Schwierige Zeiten gehören zur Gastronomie dazu — ob Wirtschaftskrise, steigende Energiekosten, Inflation, eine Baustelle vor der Tür oder ein saisonales Tief. Solche Phasen erfordern besondere Ideen und vor allem den Mut, neue Wege zu gehen.
Doch was kannst du in der Gastronomie konkret tun, wenn es eng wird?
Da der persönliche Kontakt zu den Gästen in schwierigen Phasen oft eingeschränkt ist und der Post- und E-Mail-Weg den meisten verwehrt bleibt, weil sie sich keine Gästedatenbank aufgebaut haben (eine der wichtigsten Grundlagen!), sollte die Online-Community über die verschiedenen sozialen Medien aktiviert werden.
Denn gerade in ruhigeren Zeiten haben viele bestehende und auch potenzielle neue Gäste mehr Zeit, um die Timelines auf den sozialen Medien zu durchforsten. Günstiger und einfacher kannst du mit deinen potenziellen Umsatzgebern nicht interagieren.
Doch dann heißt es kreativ sein: Spezielle Aktionsmenüs, Superfood-Angebote oder thematische Specials sind nur einige der folgenden Ideen, die du für dich nutzen kannst.
Zusammenarbeit mit regionalen Bauern und Erzeugern
Die Nachfrage nach regionalen Produkten steigt stetig. Immer mehr Verbraucher legen Wert auf kurze Lieferketten und frische Zutaten aus der Umgebung. Das ist eine Chance für dein Restaurant.
Arbeite verstärkt mit regionalen Bauern zusammen: Biete Rezepte und Speisen aus der Region an, nutze Saisonangebote und baue gemeinsame Strukturen auf — zum Beispiel für Lieferungen oder sogar einen gemeinsamen Foodtruck.
Zusätzlich kannst du diese Zusammenarbeit für dein Content-Marketing nutzen und gemeinsame Videos drehen, beispielsweise zu den Themen:
- Welche Gemüsesorte welche Vitamine hat.
- Wie bestimmte Produkte angebaut werden.
- Wann die beste Zeit für die jeweiligen Obst- und Gemüsesorten ist.
- Woran man gute Qualität bei Tomaten, Fleisch oder Käse erkennt.
All diese Videos kannst du auf deiner Webseite oder Social Media posten. Das bietet nicht nur unterhaltsame Inhalte für deine Zielgruppe, sondern demonstriert gleichzeitig Fachwissen und stärkt deine Positionierung als Qualitätsrestaurant.
Gutscheine als Umsatzbringer einführen
Die Online-Community über die verschiedenen sozialen Medien zu aktivieren wurde bereits erwähnt. Hier können auch Gutscheine angeboten werden, die der Kunde zu einem günstigeren Betrag als im Restaurant kauft und jederzeit einlösen kann. Behalte dabei im Kopf, dass ungefähr ein Sechstel aller Gutscheine nicht eingelöst wird — du den gegebenen Rabatt also teilweise wieder einnimmst.
Gutscheine können auch für Lieferung oder Abholung genutzt werden. Verkaufe sie direkt im Restaurant, an der Restauranttür, über deine Homepage oder über spezialisierte Online-Portale.
Solidarität zeigen — der Gesellschaft helfen
Viele Restaurants leben vom Mittagsgeschäft mit Büroangestellten aus der Umgebung. Wenn diese Gäste wegbrechen — etwa durch Home-Office-Phasen oder Umstrukturierungen — kannst du kreativ werden.
Nimm Kontakt mit Großkunden auf und vereinbare alternative Modelle: Mahlzeiten für Mitarbeiter im Home-Office, Catering für Teamevents oder Kooperationen mit sozialen Einrichtungen. Es entsteht eine Solidarität, die vielen Seiten hilft, das Image fördert und in den meisten Fällen auch steuerlich verrechnet werden kann.
So kannst du Vorräte sinnvoll nutzen, Kontakte beibehalten und erweitern, und ein gemeinschaftliches Denken fördern, das sich in besseren Zeiten positiv auswirken wird.
