Kosten & Gewinn

Gastronomie-Krise 2026: 5 Hebel die jetzt entscheiden

1.819.

Michael Krause
Michael Krause
26. März 202618 Min. Lesezeit
Gastronomie-Krise 2026: 5 Hebel die jetzt entscheiden

1.819.

Das ist keine Postleitzahl. Das ist die Anzahl der Restaurants, Cafés und Gastronomiebetriebe die 2025 in Deutschland Insolvenz angemeldet haben. 32 Prozent mehr als im Vorjahr.

48.000 geschlossene Betriebe seit 2020. Verschwunden. Geschlossen. Aufgegeben.

Und die die noch da sind? 41,7 Prozent befürchten Verluste. Personalkosten: plus 25 Prozent seit 2019. Energie: plus 125 Prozent. Der Reingewinn pro Euro Umsatz: zwischen minus 2 und plus 3 Cent.

Das ist die Realität der deutschen Gastronomie im Frühjahr 2026.

Aber es gibt auch eine andere Zahl: 7 Prozent.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt dauerhaft 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen. Die Rückkehr nach zwei Jahren Kampf. Dauerhaft, nicht befristet. 9,43 Euro mehr pro 100 Euro Speisenumsatz.

Die Frage die jetzt entscheidet: Wartest du ab — oder nutzt du die 7 Prozent als Startschuss?

Ich habe in knapp einem Vierteljahrhundert in der Gastronomieberatung sechs Krisen erlebt. Was ich in dieser Zeit gelernt habe: Es gibt immer Restaurants die eine Krise nutzen — und Restaurants die sie erleiden. Der Unterschied liegt selten im Essen. Er liegt im System.

Dieser Artikel ist kein weiterer Bericht über die Krise. Es gibt 50 davon. Dieser Artikel ist ein Aktionsplan.

Die LageWas du JETZT damit machst
1.819 Insolvenzen 2025 (+32%)5 Hebel die entscheiden ob du dazu gehörst
Reingewinn: -2 bis +3 Cent/EuroWareneinsatz und Controlling heute prüfen
48.000 Schließungen seit 2020Datenbank aufbauen — die Krisenversicherung
Personalkosten +25%, Energie +125%Kosten senken OHNE Qualität zu opfern
7% MwSt seit 01.01.2026Die gesparte Marge als Investition, nicht als Entlastung
52% der Deutschen gehen seltener essenMarketing das Gäste HOLT — statt warten bis sie kommen

Die Lage: Warum 2026 das entscheidende Jahr ist

Ich werde dir keine Zahlen schönreden. Das bringt nichts — weder dir noch der Branche.

Das sechste Verlustjahr in Folge. Reale Umsätze die 14,8 Prozent unter dem Niveau von 2019 liegen — trotz Preissteigerungen, trotz gestiegener Gästeausgaben pro Besuch, trotz allem.

Das Gastgewerbe steht 2025 auf Platz 2 aller Branchen bei der Insolvenzrate: 108 von 10.000 Betrieben. Direkt hinter Transport und Logistik. Jedes zehnte Gastronomie-Unternehmen hat 2023 aufgegeben.

Die Kosten-Realität die die Zahlen erklärt:

Wareneinsatz ist gestiegen. Mindestlohn ist gestiegen — und mit ihm alle Löhne, nicht nur der unterste. Energie hat sich mehr als verdoppelt. Pacht und Miete sind um 20 Prozent geklettert. In Summe ergibt das eine Betriebskostenstruktur die vor 2019 undenkbar gewesen wäre.

Die Konsequenz: Was früher 12 bis 15 Cent Reingewinn pro Euro Umsatz gebracht hat, bringt heute minus 2 bis plus 3 Cent. Das ist kein Puffer mehr. Das ist ein Drahtseil.

Und dann: die Gäste. 52 Prozent der Deutschen gehen seltener essen als vor drei Jahren — das zeigen aktuelle Marktdaten. Konsumzurückhaltung, Inflation, die Frage ob das Geld für einen Restaurantabend da ist. Der externe Druck trifft Betriebe die intern bereits am Limit sind.

