Coronavirus und die Gastronomie: Wichtige Tipps, Ideen und Infos für Restaurants

Mit diesem Ratgeber können Restaurantinhaber, selbstständige Unternehmer*innen von Hotels und Gastronomie die Corona-Krise besser meistern

Vorabhinweis: Die 1.Version dieses Artikels wurde am 6.März 2020 veröffentlicht. Zwar erfolgt eine Aktualisierung; aber einige Daten zur Krise können veraltet sein.

Der Coronavirus breitet sich weltweit aus und fast keine Branche trifft es härter als die Gastronomie und Hotellerie.

Erst begann es mit dem Ausbleiben von Gästen und der Absage von Veranstaltungen. Mittlerweile sind in vielen Ländern und Gebieten Restaurants komplett geschlossen, es herrschen Ausgehverbote und niemand kann sagen, wie sich die Situation noch zuspitzen wird und wie lange sie andauern wird.

Dieser Artikel zeigt die aktuelle Entwicklung in unserer Branche auf und gibt Hilfestellung an Gastronomen, die von den Auswirkungen betroffen sind.

Hier eine kurze Übersicht über die folgenden Informationen:

1. Wichtige Fakten und Zahlen zur aktuellen Entwicklung

2. Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung für die Gastronomie

3. Maßnahmen, um dem Gäste- und Umsatzrückgang entgegenzuwirken (der wichtigste Teil und größte Teil).

Disclaimer und persönlicher Kommentar von Dipl. Oec Michael Krause, Gründer von GastroInsider und Autor dieses Artikels: Als Marketing Coach und Consultant für die Gastronomie liegt meine Expertise im Marketing & wirtschaftswissenschaftlichen Bereich (Dipl. Ökonom mit über 15 Jahren Erfahrung im Marketing & Business Development für die Gastronomie) aber NICHT im medizinischen Bereich. Und obwohl ich aktuell häufig nach meiner Meinung zur Einschätzung der Virusgefahr befragt werde, würde ich mir nicht anmaßen die medizinische Gefahrenlage öffentlich einzuschätzen, wie dies so häufig von anderen Fachfremden gemacht wird. Nochmals: Ich bin als einer der der führenden Experten für Gästegewinnung und Umsatzsteigerung bekannt – aber nicht für mein Medizinwissen. Deshalb:

Die Wissenschaftlichen Institute bei medizinischen Fragen zum Virus

Stattdessen verweise ich bei Fragen zu den den wissenschaftlichen Fakten der Ausbreitung, Einstufung der Gefahr und wichtigen Tipps im Umgang mit der Krankheit auf die Institute, die auf diesen Bereichen die führenden Spezialisten sind:

Außerdem hat der DEHOGA Bundesverband hier ein sehr hilfreiches Merkblatt zum Coronavirus erstellt, in dem viele Fragen beantwortet werden (Vorsichtsmaßnahmen, Arbeitsrecht und Kurzarbeitergeld, Stornierungen und Betriebsschließungen).

1. Zahlen, Fakten und wichtige Informationen zum Coronavirus in Bezug auf die Gastronomie und die wirschaftlichen Auswirkungen

Um ein besseres Gefühl für die wirtschaftliche Entwicklung, die Denkweise Ihrer Gäste und möglichen Folgen für Ihr Restaurant und/oder Hotel zu bekommen, sind hier einige Fakten zu den Ereignissen der letzten Tage und Wochen:

Anzahl der Infektionsfälle (externer Link zur Karte der Berliner Morgenpost)  

Wirschaftliche  Unterstützungsprogramme von öffentlichen Einrichtungen:

Eine sehr detaillierte Auflistung zu den Programmen mit den jeweiligen Links, finden Sie im 2.Artikel dieser Serie hier: Staatliche Hilfe für Restaurants und Gastronomen, die von der Corona-Krise betroffen sind

Schutzschild für Beschäftigte und Unternehmen (Maßnahmenpaket zur Abfederung der Auswirkungen des Corona-Virus )

Wenn Ihr Unternehmen auf Kurzarbeit umschalten muss, bietet die Agentur für Arbeit Hilfe an: Kurzarbeitergeld möglich Agentur für Arbeit 

Die KfW bietet im Zuge des  Maßnahmenpaketes der Bundesregierung unterschiedliche Kredite, um die kurzfristige Versorgung der Unternehmen mit Liquidität zu erleichternKfW-Corona-Hilfe für Unternehmen

2. Wirtschaftliche Folgen für die Gastronomie

Aus den obigen Entwicklungen und Ereignissen wird ersichtlich, dass die Branche bereits jetzt schon mit stark rückläufigen Gäste- & Umsatzzahlen zu kämpfen hat – obwohl die Krise, nach Einschätzungen von Experten erst im Frühstadium ist.

