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Newsletter Gastronomie: So baust du ihn richtig auf

Eine meiner Klientinnen hat mir das erzählt.

Michael Krause
Michael Krause
26. März 202617 Min. Lesezeit
Newsletter Gastronomie: So baust du ihn richtig auf

Eine meiner Klientinnen hat mir das erzählt.

Restaurants geschlossen. Umsatz null. Zukunft unklar. Kein einziger Gast betritt die Tür — nicht wegen schlechtem Essen, nicht wegen Preis, nicht wegen Konkurrenz. Die Welt stand still.

Sie hat sich hingesetzt. Eine E-Mail geschrieben. Auf "Senden" gedrückt.

Und 17.500 Euro eingenommen. An einem einzigen Abend.

Keine Anzeigen. Kein Budget. Keine Agentur. Nur eine Liste von 1.700 Gästen die ihr vertrauten — und ein Angebot das zur richtigen Zeit ankam.

Das ist kein Einzelfall. Das ist das Prinzip hinter dem Restaurant-Newsletter: Du sprichst direkt mit Menschen die dich kennen, die dir vertrauen, und die einen konkreten Anlass brauchen um heute Abend zu dir zu kommen statt auf der Couch zu bleiben.

14.500 Abonnenten. Ich sage das nicht um zu prahlen. Ich sage es damit du verstehst, warum ich den Restaurant-Newsletter für das unterschätzteste Werkzeug in der deutschen Gastronomie halte. Kein einziger Instagram-Post hat mir jemals so viel Umsatz gebracht wie eine einzige E-Mail an diese Liste. Und ich mache beides.

Der Unterschied: Social Media ist ein Schaufenster. Der Newsletter ist eine Einladung.

In diesem Artikel bekommst du die Umsetzung — das technische Setup, die richtigen Inhalte, die Frequenz, und den Weg von null auf die erste Kampagne. Die Strategie und die ROI-Zahlen dahinter findest du im Artikel E-Mail-Marketing für Restaurants. Dieser Artikel hier ist das Handwerk.

WasWarum das wichtig ist
3.600–4.200% ROI durch E-Mail-MarketingKein anderer Kanal kommt auch nur annähernd heran
500 Abonnenten schlagen 5.000 Instagram-FollowerBeim Umsatz — weil die Liste dir gehört, der Algorithmus nicht
52% der Deutschen gehen seltener essenDer Newsletter liefert den konkreten Anlass der aus "vielleicht" ein "heute Abend" macht
Lieferando hat deine Kundendaten, du nichtDer Newsletter ist der einzige Kanal dem niemand kündigen kann außer dir
Setup: ein NachmittagDanach läuft er — Woche für Woche, Kampagne für Kampagne

Warum ein Newsletter mehr bringt als Instagram, TikTok und Google Ads zusammen — wenn man ihn richtig macht

Lass mich das Kernproblem benennen das hinter jedem Gastronomen steht der "mal was auf Instagram postet".

Instagram gehört Instagram. Facebook gehört Facebook. Lieferando gehört Lieferando. TikTok gehört TikTok.

Du bist auf diesen Plattformen zu Gast — kein Eigentümer. Du zahlst mit deiner Aufmerksamkeit, deiner Zeit, und manchmal mit echtem Geld. Und du darfst bleiben solange die Plattform es erlaubt. Wenn der Algorithmus sich ändert, ändert sich deine Reichweite. Wenn die Nutzungsbedingungen sich ändern, ändern sich deine Möglichkeiten. Wenn die Plattform eine Provision einführt oder deinen Account sperrt — hast du nichts.

Lieferando-AGB: Das Restaurant hat keinen Zugriff auf Kundendaten für eigene Marketingzwecke. Jeder Gast der über Lieferando bestellt, ist Lieferandos Gast — nicht deiner. Du produzierst, sie kassieren, sie behalten die Daten.

Der Newsletter ist das Gegenteil von allem.

Deine Liste gehört dir. Kein Algorithmus entscheidet ob deine E-Mail ankommt. Keine Plattform kann deine Reichweite beschränken. Kein Dritter kann zwischen dich und deine Gäste treten. Du schreibst, du sendest, es kommt an.

Das ist der erste Grund warum der Newsletter die mächtigste Marketing-Waffe eines Restaurants ist.

Der zweite Grund ist der ROI. 3.600 bis 4.200 Prozent Return on Investment durch E-Mail-Marketing — das bedeutet: pro investiertem Euro kommen 36 bis 42 Euro zurück. Diese Zahl ist gemessen, nicht geschätzt. Kein anderer Kanal kommt heran.