Und trotzdem: Der Wendepunkt ist jetzt.

Die 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen — dauerhaft seit dem 1. Januar 2026 — sind nicht nur eine Entlastung. Sie sind ein Signal. Die Politik hat verstanden dass die Gastronomie als Kulturinstitution dieses Landes schützenswert ist. Nach zwei Jahren Kampf hat die Branche bekommen was sie gefordert hat.

Die Frage ist: Was machst du damit?

Wer jetzt die richtigen Entscheidungen trifft — heute, diese Woche, diesen Monat — ist in zwölf Monaten in einer anderen Position als wer abwartet und hofft dass es sich irgendwie regelt.

"Die Frage ist nicht ob die Krise real ist. Die Frage ist: Bist du einer der Gastronomen die 2027 noch da sind — oder einer der 1.819?"

Warum die Krise die Falschen trifft — und die Richtigen stärkt

In den vergangenen Jahren habe ich Hunderte Gastronomen begleitet — in guten Phasen und in schlechten. Und ich habe ein Muster beobachtet das mich nicht loslässt.

Es schließen nicht die mit dem schlechtesten Essen. Es schließen die ohne System.

Ich sehe dabei immer wieder drei Muster bei Gastronomen die sich in der Krise an mich wenden:

Muster 1: "Ich arbeite 80 Stunden — der Umsatz sinkt trotzdem."

Der Gastronom der härter arbeitet als jeder seiner Mitarbeiter. Der nie frei macht. Der sich selbst der letzte ist. Und trotzdem sinkt der Umsatz. Nicht weil er faul wäre — sondern weil er im Hamsterrad steckt: Er arbeitet IM Betrieb, nicht AM Betrieb. Jede Stunde die er in der Küche steht, fehlt ihm für Planung, Marketing, System-Aufbau.

Muster 2: "Die Kosten fressen alles auf."

Kein Controlling, kein regelmäßiger Blick auf Wareneinsatz und Personalkosten, kein Break-Even-Bewusstsein. Dieser Gastronom fühlt dass es eng wird — aber er weiß nicht genau wo und wie viel. Ohne Zahlen kann man keine Entscheidungen treffen. Also werden keine getroffen — bis es zu spät ist.

Muster 3: "Meine Gäste kommen nicht mehr."

Keine Datenbank. Kein Newsletter. Keine Geburtstagskampagne. Kein Weg die eigenen Gäste direkt anzusprechen wenn sie ausbleiben. Dieser Gastronom hofft dass Gäste kommen — hat aber kein System um sie zu holen.

In knapp einem Vierteljahrhundert habe ich sechs Krisen gesehen. Die Restaurants die überlebt haben, hatten alle etwas gemeinsam: Sie wussten vor der Krise wer ihre besten Gäste sind — und konnten sie ansprechen wenn es darauf ankam.

Die unbequeme Wahrheit:

Harte Arbeit rettet kein Restaurant. Ein System schon.

Das sage ich nicht um dich zu entmutigen. Ich sage es weil das Gegenteil des Glaubens — "ich muss einfach mehr arbeiten" — in dieser Krise Betriebe kostet die eigentlich gut genug waren.

Du hast bis hierhin durchgehalten. Das zeigt echte Stärke — die Art die man nicht kaufen kann. Aber Durchhalten ist keine Strategie. Strategie ist: die richtigen fünf Hebel ziehen, statt 80 Stunden lang die falschen.

Die Restaurants die 2027 noch da sind, sind nicht zwingend die mit dem besten Essen. Sie sind die die im Frühjahr 2026 aufgehört haben zu hoffen — und angefangen haben zu handeln.

Der MwSt-Turbo: Was du mit den 7 Prozent JETZT machst

Die 7 Prozent sind da. Nach zwei Jahren Kampf. Dauerhaft.

Jetzt kommt der Teil den die meisten Gastronomen falsch angehen.