Crowdfunding und Community-Aktionen
Crowdfunding ist nicht nur etwas für Start-ups. Auch in der Gastronomie kann es funktionieren — besonders in Kombination mit einem sozialen Zweck. Kampagnen wie "Kochen für Helden", bei denen Essen an Menschen in systemrelevanten Berufen verteilt wird und die Bevölkerung durch Spenden unterstützt, zeigen: Wer in schwierigen Zeiten Haltung zeigt, gewinnt langfristig treue Fans.
Koch-Sets für Zuhause
Eine weitere Möglichkeit, den Gastronomiebetrieb in schwierigen Zeiten aufrechtzuerhalten, liegt darin, Speisen nicht heiß, sondern im Vakuumbeutel abgepackt für Zuhause zum Aufwärmen mit einer genauen Anleitung zu liefern. Das Set kann abgeholt oder gegen Gebühr geliefert werden. So erreichst du auch Kunden, die nicht ins Restaurant kommen können oder wollen — und schaffst ein Erlebnis, das dein Restaurant nach Hause bringt.
Foodtrucks als flexible Ergänzung
Die Zusammenarbeit mit regionalen Erzeugern kann sogar erweitert werden, indem gemeinsam in einen Foodtruck investiert wird. Ein Foodtruck gibt deinem Restaurant die Freiheit, Menschen dort zu erreichen, wo sie sich gerade befinden — und nebenbei auch regionale Hofprodukte zu vertreiben. So können alle Seiten den Umsatz steigern.
Mit einem Foodtruck kannst du besondere Veranstaltungen wie Sportevents, Firmenfeiern, Spendenaktionen und andere Gelegenheiten nutzen. Wenn du keine besonderen Termine hast, positioniere ihn strategisch an stark frequentierten Orten.
Die Anschaffung und der Betrieb eines Foodtrucks bringt eine höhere Anfangsinvestition mit, weswegen sich die Zusammenarbeit mit anderen Gastronomen oder Erzeugern anbietet. Wenn der Truck richtig eingesetzt wird und das Marketing stimmt, kann er beträchtliche Einnahmen generieren und eine gute Möglichkeit sein, für dein Restaurant und den mit dir zusammenarbeitenden Betrieb zu werben.
Lokale Food-Blogger und Influencer einbinden
Die Nutzung lokaler Influencer und Food-Blogger kann deinem Restaurant helfen, gerade in schwierigen Zeiten einen Sprung nach vorne zu machen.
Laut Medienforschung sind Blogs die dritteinflussreichste digitale Ressource, die Menschen beim Einkaufen nutzen — und Food-Blogger mit teilweise mehreren Millionen Followern werden immer einflussreicher.
Bevor du dich an einen Food-Blogger wendest, solltest du durch eigene Recherche erst einmal herausfinden, welche Richtung dein Restaurant einschlagen soll. Blogger können dir dabei nicht weiterhelfen, sondern nur Aufmerksamkeit in dem Food-Bereich erzeugen, in dem sie selbst tätig sind.
Vergewissere dich also, dass die Zielgruppe des Blogs auch der entspricht, die du gerne in deinem Restaurant hättest. Bei einer ersten Kontaktaufnahme solltest du ein gemeinsames Brainstorming durchführen und dem Blogger ein kostenloses Essen anbieten — so bekommt er oder sie auch gleich einen Eindruck von deinen Qualitätsansprüchen.
Flexible Raumgestaltung und kreative Lösungen
Wenn die Gästezahlen zurückgehen oder du mit Platzbeschränkungen kämpfst, denke über flexible Raumkonzepte nach. Trennwände aus Acrylglas, die sich in vielen Branchen bewährt haben, können nicht nur Hygieneanforderungen erfüllen, sondern auch kreativ gestaltet werden — etwa in Zusammenarbeit mit einer lokalen Galerie.
Bevor du in neue Ausstattung investierst, solltest du einen klaren Plan deiner räumlichen Gegebenheiten haben und die Optionen sorgfältig durchrechnen. Transparente Kunststoffplatten sind leicht zu reinigen, flexibel aufstellbar und fallen optisch kaum auf. Der Aufwand ist gering, die Gäste fühlen sich nicht gestört und können ihren Aufenthalt voll genießen.




