Eine Pressemitteilung. 15 Cent Faxkosten.
Ergebnis: Forbes-Doppelseite. Gegenwert: 105.000 Dollar.
ROI: 70.426.000 Prozent.
Das ist kein Tippfehler. Und es ist keine Ausnahme.
Ein Restaurantbesitzer an der Route 66 schickte eine einzige Pressemitteilung. Das Ergebnis: eine offizielle Stadtproklamation, eine Polizei-Eskorte, eine Marine-Ehrenwache, sieben Seiten in der Lokalzeitung. Kosten: null Euro.
Ein Koch in Iowa schickte eine einzige Pressemitteilung. Das Ergebnis: CNN, BBC, Time Magazine. Ein Radiosender in Peru. Ein Fernsehteam aus den Niederlanden. Kosten: null.
Du brauchst kein PR-Budget. Du brauchst kein Netzwerk. Du brauchst keine Agentur die 2.000 Euro pro Monat berechnet um deinen Namen in Zeitungen zu platzieren.
Du brauchst 1 Seite, 300 Wörter — und eine Geschichte die jemanden interessiert.
Die hast du. Du weißt es nur noch nicht.
Was du in diesem Artikel lernst:
- Warum ein Zeitungsartikel über dich wertvoller ist als jede Anzeige die du je schalten könntest
- Die 4 Story-Typen die Journalisten immer interessieren — mit konkreten Restaurant-Beispielen
- Die 1-Seiten-Pressemitteilungs-Formel: Aufbau, Überschriften-System, "Who-Cares"-Test
- Den 12-Wochen-Plan der von null Medienpräsenz zur Presse-Wand führt
- 20 Story-Ideen die du sofort verwenden kannst — in jeder Jahreszeit
| Was | Warum das wichtig ist |
|---|---|
| Werbung = du sagst du bist gut | Gäste zweifeln. Journalist sagt es = Gäste glauben. |
| 4–5 Artikel/Jahr bei 1 PM/Monat | Bei 30–40% Erfolgsquote ohne weiteres realistisch |
| Werbewert 15.000–50.000 €/Jahr | Kosten: unter 50 € — Portowerig + etwas Druckkosten |
| Presse-Wand im Eingangsbereich | Gäste sind überzeugt BEVOR sie das erste Gericht bestellen |
| Jedes Event = 2 Pressemitteilungen | Ankündigung + Nachbericht. Doppelter Ertrag, gleicher Aufwand |
| Lokale Medien BRAUCHEN Inhalte | Sie müssen täglich ihre Seiten füllen. Du hast Geschichten. |
15 Cent vs. 1.800 Euro — und warum 15 Cent gewinnt
Lass mich dir eine Frage stellen.
Wenn du eine Anzeige in der Lokalzeitung schaltest und darin schreibst: "Das beste Restaurant der Stadt — authentisch, frisch, herzlich" — was glaubst du wie viele Leser das für bare Münze nehmen?
Jetzt stell dir vor, neben dieser Anzeige steht ein Artikel der Lokalredaktion. Titel: "Wie ein Restaurant in unserer Stadt die Gemeinschaft neu zusammenbringt." Darin: dein Name, deine Geschichte, dein Konzept. Selbe Aussage — du bist gut. Aber diesmal sagt es nicht die Anzeige. Diesmal sagt es die Zeitung.
Wer glaubst du überzeugt mehr?
Das ist die fundamentale Asymmetrie zwischen Werbung und Publicity.
Werbung bedeutet: DU sagst dass du gut bist. Und weil jeder weiß dass du dafür zahlst, entsteht automatisch Zweifel. "Natürlich sagt er das. Er hat die Anzeige bezahlt."
Ein redaktioneller Artikel bedeutet: Eine unabhängige dritte Partei — ein Journalist, eine Redaktion, ein Medium — hat entschieden dass deine Geschichte es wert ist gedruckt zu werden. Das ist kein Marketing. Das ist Glaubwürdigkeit.
Und Glaubwürdigkeit kaufst du nicht. Die verdienst du — mit einer guten Geschichte.
Die wirtschaftliche Realität dazu: Eine Halbseiten-Anzeige in einer Regionalzeitung kostet je nach Auflage 800 bis 2.500 Euro. Ein halbseitiger redaktioneller Artikel über dein Restaurant hat denselben Werbewert — aber er überzeugt fünf- bis zehnmal mehr, weil der Leser weiß dass niemand dafür bezahlt hat.