Die Rechnung die viele nicht machen:

Bei 100 Euro Speisenumsatz (brutto) ergibt sich folgendes:

Mit 19 Prozent Mehrwertsteuer — wie 2024 und 2025 — blieben nach Abzug der Steuer 84,03 Euro netto. Das Finanzamt bekam 15,97 Euro.

Mit 7 Prozent — seit dem 1. Januar 2026 — bleiben 93,46 Euro netto. Das Finanzamt bekommt 6,54 Euro.

Differenz: 9,43 Euro mehr pro 100 Euro Speisenumsatz. In deiner Kasse, nicht beim Finanzamt.

Bei 25.000 Euro monatlichem Speisenumsatz: 2.358 Euro mehr pro Monat. 28.292 Euro pro Jahr.

Das ist kein Kleingeld. Das ist ein Marketing-Budget.

Was die meisten damit machen: Aufatmen und hoffen.

Die Entlastung landet als Puffer in der schmalen Marge. Preise bleiben wo sie sind. Das System bleibt wie es ist. Die Hoffnung: Jetzt wird's besser.

Vielleicht. Aber wahrscheinlich nicht — weil Personalkosten weiter steigen, weil 52 Prozent der Deutschen zurückhaltender beim Ausgehen sind, und weil der strukturelle Druck durch eine Steuersenkung allein nicht behoben wird.

Was die Gewinner damit machen: Investieren.

Ein Restaurant mit 30.000 Euro Speisenumsatz pro Monat gewinnt durch die 7 Prozent rund 2.800 Euro monatlich zurück. Wer davon 500 Euro in Geburtstagskampagne und Newsletter investiert, kann innerhalb von 90 Tagen 3.000 bis 5.000 Euro Mehrumsatz sehen.

Die 7 Prozent werden nicht zum Überleben-Pflaster — sie werden zum Wachstums-Turbo.

Das ist der Unterschied zwischen einem Gastronomen der die Krise erleidet — und einem der sie nutzt.

Die genaue Berechnung was die 7 Prozent für deine spezifische Umsatzstruktur bedeuten — inklusive der Speisen-Getränke-Aufteilung die viele falsch machen — zeige ich regelmäßig im Newsletter. Die Marge die du gewinnst, ist der Hebel. Aber nur wenn du weißt wie groß er ist.

Mehrwertsteuer Gastronomie 2026: Die vollständige Übersicht

🚨 Wenn du merkst dass du jetzt Unterstützung brauchst

Ich biete kurze Strategiegespräche für Gastronomen die wissen dass das Geschäft läuft — aber nicht so wie es sollte. Kein Verkaufsgespräch. Ein ehrlicher Blick auf deine Situation: Was brennt am meisten? Welche 3 Hebel haben den höchsten ROI für DICH?

→ Zum Strategiegespräch: [restaurantwerbung.de/gastronomieberatung]

Die 5 Krisen-Hebel die jetzt entscheiden

Das sind keine Ideen. Das sind die fünf Hebel die ich in Betrieben sehe die eine Krise überleben — und in denen die sie nicht überleben, fehlen.

Du musst nicht alle fünf heute umsetzen. Aber du musst heute anfangen — mit dem der bei dir am meisten brennt.

Hebel 1: Wissen wo du stehst — Zahlen, nicht Gefühl

Ich frage jeden Gastronomen den ich berate als erstes: Weißt du deinen Wareneinsatz von dieser Woche?

Die meisten wissen es nicht. Sie wissen ungefähr wie der Monat war. Sie haben ein Gefühl. Aber keine Zahl.

In einer Krise kostet dich dieses Gefühl Geld.

Der Wareneinsatz ist deine wichtigste Echtzeit-Kennzahl. Ziel: 28 bis 35 Prozent des Nettoumsatzes. Über 38 Prozent: akuter Handlungsbedarf. Über 40 Prozent: du verlierst bei jedem Gericht.