Der dritte Grund ist das Timing. 52 Prozent der Deutschen gehen seltener essen als noch vor wenigen Jahren — das zeigen GfK-Daten aus 2024. Der Markt ist unter Druck. In einem Markt wo jeder Zweite zögert, brauchen Gäste einen konkreten Anlass. Eine Push-Benachrichtigung von Instagram gibt keinen Anlass. Eine E-Mail um 17 Uhr mit dem Betreff "Heute Abend noch einen Platz frei?" — die gibt einen.

Und der vierte Grund ist der wichtigste: Du schreibst an Menschen die sich bewusst dafür entschieden haben von dir zu hören. Sie haben ihren Namen eingetragen. Sie wollen Neuigkeiten, Angebote, Geschichten aus deiner Küche. Das ist ein völlig anderes Publikum als jemand der zufällig einen Post in seinem Feed sieht.

500 echte E-Mail-Abonnenten schlagen 5.000 Instagram-Follower beim Umsatz. Weil die 500 dich kennen, wollen, und auf deine Botschaft warten.

Das Setup: Tool wählen, Liste anlegen, DSGVO erledigen — in einem Nachmittag

Das Technische hält viele Gastronomen auf. Dabei ist es der einfachste Teil des Ganzen.

Das richtige Tool wählen

Du brauchst kein teures, kompliziertes System. Du brauchst ein E-Mail-Marketing-Tool das drei Dinge erfüllt: DSGVO-konform (EU-Server oder nachweisbares Privacy-Shield-Äquivalent), kostenlosen Einstieg bis 500 Kontakte, und ein einfaches Interface das du auch nach drei Wochen Pause noch bedienen kannst.

Die meistgenutzten Tools unter meinen Klienten: Brevo (ehemals Sendinblue, EU-Server in Deutschland und Frankreich), Mailchimp (günstig, weit verbreitet, in der kostenlosen Version für den Start ausreichend), KlickTipp (deutsches Unternehmen, besonders stark bei Automatisierungen).

Kein Tool ist das perfekte Tool. Starte mit dem günstigsten das DSGVO-konform ist. Upgrade wenn deine Liste wächst und du Automatisierungen brauchst.

Das Anmeldeformular

Ein Anmeldeformular braucht genau drei Felder: Vorname, Nachname (optional), E-Mail-Adresse. Nicht mehr. Jedes zusätzliche Feld senkt die Eintragungsrate.

Dazu: eine kurze Einwilligungserklärung. "Ich stimme zu, den Newsletter von [Restaurant] zu erhalten. Die Einwilligung kann jederzeit widerrufen werden. Mehr in unserer [Datenschutzerklärung]." Das ist rechtlich ausreichend und nimmt keine zwei Zeilen.

Das Formular stellst du auf deiner Website ein. Es geht auf einer eigenen Landingpage ("Jetzt Newsletter abonnieren"), im Footer, und als Popup das nach 30 Sekunden erscheint.

DSGVO in drei Sätzen

Double-Opt-in ist Pflicht: Wer sich einträgt, bekommt eine Bestätigungs-E-Mail. Erst nach dem Klick auf den Bestätigungslink ist er im Verteiler. Das ist technisch standardmäßig eingestellt in jedem seriösen E-Mail-Tool.

Abmelde-Link muss in jeder E-Mail sein. Auch das erledigt das Tool automatisch.

Für alles weitere — was in deiner Datenschutzerklärung stehen muss, wie du Einwilligungen dokumentierst — nutze den Artikel Datenschutz in der Gastronomie. Das ist ein eigenes Thema, kein Teil des Newsletter-Setups.

Die Willkommens-E-Mail

Die erste Mail die jemand bekommt, entscheidet ob er die zweite öffnet. Sie geht automatisch raus sobald jemand sich einträgt.

Was diese E-Mail leisten muss: sich bedanken, erklären was als nächstes kommt, und sofort etwas Wertvolles liefern. Ein Rezept. Ein Tipp. Ein kleines Angebot. Keine leere Willkommens-Floskel.

"Herzlich willkommen — und danke dass du dich eingetragen hast. Jeden ersten Dienstag im Monat bekommst du von mir: [was genau]. Und weil ein guter Start zählt: [kleines Angebot/Rezept/Tipp]. Bis bald, Michael."

Das kostet dich eine Stunde. Dann läuft es automatisch für jeden neuen Abonnenten.