Wes Karner vom Red Cedar Inn schickte eine Pressemitteilung. Das Ergebnis war eine Stadtproklamation, eine Polizei-Eskorte, eine Marine-Ehrenwache und sieben Seiten in der Lokalzeitung. Keine Anzeige der Welt hätte diese Wirkung erzielt — nicht weil der Inhalt besser war, sondern weil die Zeitung ihn erzählt hat. Nicht er.
"Zeitungen müssen jeden Tag ihre Seiten füllen. Du hast Geschichten. Die brauchen Geschichten. Das ist kein Gefallen den du erbittest — das ist ein Tausch."
Der Gastronom als lokaler Celebrity: Du kochst mit mehr Leidenschaft als jeder Koch im Fernsehen. Der einzige Unterschied ist dass die im Medium sind und du nicht. Das ist keine Frage von Talent, Qualität oder Persönlichkeit. Das ist eine Frage von Sichtbarkeit — und Sichtbarkeit beginnt mit einer Pressemitteilung.
Was du jetzt tun kannst: Denk an die letzten sechs Monate in deinem Restaurant. Was war ungewöhnlich? Was war besonders? Was hat einen Gast überrascht, bewegt, begeistert? Schreib es auf ein Post-It. Das ist deine erste Story-Idee. Sie ist bereits vorhanden — du musst sie nur sehen.Die 4 Story-Typen die Journalisten immer interessieren
Journalisten schreiben nicht über Restaurants. Sie schreiben über Menschen, Gemeinschaft, Probleme, Lösungen und Ereignisse. Wenn dein Restaurant der Kontext für eine dieser Geschichten ist — bist du drin.
Hier sind die vier Story-Typen die funktionieren. Immer.
Typ 1: Die Gemeinschafts-Story
Das ist der einfachste Einstieg für jeden Gastronomen der noch nie eine Pressemitteilung geschrieben hat.
Gemeinschafts-Storys verbinden dein Restaurant mit dem Leben der Stadt: Jubiläen, Auszeichnungen, Charity-Aktionen, Zusammenarbeit mit Schulen, Unterstützung lokaler Vereine, Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen, die Feier des 25-jährigen Bestehens eines Serviceteam-Mitglieds.
Jede dieser Handlungen ist eine Geschichte. Und jede Lokalzeitung druckt sie.
Beispiele für Überschriften:
"[Stadtname]-Restaurant spendet jeden Dienstag die Suppe an Bedürftige — bereits 2.000 Portionen"
"Serviceteam des Jahres: [Name] arbeitet seit 22 Jahren in derselben Küche"
"[Restaurant] und Schulklasse entwickeln gemeinsam das neue Saisonmenü"
Du wirst mindestens zwei bis drei dieser Stories pro Jahr haben — wenn du anfängst sie als Stories zu sehen, nicht als Alltag.
Typ 2: Die Problem-Lösungs-Story
Das ist der Story-Typ mit der höchsten Wirkung und dem größten Reichweiten-Potenzial.
Das Prinzip dahinter: Du bist nicht im Restaurant-Geschäft. Du bist im Problem-Lösungs-Geschäft.
Hunger ist das offensichtlichste Problem. Aber dahinter stecken tiefere Probleme: Zeitdruck, Einsamkeit, Romantik-Verlust, fehlende Familienzeit, der Wunsch nach echtem menschlichen Kontakt in einer digitalisierten Welt.
Welches dieser Probleme löst dein Restaurant? Wähle eines. Dann schreib die Geschichte darum.
Beispiel: Dein Restaurant hat jeden Dienstag einen "Gemeinschaftstisch" für Menschen die alleine essen. Die Idee: ältere Gäste die sonst niemanden haben, sitzen mit anderen Menschen am Tisch.
Überschrift: "Kirchheimer Restaurant löst das Problem der Einsamkeit — jeden Dienstag mit freiem Platz am Gemeinschaftstisch"
Das ist eine Geschichte die nicht über Essen handelt. Sie handelt über Menschen. Und Menschen-Geschichten werden immer gedruckt.
Weiteres Beispiel: Du verbannst Smartphones von einem Tisch im Restaurant — dem "Familien-Tisch." Wer dort sitzt, legt das Handy in eine kleine Schachtel auf dem Tisch.