Dazu: der Break-Even. Bei welchem Tagesumsatz bist du in der Gewinnzone? Das ist keine abstrakte Zahl — das ist dein täglicher Kompass. Wenn du ihn kennst, weißt du jeden Abend ob du ihn erreicht hast. Wenn du ihn nicht kennst, lebst du im Ungefähr.

Und die Personalkosten: 40 Cent pro Euro Umsatz ist der neue Normal in 2026. Mit dem gestiegenen Mindestlohn ergeben sich für die untersten Lohngruppen tatsächliche Gesamtkosten von 17 Euro pro Stunde — nicht 12 Euro.

Wer diese drei Zahlen kennt, kann Entscheidungen treffen. Wer sie nicht kennt, reagiert — immer zu spät.

Gastronomie Insolvenz verhindern: 7 Frühwarn-Kennzahlen

Hebel 2: Die Gästedatenbank aufbauen — deine Krisenversicherung

Eine meiner Klientinnen hat mir das erzählt: 2020, Restaurants geschlossen, Umsatz null. Sie hat sich hingesetzt, eine E-Mail an 1.700 Gäste geschrieben, Gutscheine angeboten. 17.500 Euro an einem einzigen Abend — bei geschlossenem Restaurant.

Ihre Nachbarin, ein ähnlich großes Lokal, ohne Datenbank: null Euro.

Das ist keine Einzelfallgeschichte. Das ist der Unterschied zwischen einem Betrieb der eine Liste hat — und einem der hofft.

Die Datenbank ist deine Krisenversicherung. Sie ist das Asset das nicht rostet, nicht abnützt und nicht von der Konjunktur abhängt.

Wo du anfängst: Ab heute. Jede Reservierung: E-Mail-Adresse erfassen und Geburtstag erfragen. Jede Quittung: QR-Code auf Newsletter-Anmeldung. WLAN-Anmeldung mit E-Mail-Adresse. Geburtstags-Angebot gegen Eintragung.

Ziel für den ersten Monat: 200 E-Mail-Adressen mit Geburtstagen. Kosten: null Euro. Zeitaufwand: ein Aufsteller auf dem Tisch und eine freundliche Frage bei der Reservierung.

Mit 200 Kontakten kannst du eine Geburtstagsmaschine starten. Mit 500 einen Newsletter. Mit 1.000 bist du Krisen-resistent.

Einer meiner Klienten war kurz vor der Schließung. Erste Kampagne, kleine Datenbank, 17 Euro Kosten — 4.750 Euro Ertrag. Das ist kein Wunder. Das ist ein System das greift.

E-Mail-Marketing für Restaurants: Der verlässlichste Kanal

Hebel 3: Speisekarte als Gewinn-Maschine — nicht als Menüliste

Deine Speisekarte ist dein wichtigstes Verkaufsdokument. Wer das nicht so behandelt, lässt täglich Geld auf dem Tisch.

Menu Engineering — die Methode die bestimmt welche Gerichte wo stehen und wie sie beschrieben werden — steigert den Gewinn bei konsequenter Anwendung um 10 bis 27 Prozent. Ohne einen einzigen neuen Gast.

Wie? Indem die profitabelsten Gerichte in die sogenannte Goldene Zone (oben rechts auf der Karte) rücken. Indem Verlustbringer gestrichen werden. Indem Gerichte mit hohem Deckungsbeitrag so beschrieben werden dass Gäste sie wählen.

Gleichzeitig: Portionen standardisieren. Jedes Gramm Abweichung ist bares Geld. Ein Koch der die Pasta großzügiger portioniert als das Rezept, kostet dich bei 50 Portionen pro Tag schnell 30 bis 50 Euro täglich — 1.000 Euro pro Monat, 12.000 Euro pro Jahr.

Und die Preise: Ja, auch in der Krise. Die 7 Prozent geben dir Spielraum ohne dass der Gast etwas merkt — weil du die Preise anpassen kannst ohne die Belastung für den Gast zu erhöhen. Wer diese Chance nicht nutzt, lässt die wertvollste Preisanpassungsmöglichkeit seit Jahren ungenutzt.

