Wer im Oktober anfängt, Weihnachtsfeier-Kunden zu gewinnen, verliert gegen den Wettbewerber der im August startete.
Das gilt nicht nur für Weihnachten. Das gilt für jede Saison.
Hier ist das Timing das ich mit meinen Klienten einhalte:
| Saison-Peak | Wann buchen Kunden? | Marketing-Start | Wichtigste Aktionen |
|---|---|---|---|
| Firmenweihnachtsfeiern (Okt–Dez) | August–Oktober | Juli–August | Firmenbrief-Kampagne, Weihnachts-Paket live, LinkedIn-Posts |
| Sommerfeste & Hochzeiten (Mai–Jul) | Februar–April | Januar–Februar | Hochzeits-Landingpage, Sommerfest-Paket, Social-Media-Push |
| Jahresauftakt B2B (Jan–Feb) | November | November | Brief an Bestandskunden: "Plant ihr einen Jahresauftakt?" |
| Frühlings-Events & Ostern (März–Apr) | Dezember–Januar | Dezember | GMB-Beiträge, Oster-Paket, Email-Reaktivierung |
Das Budget-Argument fürs frühe Schalten:
Der CPM (Tausend-Kontakt-Preis) auf Facebook und Instagram steigt im November stark an — weil alle Anbieter gleichzeitig Weihnachtswerbung schalten.
Wer seine Weihnachtsfeier-Kampagnen erst im Oktober startet, zahlt bis zu 28% mehr für dieselbe Reichweite.
Wer im August oder September startet, bucht günstiger — und ist früher im Kopf der Entscheider.
Konkret für die nächsten 30 Tage:
Welcher Saison-Peak liegt in 6–10 Wochen?
Starte heute mit dem Marketing dafür — nicht wenn der Peak näher rückt.
Drei Pakete zu erstellen reicht nicht. Wer die falsche Preisstruktur dahinter anwendet, verliert systematisch Marge — obwohl die Kunden eigentlich mehr zahlen würden. Es gibt drei spezifische Hebel an Benennung, Reihenfolge und einem Element das fast jeder weglässt, die die Einlöse-Quote des mittleren Pakets und den Durchschnittsbon auf das Zwei- bis Dreifache bringen. Diese Paket-Architektur behandle ich regelmäßig im Newsletter.
Das After-Event-System — Einmalaufträge werden zu Stammkunden
Hier ist die unbequeme Wahrheit:
20% der Catering-Kunden bestellen mehr als einmal.
Das bedeutet: 80% könnten Stammkunden werden — aber niemand fragt sie.
Nicht weil sie unzufrieden waren.
Nicht weil sie einen anderen Caterer gefunden haben.
Sondern weil du nach dem Event aus ihrem Radar verschwunden bist.
Das After-Event-System schließt genau diese Lücke.
Phase 1 — Tag 1 nach dem Event:
Persönliche Nachricht — Telefon, WhatsApp oder kurze Email.
"Wir hoffen dass der Abend ein Erfolg war und deine Gäste begeistert heimgegangen sind. Gab es etwas das wir beim nächsten Mal noch besser machen können?"
Das kostet 2 Minuten. Es zeigt echtes Interesse. Und es erzeugt Gesprächsbereitschaft für alles was danach kommt.
Phase 2 — Tag 2–3:
Dankes-Email oder handgeschriebene Karte.
Bewertungsanfrage (Google) mit konkreter Bitte wie oben beschrieben.
Optional: Empfehlungs-Anreiz.
Phase 3 — 30 Tage später:
Kurze Nachricht — kein Newsletter, keine Werbung:
"Hallo [Name], plant ihr im nächsten Quartal etwas? Unser Kalender für [Saison] füllt sich bereits."
Keine Verkaufspräsentation. Ein kurzer Hinweis. Mehr braucht es nicht.
Phase 4 — Jährlich:
Saisonale Reaktivierungs-Email an alle bisherigen Kunden:
*"Letztes Jahr hatten wir das Vergnügen, euer [Event-Typ] in [Stadt] zu betreuen.
Wenn ihr dieses Jahr wieder plant — bucht jetzt und sichert euch euren Wunschtermin."*
Nicht werblich. Nicht aufdringlich. Nur ein konkreter Impuls zur richtigen Zeit.
Dein Sofort-Schritt heute:
Ruf 5 deiner letzten Kunden an. Nicht um etwas zu verkaufen — sondern um zu fragen ob alles gut war.