Überschrift: "[Restaurant] gibt Familien zurück was Smartphones genommen haben — der Tisch ohne Display"
Das ist eine Geschichte über ein gesellschaftliches Problem das du mit einem einfachen Mittel löst. Journalist interessiert. Eltern interessiert. Lokalzeitung druckt es.
Typ 3: Die Event-Story
Jedes Event das in deinem Restaurant stattfindet, ist mindestens zwei Pressemitteilungen wert.
Die erste: die Ankündigung. Zwei bis drei Wochen vorher. Was findet statt, warum ist es besonders, wer kann dabei sein.
Die zweite: der Nachbericht. Was war das Ergebnis? Wie viele Menschen? Was war das Highlight? Ein Zitat von einem Gast.
Weinabend, Charity-Dinner, Koch-Workshop, Valentinstags-Spezialmenü, Kooperationsabend mit einem lokalen Erzeuger, Jubiläumsfeier — alles ist ein Event. Alles hat zwei Pressemitteilungen verdient.
Der Denkfehler den die meisten machen: Sie halten ihr Event für "zu klein für die Zeitung." Das stimmt nicht. Lokalzeitungen brauchen Inhalte über das lokale Leben — und 40 Gäste beim Weinabend sind lokales Leben.
Typ 4: Die Persönlichkeits-Story
Das ist deine Geschichte.
Nicht die Geschichte des Restaurants als Betrieb. Sondern deine Geschichte als Mensch: Woher du kommst. Warum du Gastronom geworden bist. Was dich nachts wachhält. Was dich jeden Morgen aufstehen lässt. Deine Philosophie, deine Überzeugungen, dein Weg.
Und dann gibt es noch eine Dimension der Persönlichkeits-Story die die meisten völlig unterschätzen: den Experten-Status.
"Kirchheims führender Experte für vegetarische Küche." Wer widerspricht? Wenn niemand sonst diesen Titel beansprucht — beanspruchst du ihn. Und sobald er gedruckt ist, ist er real.
Ein Koch in Iowa — wir nennen ihn hier David — schrieb eine Pressemitteilung in der er sich als führenden Experten für eine spezifische Küchentechnik positionierte. Das Ergebnis: CNN rief an. Dann BBC. Dann Time Magazine. Dann Radio Peru. Dann ein Fernsehteam aus den Niederlanden.
Er war kein anderer Koch nach diesen Berichten. Er war derselbe Koch — aber jetzt war es gedruckt.
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Im GastroInsider-Newsletter: 1-Seiten-Pressemitteilungs-Vorlage zum Ausfüllen, 20 Story-Ideen nach Jahreszeit sortiert, Media-Listen-Template, und der vollständige 12-Wochen-Plan. → Jetzt kostenlos anmelden und Kit herunterladen: [restaurantwerbung.de/newsletter]Die Pressemitteilungs-Formel: 1 Seite, 3 Abschnitte, fertig
Das ist die Regel über die du nicht verhandelst: eine Seite.
Nicht zwei. Nicht anderthalb. Eine.
Wenn eine Pressemitteilung zwei Seiten hat, signalisiert das dem Journalisten: "Diese Person kennt die Regeln nicht." Und wer die Regeln nicht kennt, wird ignoriert. Eine Seite sagt: "Ich respektiere deine Zeit und kenne das System."
Die Struktur einer funktionierenden Pressemitteilung:Oben links: "FÜR SOFORTIGE VERÖFFENTLICHUNG" — drei Wörter die dem Journalisten sagen: diese Information ist jetzt relevant, nicht in drei Wochen.
Oben rechts: Name + direkte Telefonnummer. Nicht "Kontakt: Restaurant Müller." Sondern: "Kontakt: Michael Krause, 0173 123 4567." Ein echter Name, eine Nummer auf der jemand rangeht. Wer einen anonymen Absender schickt, erhält keine Rückrufe.
Die Überschrift: Das über die alles entschieden wird.Die Überschrift ist der einzige Teil den ein Journalist beim ersten Überfliegen liest. Wenn sie ihn nicht interessiert, landet die Pressemitteilung im Papierkorb — ungeöffnet, ungelesen.
Hier ist der Test: Lies die Überschrift laut vor. Dann frag dich: "Wen interessiert das?" Wenn die ehrliche Antwort "niemanden" oder "nur mich" ist — schreib sie neu.