Speisekarte erstellen: Menu Engineering von Grund aufPreiserhöhung im Restaurant: Wann und wie

Hebel 4: Schwache Tage füllen — das unterschätzte Potential

Dein Freitagabend läuft? Gut. Das ist nicht dein Problem.

Dein Problem ist der Dienstag. Der Mittwoch. Der Donnerstag. Die Tage wo du Fixkosten von 800 bis 1.500 Euro trägst — und 200 Euro Umsatz machst.

Diese Tage sind das größte ungenutzte Potenzial und gleichzeitig der größte Fixkostenblock im Monat.

12 schwache Abende pro Monat × 1.200 Euro Fixkosten = 14.400 Euro Verlust der von deinem Wochenende ausgeglichen werden muss.

Was ein einziger konsequent bespielter Wochentag bringen kann: Ein Familiendienstag der 10 Familien zieht bringt 900 Euro statt 200. Pro Monat: 2.800 Euro Differenz. Pro Jahr: 33.600 Euro Mehrumsatz.

Events, Themenabende, After Work — jeder schwache Tag der eine Identität bekommt, wird besser. Nicht perfekt. Aber besser. Und besser reicht um die Bilanz zu verändern.

Jedes Event ist gleichzeitig eine Datenbank-Ernte: Neue Kontakte, neue Geburtstage, neue Stammgäste.

Restaurant unter der Woche auslasten: 7 Hebel

Hebel 5: Kosten senken — intelligent, nicht blind

In der Krise wird gerne als erstes an der Speisekarte gespart. Kleinere Portionen. Günstigere Zutaten. Schlechterer Service.

Das ist der teuerste Fehler den ein Gastronom in der Krise machen kann.

Gäste spüren es sofort. Sie kommen nicht wieder. Und in einer Zeit wo ohnehin weniger Menschen ausgehen, verliert der Betrieb die letzten die noch kamen.

Was du stattdessen schneidest:

Food Waste zuerst. 4 bis 10 Prozent des gesamten Wareneinkaufs landen in deutschen Restaurants im Müll. Die Hälfte davon durch bessere Planung, kleinere Bestellmengen und konsequente Nutzung von Überbeständen in Tagesspecials zu reduzieren, spart bei 10.000 Euro monatlichem Wareneinkauf 200 bis 500 Euro pro Monat — 2.400 bis 6.000 Euro im Jahr.

Energie ist der zweite Hebel. Bei +125 Prozent gegenüber 2019 zahlt sich jede Maßnahme schnell zurück: LED-Umrüstung, Standby-Abschaltung bei Küchengeräten, Stoßlüften statt gekippte Fenster beim Heizen. Typische Einsparungen: 15 bis 30 Prozent des Energieverbrauchs.

Lieferanten neu verhandeln. In einer Krise wo auch deine Zulieferer unter Druck stehen, sind viele verhandlungsbereit. Wer nicht fragt, bekommt keine Nachlässe. Wer fragt — manchmal schon.

Was du NICHT kürzt: Service-Qualität, Portionsgröße (die kommunizierte), Marketing. Das sind die drei Kostenpositionen die in der Krise wie Ausgaben aussehen — aber Investitionen sind.

Betriebskosten im Restaurant senken: 12 Hebel

"Ich arbeite doch schon 80 Stunden" — die häufigste Antwort und warum sie das Problem ist

Ich kenne diesen Satz. Ich höre ihn in beinahe jedem Erstgespräch.

Und ich verstehe ihn. Wer 80 Stunden pro Woche arbeitet, gibt alles. Wer so viel gibt und trotzdem nicht vorankommt, hat jedes Recht erschöpft und frustriert zu sein.