Was du schreibst: 6 Inhalts-Typen die Gastronomen-Newsletter lesbar und umsatzstark machen

Das ist der Abschnitt der über alles entscheidet.

Die größte Angst hinter dem Restaurant-Newsletter lautet nicht "Wie richte ich das technisch ein?" Sie lautet: "Was soll ich denn schreiben?"

Diese Angst ist berechtigt — denn wer keine Antwort darauf hat, schickt entweder gar nichts oder schickt einen weiteren Mitteilungsblatt-Newsletter der nach drei Ausgaben wieder einschläft.

Die Antwort sind sechs Inhalts-Typen die für jedes Restaurant funktionieren. Du brauchst nicht alle sechs — aber du brauchst drei davon regelmäßig, rotierend, abwechselnd.

Typ 1: Die Aktions-Mail

Das Ziel: ein konkretes Angebot das eine Handlung auslöst. Eine Reservierung. Ein Besuch. Ein Kauf.

Die Aktions-Mail hat immer: ein klares Angebot mit Deadline, einen einzigen CTA (einen Button, einen Link, eine Telefonnummer), und einen Betreff der das Angebot bereits andeutet.

Beispiel-Betreff: "Freitagabend noch frei — für dich als erster" Beispiel-Einstieg: "Wir haben freitags noch drei Tische frei. Die gehören zuerst unseren Newsletter-Lesern."

Typ 2: Die Saison-Mail

Das Ziel: das neue Menü, die saisonale Veränderung, das Spezial das gerade Saison hat — als Geschichte erzählt, nicht als Liste aufgeführt.

Der häufigste Fehler: "Unser neues Herbstmenü ist da." Das interessiert niemanden. Was interessiert: "Heute Morgen war ich auf dem Markt. Der Bauer hatte die letzten Pfifferlinge dieser Saison — und ich habe alle gekauft. Die kommen morgen auf die Karte, und ich weiß schon jetzt dass sie in vier Tagen ausverkauft sein werden."

Die Saison-Mail muss ein Bild im Kopf erzeugen. Eine Geschichte erzählen. Nicht informieren — verführen.

Typ 3: Die Geschichte-Mail

Das Ziel: Vertrauen und Beziehung aufbauen ohne direkten Verkaufsdruck.

Eine Geschichte aus der Küche. Der Lieferant der seit zwölf Jahren derselbe ist. Der Gast der zum 200. Mal seinen Stammtisch hatte. Der Fehler in der Küche letzte Woche und was daraus gelernt wurde. Eine Geschichte über einen Mitarbeiter.

Diese Mails werden am häufigsten geöffnet und am häufigsten weitergeleitet. Nicht weil sie verkaufen — sondern weil sie menschlich sind.

Typ 4: Die Ankündigungs-Mail

Das Ziel: ein kommendes Event oder Angebot so frühzeitig ankündigen dass VIP-Gäste sich zuerst einen Platz sichern können.

"Valentinstag am 14. Februar — die ersten 8 Tische sind ab sofort für Newsletter-Leser reserviert. Alle anderen können ab Montag über unsere Website buchen."

Diese Mail gibt dem Abonnenten das Gefühl besonders zu sein. Er bekommt Zugang zu etwas bevor es öffentlich wird. Das ist eines der stärksten Bindungs-Instrumente das ein Restaurant hat — und es kostet nichts.

Typ 5: Die Reaktivierungs-Mail

Das Ziel: Gäste zurückbringen die eine Weile nicht da waren — oder Abonnenten reaktivieren die schon länger nicht geöffnet haben.

"Du warst eine Weile nicht mehr da — und ich wollte mich kurz melden." Kurz. Menschlich. Mit einem konkreten Anlass: "Hier ist ein Grund wiederzukommen."

Die Reaktivierungs-Mail ist die ehrlichste aller Mail-Typen — weil sie sagt was sie ist. Und genau deshalb funktioniert sie.

Typ 6: Die Event-Mail

Das Ziel: Anmeldungen oder Buchungen für einen konkreten Abend.

Quiz Night am Dienstag. Weinabend am Donnerstag. Kochkurs am Samstagnachmittag. Für jedes Event gibt es zwei Mails: die Ankündigung drei Wochen vorher, und die Last-Chance-Erinnerung zwei bis drei Tage vorher.

Die Last-Chance-Erinnerung hat typisch die höchste Conversion-Rate aller Mails — weil Dringlichkeit und Relevanz zusammentreffen.