Schlechte Überschrift: "Restaurant Müller feiert 15-jähriges Bestehen" → Wen interessiert das?
Gute Überschrift: "15 Jahre lang hat kein Tisch je zweimal dieselbe Blumendeko — die Geschichte dahinter" → Das ist eine Geschichte.
Überschriften-Formeln die funktionieren:
"Wie [Restaurant] [konkretes Problem] für [Zielgruppe] löst" "Das [Adjektiv] Restaurant in [Stadt] das [unerwartete Tatsache]" "[Zahl] Jahre, [Zahl] Stammgäste, ein Geheimnis das noch nie gedruckt wurde" "Warum dieses Restaurant seinen Gästen das Geld zurückgibt — wenn [Bedingung]"
Abschnitt 1: Die ganze Story in zwei bis drei Sätzen.Nicht die Details — die Geschichte. Was ist passiert, warum ist es relevant, warum jetzt? Der erste Abschnitt muss die gesamte Story tragen. Alles Weitere ist Ergänzung.
Abschnitt 2: Ein Zitat von dir."'Ich habe dieses Restaurant nicht eröffnet um Essen zu verkaufen,' sagt Michael Krause, 'sondern um dem Viertel einen Mittelpunkt zu geben.' Krause, der seit 23 Jahren in der Gastronomie arbeitet, hat in dieser Zeit..."
Zitate machen Pressemitteilungen menschlich. Und Journalisten lieben Zitate weil sie direkt übernehmen können ohne zu paraphrasieren.
Abschnitt 3: Was der Journalist tun soll."Für weitere Informationen, ein Interview oder eine Besichtigung der Küche steht Michael Krause unter 0173 123 4567 zur Verfügung."
Das ist kein Verkaufstext. Es ist eine Einladung. Offen, konkret, mit einer Telefonnummer.
Der "Who-Cares"-Test:Lies die fertige Pressemitteilung durch und frag dich bei jedem Satz: "Interessiert das jemanden der nicht mit mir befreundet ist?" Wenn die Antwort "nein" ist — streiche den Satz.
Die Media-Torture-Technik — das Einbauen von Fragen in die Pressemitteilung die der Journalist nur beantworten kann wenn er dich anruft, und die Überschriften-Formeln die nachweislich funktionieren — zeige ich regelmäßig im Newsletter. Die Formulierungen sind entscheidend für den Unterschied zwischen Papierkorb und erstem Anruf.
Wo du Journalisten findest — und was du ihnen schickst
Das ist der Teil den die meisten als komplex empfinden. Er ist es nicht.
Die Media-Liste für ein Restaurant:Alle lokalen Tageszeitungen (Hauptredaktion + Lokalteil-Redakteur) Alle Wochenblätter und Anzeigenblätter — diese sind oft EINFACHER als Tageszeitungen, weil sie dringend lokalen Inhalt brauchen Lokale Radiosender (Redaktion oder Moderatoren die lokale Berichte machen) Regionalfernsehen (Wirtschafts- oder Lifestyle-Redaktion) Lokale Online-Nachrichtenportale
Du suchst jeweils: Wer ist der Redakteur für Lokales, Lifestyle, Wirtschaft oder Gastronomie? Dieser Name ist meist auf der Website oder im Impressum zu finden. In einer Stunde hast du 15 bis 30 konkrete Kontakte.
Die Segmente die für Restaurants am besten funktionieren:Lebensmittel und Ernährung (wenn die Zeitung eine hat), Familien und Freizeit, Lokales (fast immer), Wirtschaft (für Jubiläen und Wachstum), Soziales (für Gemeinschafts-Storys).
Was du schickst:Post und Fax funktionieren besser als E-Mail — weil 90 Prozent der PR-E-Mails ungelesen gelöscht werden. Ein physischer Brief oder ein Fax landet auf dem Schreibtisch. Wer noch ein Fax hat: nutzen. Wer nicht: ein Brief per Post mit Briefkopf und deinem Namen.
Gesamtkosten für eine bundesweite Publicity-Kampagne: unter 15 Euro für Porto und Druck.
Der 12-Wochen-Plan: Von null zur Presse-Wand
Das ist kein Theorie-Plan. Das ist ein Schritt-für-Schritt-System das ich dir in Wochen herunterbreche.