Schau was passiert.
Wenn du das After-Event-System heute noch aufsetzen willst aber nicht weißt wo du anfängst: Das Catering-Marketing-Starterkit im Newsletter enthält alle Vorlagen die du dafür brauchst — Bewertungsanfrage, Follow-up-Sequenz und die Paket-Vorlage. Einmal aufsetzen. Immer wieder nutzen.
Häufige Fragen zum Thema Catering Marketing
Was ist der Unterschied zwischen Catering-Marketing und Restaurant-Marketing?
Restaurant-Marketing arbeitet mit täglicher Sichtbarkeit — Laufkundschaft, Öffnungszeiten, spontane Entscheidungen. Catering-Marketing muss strukturell unsichtbar werdende Momente aktiv überbrücken: nach dem Event bist du aus dem Kopf des Kunden verschwunden, wenn du kein System hast das dich im Gedächtnis hält. Der Kaufzyklus ist länger, die Entscheider andere, der Content anders. Wer Restaurant-Strategien 1:1 auf Catering überträgt, wundert sich warum sie nicht funktionieren.
Welche Marketing-Kanäle bringen Catering-Aufträge tatsächlich?
In der Praxis: Google My Business (für lokale Suche), eine gut strukturierte Website mit Anlass-Landingpages, systematische Bewertungsanfragen nach Events und — besonders für B2B — der persönliche Brief oder die direkte Ansprache. Social Media bringt Sichtbarkeit, aber selten direkte Aufträge. Catering-Plattformen wie heycater! können einen Einstieg bieten, fressen aber 10–25% Provision. Der günstigste und nachhaltigste Kanal: systematische Empfehlungen.
Wie gewinne ich Firmenkunden für mein Catering-Unternehmen?
Drei Hebel funktionieren zuverlässig: Der gezielte Firmenbrief (September für Weihnachtsfeiern, März für Sommerfeste) an HR-Manager in deiner Region, LinkedIn-Präsenz mit Expertise statt Werbung, und strategische Partnerschaften mit Event-Locations und Dienstleistern. Dazu: Ein Dream-Klientel-System mit 20–30 Wunschkunden die du systematisch über 6–12 Monate kontaktierst. Firmenkunden brauchen länger — aber wenn sie buchen, buchen viele monatlich oder wöchentlich.
Wie viel sollte ich für Catering-Marketing ausgeben?
Als Faustregel: 3–8% des Nettoumsatzes für Marketing ist realistisch. Der Großteil davon wirkt durch Zeit und System, nicht durch Geld: eine gute Website, GMB-Optimierung, konsequente Bewertungsanfragen und ein Brief-Kampagnen-System kosten wenig Geld, aber regelmäßige Arbeitszeit. Bezahlte Ads (Google, Facebook) lohnen sich besonders für saisonale Kampagnen — dort dann frühzeitig schalten, bevor die CPM-Preise im November steigen.
Wie wichtig sind Google-Bewertungen für Catering-Unternehmen?
Extrem wichtig — und die meisten unterschätzen es. +1 Stern = +5–9% Umsatz (Harvard Business School). Für Catering gilt: Bewertungen die den Anlass-Typ enthalten ("Hochzeitscatering", "Firmenweihnachtsfeier") sind gleichzeitig SEO-Material das deine Sichtbarkeit bei exakt diesen Suchanfragen verbessert. Das Timing der Bewertungsanfrage ist entscheidend: 24–48h nach dem Event, mit konkreter Bitte den Anlass-Typ zu erwähnen.
Lohnen sich Catering-Plattformen wie heycater! oder Caterwings?
Als Einstieg: ja. Als Dauerlösung: gefährlich. Die Provision liegt bei 10–25% des Auftragswerts — und du besitzt die Kundendaten nicht. Die kluge Strategie: Plattformen für neue Kundenkontakte nutzen, nach dem ersten Auftrag DSGVO-konform die eigene Kundendatenbank aufbauen und Folgeaufträge direkt holen. Wer dauerhaft nur über Plattformen verkauft, baut das Geschäft auf fremdem Fundament.
Wie nutze ich Social Media richtig für mein Catering?