Die Verwendungs-Regel: 80 Prozent deiner Mails sind Typ 2, 3 und 6 — Inhalt, Geschichten, Ankündigungen. 20 Prozent sind Typ 1 und 5 — direktes Verkaufen und Reaktivieren. Wer mehr als 30 Prozent direkte Aktions-Mails schickt, verliert Abonnenten.

Die Betreffzeilen-Formel die entscheidet ob deine Mail geöffnet wird — und welche drei Muster bei Restaurantgästen systematisch höhere Öffnungsraten erzielen als alles andere — ist etwas das ich regelmäßig im Newsletter zeige. Betreffzeilen sind kontextabhängig: was für ein Casual Restaurant funktioniert, wirkt für ein Fine-Dining-Betrieb falsch — und umgekehrt.

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Wann und wie oft: Frequenz, Timing und der häufigste Fehler

Frequenz tötet mehr Newsletter als schlechte Inhalte.

Nicht weil zu viel schicken immer schlecht wäre — sondern weil zu wenig schicken das häufigere Problem ist. Gastronomen die alle zwei Monate eine Mail schicken, werden vergessen. Der Gast öffnet die Mail und denkt: "Wer war das nochmal?"

Die Frequenz-Empfehlung:

Für den Start: einmal im Monat. Das ist machbar, das ist ausreichend, und das schafft den Rhythmus der Verlässlichkeit aufbaut.

Nach drei bis sechs Monaten: zweimal im Monat wenn du genug Inhalte hast. Das ist die ideale Frequenz für die meisten Restaurants.

Wöchentlich: nur wenn du eine klare Content-Strategie hast und die Inhalte wirklich da sind. Zwingen schadet mehr als es hilft.

Das Timing:

Allgemeine Ratschläge sagen: Dienstag oder Donnerstag, zwischen 10 und 11 Uhr. Das ist die B2B-Logik — die funktioniert bei Buchhaltern und Unternehmensberatern.

Restaurantgäste folgen einer anderen Logik. Sie entscheiden nicht um 10 Uhr morgens wo sie abends essen. Sie entscheiden nachmittags, wenn der Arbeitstag sich dem Ende nähert und die Frage aufkommt: "Was machen wir heute Abend?"

Den optimalen Versandzeitpunkt speziell für Restaurantgäste — mit dem konkreten Zeitfenster das mit dem Entscheidungsmoment zusammenfällt — behandle ich regelmäßig im Newsletter. Es ist nicht intuitiv, und es unterscheidet sich deutlich von allem was Standard-Marketing-Guides empfehlen.

Der häufigste Fehler:

Zu lange Mails. Ein Gastronomen-Newsletter ist kein Magazin. Er ist eine persönliche Nachricht.

Maximale Länge: 400 bis 600 Wörter. Das sind zwei bis drei Absätze plus ein CTA. Wer mehr schreibt, verliert Leser auf dem Weg zum Ende.

Der zweithäufigste Fehler: Kein einziger CTA. Jede Mail braucht eine einzige klare Handlungsaufforderung. Nicht fünf — eine. "Jetzt reservieren." "Hier klicken und anmelden." "Ruf uns an." Eine Entscheidung ist einfacher als fünf.

Von der Liste zur Maschine: Die 4 Kampagnen-Typen die ein Gastronom-Newsletter braucht

Ein Newsletter besteht nicht nur aus Einzel-Mails. Ein funktionierendes Newsletter-System besteht aus vier Kampagnen-Typen die rotieren und sich gegenseitig ergänzen.

Kampagnen-Typ 1: Die Willkommens-Sequenz

Wer sich in deine Liste einträgt, bekommt nicht nur eine Bestätigungs-Mail. Er bekommt eine drei-Mail-Sequenz über die ersten zehn Tage.

Mail 1 (sofort): Willkommen und sofortiger Wert — ein Rezept, ein Tipp, ein kleines Angebot. Mail 2 (Tag 3): Deine Geschichte — wer du bist, was dein Restaurant besonders macht, warum du es machst. Mail 3 (Tag 7 bis 10): Die erste Einladung — konkret, mit Datum, mit Angebot.

Wer diese Sequenz nicht hat, verschenkt 30 bis 40 Prozent seiner neuen Abonnenten in den ersten zwei Wochen — weil in dieser Phase die Beziehung entsteht oder nicht entsteht.