Woche 1 und 2 — Vorbereitung:Media-Liste erstellen: 15 bis 30 lokale Kontakte, mit Namen und Adresse. Briefkopf für Pressemitteilungen anlegen. Erste drei Story-Ideen aus diesem Artikel auswählen. Erste Pressemitteilung nach der 1-Seiten-Formel schreiben.
Woche 3 und 4 — Erste Aussendung:Pressemitteilung an alle Kontakte auf der Media-Liste schicken. 48 Stunden warten. Dann einmal nachfassen — kurz, freundlich, keine Drängerei: "Ich wollte fragen ob meine Pressemitteilung bei Ihnen angekommen ist und ob Sie Interesse an einem kurzen Gespräch haben."
Wenn ein Interview angeboten wird: annehmen. Immer.
Woche 5 bis 8 — Aufbauen und sichtbar machen:Erschienene Artikel einrahmen — professionelle Rahmen, nicht Klarsichthülle. An die Wand im Eingangsbereich oder Wartebereich. Gleichzeitig: zweite Pressemitteilung für das nächste Event vorbereiten. Routine etablieren: eine Pressemitteilung pro Monat.
Woche 9 bis 12 — System festigen:Die monatliche Pressemitteilung ist jetzt eine feste Aufgabe — wie die Monatsabrechnung. 30 bis 45 Minuten pro Monat. Nicht mehr. Die Media-Liste wird bei Bedarf erweitert.
Was realistisch zu erwarten ist:Bei einer Pressemitteilung pro Monat — 12 Versuche pro Jahr — liegt die Erfolgsquote bei 30 bis 40 Prozent. Das bedeutet: 4 bis 5 Artikel pro Jahr. Bei einem durchschnittlichen Werbewert von 3.000 bis 10.000 Euro pro redaktionellem Artikel: 12.000 bis 50.000 Euro Werbewert jährlich. Kosten: unter 50 Euro für Porto, Druck und Rahmen.
Worst Case: 1 bis 2 Artikel pro Jahr. Werbewert: 3.000 bis 10.000 Euro. Kosten: 0 Euro. Selbst das schlechteste Ergebnis ist profitabler als jede Anzeige.
Die Presse-Wand: Das mächtigste Vertrauens-Tool das kein Geld kostet
Jeder Artikel der über dein Restaurant erscheint, hat zwei Leben.
Das erste: der Tag an dem er gedruckt wird.
Das zweite: jeden Tag danach — an deiner Presse-Wand.
Was eine Presse-Wand ist und warum sie funktioniert:Kauf einen professionellen Bilderrahmen. Druck den Artikel aus oder schneide ihn aus der Zeitung. Rahmen und hänge ihn auf — im Eingangsbereich, im Wartebereich, auf dem Weg zu den Toiletten, in der Speisekarte.
Nach zehn Artikeln siehst du keine Wand mit Zeitungsausschnitten mehr. Du siehst einen Beweis.
Der Gast der in deinem Wartebereich steht und 15 Rahmen sieht, macht ein unbewusstes Kalkül: "So viele Journalisten können nicht alle irren. Hier muss es gut sein." Er ist überzeugt — bevor er das erste Gericht bestellt, bevor er die Speisekarte aufgeschlagen hat, bevor ein einziger Satz gefallen ist.
Das ist der Effekt der Sozialen Bewährtheit: Menschen vertrauen der Einschätzung anderer, besonders wenn diese andere in einer anerkannten Position sind (Journalist, Redaktion, Medium).
Wie du die Presse-Wand optimal nutzt:Platziere die Rahmen so dass wartende Gäste nicht umhinkönnen sie zu lesen. Hänge nie in einer Ecke die man übersehen kann.
Wenn du TV-Aufnahmen hast: ein kleiner Bildschirm im Wartebereich mit einer Schleife aus den Beiträgen. Ohne Ton oder mit leiser Musik reicht.
Binde Presse-Coverage in die Speisekarte ein: "Wie von [Zeitung] berichtet..." oder "Ausgezeichnet als [Titel]..." am Anfang der Karte — kurz, konkret, ohne Eigenlob.
Und das wichtigste Detail das fast niemand beachtet: Lass Gäste manchmal gezielt ein, zwei Minuten warten — damit sie die Wand sehen. Wer sofort an den Tisch geführt wird, sieht nichts. Wer zwei Minuten im Eingangsbereich steht, sieht alles.