Aber hier ist die Wahrheit die ich dir sagen muss, auch wenn sie wehtut:

80 Stunden in der Küche lösen kein Umsatzproblem. Sie maskieren es — solange der Körper mitmacht.

Einer meiner Klienten hat seinen Arbeitsaufwand von 80 auf 50 Stunden pro Woche reduziert. In derselben Zeit ist sein Jahresumsatz von 439.000 auf 852.000 Euro gestiegen — er hat ihn nahezu verdoppelt. Nicht trotz weniger Arbeit. Wegen weniger Arbeit — weil er Zeit gewonnen hat um sein System aufzubauen.

Die freien 30 Stunden hat er nicht geschlafen. Er hat die Geburtstagskampagne eingerichtet. Den Newsletter aufgebaut. Die Kooperationen verhandelt. Das Menu Engineering gemacht.

Drei Stunden pro Woche am Marketing sind in der Gastronomie mehr wert als zwanzig Stunden in der Küche. Nicht weil die Küche unwichtig ist — sondern weil das Marketing entscheidet ob die Küche voll ausgelastet ist oder nicht.

Du bist kein schlechter Gastronom. Du bist ein guter Gastronom in einem System das gegen dich arbeitet.

Und das System änderst du nicht mit mehr Arbeit. Du änderst es indem du aufhörst nur zu rennen — und anfängst zu schauen wohin.

Hilfe zu holen ist keine Niederlage. Es ist die klügste Entscheidung die ein Gastronom in der Krise treffen kann. Wer krank ist, geht zum Arzt — nicht weil er schwach ist, sondern weil das Klügste ist was man tun kann.

Der Notfallplan für scheiternde Restaurants: 5 Schritte

Die 3 Restaurants die die Krise überleben

Ich habe Hunderte von Betrieben durch Krisen begleitet. Und die die auf der anderen Seite ankamen, lassen sich in drei Typen einteilen.

Typ 1: Der mit der Datenbank.

Er hat 1.000 und mehr Kontakte in seiner Gästedatenbank. E-Mails, Geburtstage, Präferenzen. Er kann jederzeit eine Kampagne starten, einen leeren Januar füllen, auf eine Krise reagieren. Er ist von keinem Algorithmus abhängig, von keiner Plattform, von keiner Konjunktur allein.

Typ 2: Der mit dem System.

Seine Geburtstagsmaschine läuft. Der Newsletter geht monatlich raus. Die Bewertungs-Automatisierung arbeitet. JV-Partner schicken Gäste. Er macht nicht jeden Tag Marketing — sein Marketing macht jeden Tag für ihn.

Typ 3: Der mit den Zahlen.

Er kennt seinen Wareneinsatz auf ein halbes Prozent genau. Er weiß welches Gericht Gewinn bringt und welches nicht. Er macht monatlich eine Break-Even-Analyse und weiß immer ob der Monat in der Gewinnzone ist oder nicht. Er kann Entscheidungen treffen weil er Daten hat — nicht nur Gefühle.

Du musst nicht alle drei sein. Aber du musst heute entscheiden welcher du werden willst — und damit anfangen.

Welcher der drei bist du gerade? Und welcher fehlt dir am meisten?

Die Antwort auf diese Frage zeigt dir deinen nächsten Schritt klarer als jede allgemeine Empfehlung.

Der Restaurant-Marketing-Audit: 30 Fragen, 15 Minuten

Häufige Fragen von Gastronomen in der Krise

Sollte ich jetzt meine Preise erhöhen oder abwarten?

Die 7 Prozent geben dir Spielraum den du vorher nicht hattest. Wenn deine Preise seit 2022 nicht angepasst wurden — trotz 25 Prozent höherer Personalkosten und 125 Prozent höherer Energiekosten — dann ist die Antwort: Erhöhe sie. Nicht weil du gierig bist, sondern weil du überleben willst. Kommuniziere es ehrlich. Gäste verstehen Preissteigerungen wenn sie erklärt werden.

Ist jetzt ein guter Moment um zu investieren?