Kampagnen-Typ 2: Die regelmäßigen Aussendungen

Das sind die monatlichen oder zweiwöchentlichen Mails aus den sechs Inhalts-Typen. Sie sind das Rückgrat des Newsletter-Systems — das was Vertrauen aufbaut, Frequenz schafft, und den Kanal am Leben hält.

Kampagnen-Typ 3: Die Aktions-Kampagnen

Zu saisonalen Anlässen (Valentinstag, Ostern, Muttertag, Weihnachten) und zu eigenen Events gibt es eigenständige Kampagnen — zwei bis drei Mails über ein bis zwei Wochen. Ankündigung, Erinnerung, Last Chance.

Meine Klienten die diese Kampagnen konsequent ausspielen, berichten von 200 bis 800 Euro Zusatzumsatz pro Aussendung — allein durch Reaktivierung von Gästen die vier bis sechs Wochen nicht da waren.

Kampagnen-Typ 4: Die Reaktivierungs-Kampagne

Alle drei bis vier Monate: eine spezifische Kampagne die sich an Abonnenten richtet die länger nicht geöffnet haben. Zwei Mails.

Mail 1: "Wir haben dich eine Weile nicht gesehen — bist du noch dabei?" Mail 2 (eine Woche später, nur für die die Mail 1 nicht geöffnet haben): "Das ist unser letzter Versuch."

Wer nach Mail 2 immer noch nicht reagiert hat: aus der Liste entfernen. Eine saubere, aktive Liste von 300 Abonnenten ist wertvoller als eine aufgeblähte, tote Liste von 1.500. Öffnungsrate und Klickrate entscheiden, nicht die Listengröße.

Die genaue Kampagnen-Rotation — welcher Typ wann, wie oft, in welcher Kombination — erarbeite ich mit Klienten individuell weil sie vom Restauranttyp, der Saisonalität und der Listengröße abhängt. Den Rahmen dafür zeige ich regelmäßig im Newsletter.

Aktionen in der Gastronomie: Was du per Newsletter ankündigst

Die ersten 100 Abonnenten: Wie du deine Liste von Null aufbaust

Die meisten Gastronomen warten darauf dass die Liste irgendwie von selbst wächst. Sie tun es nicht.

Hier sind fünf Methoden die sofort funktionieren:

Methode 1: Der Tisch-Eintrag

Eine kleine Karte auf jedem Tisch: "Jetzt Newsletter abonnieren und als Erstes von unserem nächsten Special erfahren." Mit QR-Code der direkt zum Anmeldeformular führt. Kein Incentive nötig — die meisten Stammgäste tragen sich ein weil sie an dir interessiert sind.

Methode 2: Das Reservierungssystem

Bei jeder Reservierung: Frage nach der E-Mail-Adresse mit dem expliziten Hinweis und der Einwilligungsoption: "Möchten Sie unseren Newsletter abonnieren?" Kein Verkauf, nur Angebot.

Methode 3: Das WLAN

Restaurant-WLAN hinter einem Splash-Screen: WLAN-Passwort nach Eingabe der E-Mail-Adresse. Rechtlich sauber mit Double-Opt-in im Anschluss. Viele Gastronomen sammeln so 5 bis 15 neue Abonnenten pro Woche ohne aktives Zutun.

Methode 4: Der Geburtstags-Anreiz

"Trag dich in unseren Newsletter ein und bekomm zu deinem Geburtstag ein Gratis-Dessert." Das ist der stärkste Einzelanreiz für Erstanmeldungen — weil der Geburtstag emotional aufgeladen ist und der Wert des Angebots sofort verstanden wird.

Gleichzeitig: Du sammelst Geburtstagsdaten — die Basis für die Geburtstagsmaschine.

Methode 5: QR-Code auf der Rechnung

Auf jeder Rechnung: ein kleiner QR-Code mit dem Text "Für Stammgäste: Jetzt Newsletter abonnieren." Der Moment nach dem Essen ist der emotionalste Moment — Gäste die gerade einen schönen Abend hatten, tragen sich ein.

Gästedatenbank aufbauen: Das vollständige System

Häufige Fragen zum Restaurant-Newsletter

Lesen Gäste überhaupt noch E-Mails?

Ja — und zwar mehr als die meisten glauben. E-Mail ist der einzige digitale Kanal der über alle Altersgruppen hinweg funktioniert. Wer seinen Instagram-Feed nicht täglich checkt, checkt trotzdem seine E-Mails. Öffnungsraten von 25 bis 40 Prozent in der Gastronomie sind realistisch — weit über dem was jeder organische Social-Media-Post erreicht.

Wie lang soll ein Newsletter sein?