20 Story-Ideen die du sofort verwenden kannst
Hier ist Material für fast zwei Jahre regelmäßiger Pressemitteilungen. Wähle drei aus und fang heute an.
Evergreen — immer aktuell:"Das Geheimnis des dienstältesten Serviceteam-Mitglieds in [Stadt]" — mit 5, 10 oder 15 Dienstjahren. Menschliche Geschichte, lokaler Bezug, Loyalität als Thema.
"Warum [Restaurant] die Speisekarte immer kleiner macht — und mehr Gäste bekommt" — die Geschichte hinter einer Entscheidung die gegen den Mainstream läuft.
"Das Gericht das seit 20 Jahren auf der Karte steht — und warum es niemals geht" — jeder hat ein solches Gericht. Hinter jedem steckt eine Geschichte.
"[Restaurantname] gibt Gästen ihr Geld zurück wenn das Essen nicht in 20 Minuten kommt" — wenn du das nicht machst, kannst du es ankündigen als Überlegung. Wenn du es einführst, schreib die PM.
Saisonal:Januar: "Wie [Restaurant] den schwierigsten Monat der Gastronomie zum besten des Jahres macht" — die Geschichte hinter deiner Januar-Strategie.
Valentinstag: "Die Anatomie eines perfekten Abends — was [Restaurant] hinter den Kulissen vorbereitet"
März/Frühjahr: "Warum das Menü von [Restaurant] jetzt 60 Prozent regionale Zutaten enthält — und was das kostet"
Oktober: "Die Vorbereitung beginnt im Sommer: [Restaurant] erklärt sein Weihnachtsgeschäft"
Dezember: "Das Restaurant das seine Mitarbeiter an Weihnachten nach Hause schickt — und trotzdem ausgebucht ist" — wenn du das machst, ist es eine großartige Geschichte.
Gemeinschaft:"[Restaurant] und die [Schule/Verein/Einrichtung] — eine Partnerschaft die [konkreter Nutzen]"
"[Anzahl] Portionen kostenlose Suppe: [Restaurant] und das Soziale Netzwerk [Stadt]"
"Ausgezeichnet von [Institution] — und was das für [Restaurant] bedeutet"
Problem-Lösung:"Restaurant schafft Anlaufstelle für Singles an Feiertagen — mit dem Gemeinschaftstisch"
"[Restaurant] gibt Familien zurück was Smartphones genommen haben — der Tisch ohne Display"
"Mittagessen in 30 Minuten: Wie [Restaurant] das Problem der kurzen Mittagspause löst"
"Das Restaurant das ältere Menschen am Dienstag mit offenen Plätzen begrüßt — gegen Einsamkeit"
Persönlichkeit:"[Dein Name]: Wie aus [Herkunft/Hintergrund] [Stadt]s bekanntester Gastronom wurde"
"[Anzahl] Jahre in der Küche — was [Dein Name] in dieser Zeit gelernt hat"
"'Ich kenne jeden Stammgast beim Namen' — die Philosophie hinter [Restaurant]"
"[Dein Name] erklärt warum er nie einen Lieferdienst nutzen wird"
Häufige Fragen
Muss ich gut schreiben können um eine Pressemitteilung zu verfassen?Nein. Du musst klar schreiben — das ist nicht dasselbe. Eine gute Pressemitteilung verwendet kurze Sätze, konkrete Fakten und einen einzigen zentralen Gedanken. Literarische Qualität ist nicht gefragt. Klarheit schon. Wer einen Brief schreiben kann, kann eine Pressemitteilung schreiben.
Was wenn der Journalist gar nicht antwortet?Normal. Bei der ersten Aussendung reagieren vielleicht 5 bis 10 Prozent der angeschriebenen Medien. Das klingt wenig — bedeutet aber bei 20 Kontakten ein bis zwei Anrufe. Wichtig: Nach 48 Stunden einmal nachfassen, dann loslassen. Kein Drängen. Und: nächsten Monat die nächste PM schicken. Kontinuität schlägt Einzelversuche.