Ja — mit Augenmaß. Die Investitionen die sich in der Krise am schnellsten amortisieren: Marketing (Geburtstagskampagne, Newsletter), Controlling-Software, und Food-Waste-Reduktion. Das sind keine großen Ausgaben. Der ROI kommt innerhalb von 90 Tagen.

Was wenn mein Standort das eigentliche Problem ist?

Ein schlechter Standort ist eine echte Herausforderung. Aber in meiner Erfahrung ist schlechte Lage selten der einzige Grund für schlechte Zahlen. Ich habe Klienten in Kleinstädten mit 7.000 Einwohnern begleitet die auf 100.000 Euro Monatsumsatz gewachsen sind. Die Lage war kein Vorteil — das System war der Vorteil.

Ich habe kaum Zeit für Marketing — was ist das Wichtigste?

Eins: Datenbank. Fange heute an jeden Geburtstag und jede E-Mail-Adresse zu sammeln. Das kostet dich täglich fünf Minuten. Und es baut das Asset auf das dich in der nächsten Krise rettet.

Wann sollte ich einen Notfallplan aktivieren?

Wenn dein Wareneinsatz über 38 Prozent liegt. Wenn deine Personalkosten über 45 Prozent liegen. Wenn du in drei aufeinanderfolgenden Monaten unter dem Break-Even warst. Wenn du weißt dass du die nächste Miete nicht aus dem laufenden Betrieb zahlen kannst. Dann ist jetzt der Moment — nicht in einem Monat.

Fazit: 2026 ist kein Jahr zum Abwarten

Die Zahlen sind real. Die Krise ist real. 1.819 Insolvenzen, 48.000 Schließungen, -2 bis +3 Cent Reingewinn pro Euro — das ist keine Panikmache. Das ist die Realität.

Aber Krisen sind auch Filter. Sie trennen die Betriebe die ein System haben von denen die improvisieren. Die die wissen wo sie stehen von denen die hoffen. Die die ihre Gäste kennen und ansprechen können von denen die auf Laufkundschaft warten.

Die MwSt-Senkung ist die Chance. Die Krise ist der Filter. Auf welcher Seite du stehst, entscheidest du jetzt.

Fünf Dinge die du HEUTE noch tun kannst — nicht nächste Woche, nicht wenn es ruhiger wird:

Erstens: Deinen Wareneinsatz von dieser Woche berechnen. Zahl, nicht Gefühl.

Zweitens: Ab sofort bei jeder Reservierung E-Mail-Adresse und Geburtstag erfragen. Kein Aufwand. Großer Effekt.

Drittens: Den nächsten schwachen Wochentag als Event planen. Familienabend, Themenabend, After Work — eine Idee, heute festlegen.

Viertens: Berechnen was die 7 Prozent für deinen monatlichen Speisenumsatz bedeuten — und entscheiden was du damit investierst.

Fünftens: Ehrlich beantworten welcher der drei Typen du bist — der mit der Datenbank, der mit dem System, der mit den Zahlen — und entscheiden welcher du als nächstes wirst.

Die Restaurants die 2027 noch da sind, sind nicht die mit dem besten Essen.

Es sind die die im Frühjahr 2026 aufgehört haben zu hoffen — und angefangen haben zu handeln.

Wenn du merkst dass du jetzt Unterstützung brauchst:

Es gibt einen Unterschied zwischen einem Restaurant das durch die Krise muss — und einem das durch die Krise kommt. Der Unterschied ist oft ein Gespräch das zeigt wo die drei wichtigsten Hebel für DEIN Betrieb liegen.

Wenn du weißt dass dein Restaurant gut genug ist aber das System fehlt — meld dich. Das ist kein Scheitern. Das ist die klügste Entscheidung die du in dieser Situation treffen kannst.

→ Zum Strategiegespräch: [restaurantwerbung.de/gastronomieberatung]

Und wenn du noch nicht bereit für ein Gespräch bist, aber wissen willst was andere Gastronomen gerade tun um die Krise zu überleben — der Newsletter zeigt es, Kampagne für Kampagne, Hebel für Hebel.

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