Kurz. 400 bis 600 Wörter sind das Maximum für reguläre Aussendungen. Eine Mail die in zwei bis drei Minuten gelesen werden kann, wird gelesen. Eine die zehn Minuten braucht, wird geschlossen.

Brauche ich einen Profi-Texter?

Nein. Der beste Newsletter ist der der so klingt wie du sprichst — direkt, persönlich, ohne Agentur-Deutsch. Wer sich beim Schreiben versucht "professionell" anzuhören, verliert genau das was ihn von einem Massenversand unterscheidet: die persönliche Stimme.

Was wenn sich Leute abmelden?

Lass es los. Wer sich abmeldet, war nicht mehr der richtige Empfänger für deine Nachrichten — oder der Zeitpunkt war ungünstig. Eine Abmelderate unter 0,5 Prozent pro Mail ist normal und gesund. Wenn sie dauerhaft über 1 Prozent liegt: Frequenz oder Inhalte überprüfen.

Kann ich meinen Newsletter auch an Geschäftskunden schicken?

Ja — mit dem Hinweis dass B2B-Kommunikation in Deutschland etwas andere rechtliche Anforderungen hat als B2C. Für Firmenkunden-Kommunikation (Weihnachtsfeier-Angebote, Firmenmittagstisch) kann ein separates Segment in deiner Liste sinnvoll sein. Mehr dazu im Artikel Datenschutz in der Gastronomie.

Wie messe ich ob der Newsletter wirkt?

Vier Kennzahlen: Öffnungsrate (wie viele öffnen die Mail), Klickrate (wie viele klicken auf den CTA), Abmelderate (wie viele melden sich ab), und — das Wichtigste — direkte Umsatz-Zuordnung ("Wie haben Sie von unserem Angebot erfahren?"). Wer diese vier Zahlen pro Aussendung kennt, weiß nach drei Monaten genau was funktioniert und was nicht.

Was wenn mein erster Newsletter kaum jemand öffnet?

Das ist normal. Eine neue Liste mit 50 Abonnenten und 35 Prozent Öffnungsrate bedeutet 17 Menschen die deine Mail gelesen haben. Wenn davon drei reservieren: Das ist ein guter Start. Newsletter-Erfolg skaliert mit der Listengröße — der erste Monat zeigt dir ob die Richtung stimmt, nicht ob das System fertig ist.

Fazit — Der Newsletter ist die ruhigste und verlässlichste Wachstumsstrategie die ein Restaurant hat

Was passiert wenn du keinen Newsletter hast und der Algorithmus entscheidet dass dein Post heute niemanden interessiert?

Nichts. Kein Gast. Kein Besuch. Kein Umsatz aus diesem Kanal.

Was passiert wenn du einen Newsletter hast und deine Liste wächst von 200 auf 500 auf 1.000 Abonnenten?

Jede Mail die du schickst, kommt an. Direkt. Ohne Zwischenstation. Ohne Algorithmus. Ohne Konkurrenz im Feed.

Fünf Dinge die du jetzt weißt:

  1. Der Newsletter gehört dir. Instagram kann deinen Account sperren. Google kann dein Ranking ändern. Lieferando kann die Provision erhöhen. Niemand kann dir deine Liste nehmen.
  2. 3.600 bis 4.200 Prozent ROI ist keine Behauptung — es ist gemessenes Ergebnis. Kein anderer Kanal kommt heran.
  3. Die größte Hürde ist nicht Technik — es ist Themenangst. Die 6 Inhalts-Typen lösen sie. Drei davon reichen für den Anfang.
  4. 500 aktive Abonnenten schlagen 5.000 Instagram-Follower beim Umsatz. Weil die 500 dich kennen und auf dich warten.
  5. Das Setup dauert einen Nachmittag. Der erste Newsletter kann nächste Woche rausgehen.

Meine Klientin hat 17.500 Euro aus einer einzigen E-Mail gemacht — weil sie eine Liste hatte als die Krise kam.

Der beste Zeitpunkt um eine Liste aufzubauen war vor fünf Jahren. Der zweitbeste Zeitpunkt ist heute.

Dein erster Newsletter wartet darauf geschrieben zu werden.

📧 4 fertige Newsletter-Vorlagen — kostenlos im Newsletter: Willkommens-Mail, erste Aktions-Mail, Saison-Mail und Reaktivierungs-Mail — mit Betreffzeile, Struktur und Platzhaltern. Plus der DSGVO-Einwilligungstext als Baustein.

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