Was wenn ich nichts Besonderes zu berichten habe?Du hast immer etwas zu berichten. Du bist nur noch nicht in der Denkweise trainiert in der alles eine potenzielle Geschichte ist. Stammgast seit 15 Jahren? Story. Zulieferer aus der Region der eine ungewöhnliche Geschichte hat? Story. Mitarbeiter der trotz einer Herausforderung bei dir ist? Story. Das Leben in einem Restaurant ist täglich Material — wenn man anfängt es so zu sehen.
Kann ich die gleiche Pressemitteilung an alle Medien schicken?Ja — mit kleinen Anpassungen. Eine Tageszeitung bekommt eine etwas andere Ansprache als ein Wochenblatt. Aber der Kern — die Story, die Überschrift, die Struktur — ist gleich. Die Anpassung dauert fünf Minuten.
Was wenn ich ein schlechtes Interview gebe?Vorbereitung ist alles. Vor jedem Interview: drei Kernbotschaften aufschreiben die du kommunizieren willst. Dann: egal welche Frage gestellt wird, antworte und lenk auf eine dieser Botschaften. Das Interview ist kein Verhör — es ist eine Unterhaltung bei der du das Thema kennst und der Journalist nicht. Du hast den Heimvorteil.
Lohnt sich Pressearbeit auch für ein kleines Restaurant?Besonders. Kleine Restaurants in überschaubaren Städten und Gemeinden haben einen massiven Vorteil: die lokalen Medien suchen aktiv nach lokalen Geschichten. Die Konkurrenz um Aufmerksamkeit ist viel geringer als in Großstädten. Ein gutes Restaurant in einer Kleinstadt mit einer guten Story hat eine reale Chance auf den Titelaufmacher im Lokalteil.
Wie reagiere ich wenn ein Artikel kritisch ausfällt?Meld dich beim Journalisten — freundlich, nicht konfrontativ. Erkläre was du anders siehst. In den seltensten Fällen ist ein kritischer Artikel böswillig gemeint. Meistens ist er unpräzise. Und: Kein Artikel ist besser als kein Artikel. Wer über dich schreibt, weiß dass du existierst.
Fazit — Du bist eine Pressemitteilung entfernt
Ich habe in 23 Jahren mit hunderten Gastronomen gearbeitet. Die meisten haben eines gemeinsam: sie unterschätzen ihre eigene Geschichte.
Sie denken: "Ich bin nur ein kleines Restaurant. Wer interessiert sich für das was wir tun?"
Die Antwort: Lokalzeitungen müssen täglich zwischen 16 und 48 Seiten füllen. Wochenzeitungen brauchen Inhalte über das Leben in der Stadt. Radiosender suchen Geschichten aus der Region. All diese Medien-Maschinen brauchen täglich, wöchentlich, permanent neue Inhalte.
Und die meisten Restaurants liefern ihnen nichts.
Das ist deine Chance.
Fünf Dinge die du jetzt weißt:
- Eine Pressemitteilung ist kostenlos — und glaubwürdiger als jede bezahlte Anzeige. Werbung = du sagst es. Artikel = die Zeitung sagt es. Gleiche Aussage, gegenteilige Wirkung.
- Die 4 Story-Typen (Gemeinschaft, Problem-Lösung, Event, Persönlichkeit) funktionieren immer — jeder Gastronom hat mehrere davon pro Jahr, er sieht sie nur nicht.
- Die Formel: 1 Seite, 3 Abschnitte, Who-Cares-Test, ein Name, eine Telefonnummer. Das ist die gesamte Struktur.
- Bei 1 Pressemitteilung pro Monat: 4 bis 5 Artikel pro Jahr. Werbewert 15.000 bis 50.000 Euro. Kosten: unter 50 Euro.
- Die Presse-Wand ist das günstigste Vertrauens-Signal das ein Restaurant haben kann — jeder gerahmte Artikel sagt dem wartenden Gast: "Hier waren Profis und haben es für gut befunden."
Du kochst mit mehr Leidenschaft als jeder Koch im Fernsehen.
Der Unterschied ist nicht Talent. Der Unterschied ist dass die im Medium sind und du nicht.
Das ändert sich mit der nächsten Pressemitteilung — und sie liegt 300 Wörter von dir entfernt.
📰 Das kostenlose Pressemitteilungs-Kit: 1-Seiten-Vorlage zum Ausfüllen, 20 Story-Ideen nach Jahreszeit, Media-Listen-Template mit allen relevanten Verzeichnissen, und der vollständige 12-Wochen-Plan.
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