Dokumentation schlägt Frequenz. Jeder Event ist ein Content-Moment — Aufbau-Foto, fertiges Buffet, Team im Einsatz. Das ergibt einen Instagram-Post, eine Story, einen LinkedIn-Beitrag und einen GMB-Beitrag. Alles aus einem einzigen 10-Minuten-Shooting nach dem Aufbau. Wichtig: Lokale Hashtags (#cateringmünchen) bringen mehr relevante Reichweite als globale (#catering). Die Plattform-Auswahl richtet sich nach Zielgruppe: Instagram für B2C (Hochzeiten, Geburtstage), LinkedIn für B2B (Firmencatering).
Wann ist der beste Zeitpunkt mit Marketing für Weihnachtsfeiern zu starten?
Juli oder August. Klingt früh — ist es nicht. Firmen beginnen die Weihnachtsfeier-Planung intern im August und September. Wer erst im Oktober mit Kampagnen startet, kämpft gegen Mitbewerber die bereits 6–8 Wochen präsent waren. Dazu kommt: Die Werbekosten (CPM auf Facebook/Instagram) steigen im November stark an. Wer früh schaltet spart Budget und ist früher im Kopf der Entscheider.
Wie gewinne ich mehr Wiederholungsaufträge im Catering?
Mit dem After-Event-System: Tag 1 — persönliche Nachfrage ob alles gut war. Tag 2–3 — Dankes-Nachricht und Bewertungsanfrage. 30 Tage später — kurzer Hinweis auf freie Termine. Jährlich — saisonale Reaktivierungs-Email. Das klingt einfach. Und es ist einfach. Aber 80% der Caterer machen es nicht. 20% der Kunden bestellen mehr als einmal — der Rest verschwindet weil niemand fragt.
Brauche ich eine separate Website für mein Catering-Angebot?
Wenn du sowohl ein Restaurant als auch Catering anbietest: ja, zumindest einen eigenen Catering-Bereich mit eigenem URL-Pfad. Restaurant-Websites sind auf Atmosphäre und Reservierung ausgelegt — Catering-Kunden suchen Pakete, Referenzen und ein Anfrage-Formular. Wer beides auf einer allgemeinen Startseite vermischt, verliert bei beiden Zielgruppen. Eine eigenständige Catering-Subdomain oder ein separater Landingpage-Bereich macht einen messbaren Unterschied bei Anfrage-Qualität und -Quantität.
Fazit — Was du ab heute anders machen solltest
Vier Dinge entscheiden ob dein Catering-Marketing funktioniert oder nicht:
Erstens: Positionierung. Wer bist du für wen? Ohne klare Antwort kämpfst du über den Preis — egal wie gut das Essen ist.
Zweitens: Sichtbarkeit im richtigen Moment. Website mit Anlass-Landingpages, GMB mit Anlass-Keywords in Bewertungen, Kampagnen 6–8 Wochen vor dem Saison-Peak.
Drittens: B2B-System. Firmenkunden kommen nicht von selbst. Sie entstehen durch Briefe, LinkedIn-Präsenz, Dream-Klientel-Listen und Partnerschaften — nicht durch Warten.
Viertens: After-Event-System. Der Auftrag endet nicht wenn das Buffet abgebaut wird. Er endet wenn du das Follow-up abgeschlossen, die Bewertung angefragt und den Kunden für die nächste Saison reaktiviert hast.
Das hier ist kein Theorie-Artikel. Es ist ein Plan.
Starte mit dem einem Schritt der dir am leichtesten fällt — Positionierung aufschreiben, die ersten 5 Kunden anrufen, GMB-Profil aufräumen, einen Firmenbrief an 10 Adressen verschicken.
Und dann das nächste.
Der Unterschied zwischen einem Caterer der von Anfrage zu Anfrage lebt und einem der seinen Kalender schon im Sommer für den Dezember füllt, ist kein Zufall und kein Glück.
Es ist ein System.
Fang heute an, es aufzubauen.
Mehr dazu im Newsletter: Das Catering-Marketing-Starterkit — 5 Post-Vorlagen, Paket-Struktur-Vorlage, Bewertungsanfrage-Template, After-Event-Sequenz und Firmenbrief-Vorlage — gibt es kostenlos für Newsletter-Abonnenten.
Weiterführende Artikel:
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- Email-Marketing für Gastronomen — so baust du deine Kundendatenbank
- Umsatz steigern in der Gastronomie: Die 4 Wachstumsfaktoren
- Stammgäste gewinnen und halten