Allerdings nimmt mit zunehmender Berichterstattung die Angst in der Bevölkerung zu, was weitere Folgen mit sich bringen wird:

  • Es wird weiterhin zu einem Rückgang der Geschäftsgäste kommen, selbst nachdem die Verbreitung des Virus zurückgeht.
  • Absage von Veranstaltungen aller Art. Insbesondere geschäftliche Veranstaltungen aber auch private Veranstaltungen und Feiern. Während es aktuell fast nur Absagen aus Angst vor Krankheit gibt, werden zukünftig noch Absagen auf Grund von Krankheit hinzukommen.
  • Weniger Menschen werden ausgehen (besonders betroffen werden Events sein; aber auch der normale Alltag wird gestört werden).
  • Urlaubsgäste werden vor allem in betroffenen Regionen, aber auch anderorts,   ausbleiben -> Trend zu Urlaub zu Hause, wo man mehr Faktoren unter Kontrolle hat
  • Gastronomen sind durch den Kontakt mit vielen Menschen besonders von der Ansteckung gefährdet (folgen Sie unbedingt den Vorsichtsmaßnahmen, wie beispielsweise im DEHOGA Ratgeber aufgeführt).
  • Gesamtwirtschaftlicher Rückgang und Gefahr einer Rezession, was wiederum den Umsatzrückgang in der Gastronomie verstärkt, da “außer Haus Essen gehen” leider eines der ersten Bereiche ist, an denen gespart wird.

Die Entwicklung zusammengefasst:

Zusammenfassend muss mit einem hohen branchenweiten Umsatzrückgang gerechnet werden, der teilweise (Stand 8.3.) schon begonnen hat. Auch Bernd Niemeier, Präsident des DEHOGA in Nordrhein-Westfalen, stimmt zu indem er sogar meint: „Wir sind mit einer Situation konfrontiert, wie wir sie noch nicht erlebt haben, auch nicht 2008/2009 nach der Bankenkrise“.

3.Maßnahmen, um möglich ausbleibenden Gäste und dem Umsatzrückgang entgegenzuwirken

Der wichtigste Einfluss-Faktor auf den Umsatzrückgang (neben der Verbreitung des Virus und politischen Entscheidungen) – ist die Angst in der Bevölkerung.

Diese Angst entscheidet nämlich, ob Personen weiterhin auswärts Essen werden, ob Urlaubsreisen abgesagt werden und ob öffentliche Räume gemieden werden. Aber diese Angst können Sie nicht beeinflussen.

Und selbst wenn die schlimmste Zeit mit geschlossenen Geschäften, Schulen und dem öffentlichen Leben zu Ende ist, wird diese Angst in den Teilen der Bevölkerung bestehen bleiben, die sich während der Krise nicht angesteckt haben.

Die Politik ist gefragt:

Wieder einmal ist die Politik gefragt, welche sich jedoch seit Jahren als nahezu inkompetent in Bezug auf Lösungen für die Probleme in der Gastronomie erwiesen hat (Stichwort Mehrwertsteuer, Ausbildungszahlen, Reglementierung, Personal,…).

Was die Politik alles unternehmen sollte, um unserer Branche zu helfen:

  • Liquiditätshilfen für Betriebe, die besonders betroffen sind,
  • Fördermaßnahmen für die gesamte Branche,
  • Verbesserung der Kurzarbeiterregelung (insbesondere die hundertprozentige Erstattung der Sozialabgaben) ,
  • Steuererleichterungen ,
  • Stundung der Steuerlast,
  • endlich eine Senkung der Mehrwertsteuer auf 7 Prozent!!!

Zwar sprechen sich schon einige Politiker für Hilfemaßnahmen aus, z.B. erkennt Grünen-Chef Robert Habeck „es droht ein Massensterben familiengeführter Hotels, Pensionen und Gaststätten, weil die Buchungszahlen einbrechen”. Aber was letztlich passiert, hängt davon ab, wie groß der Druck auf die Politiker wird.

Unterstützen Sie Initiativen, die sich für Hilfen aussprechen und kontaktieren Sie verantwortliche Politiker.

Was Sie gegen den Gäste- und Umsatzrückgang machen können

 

Wie bereits erwähnt haben Sie absolut keinen Einfluss darauf,  wie groß die Angst bei der Bevölkerung ist und welche Gegenmaßnahmen von der Regierung getroffen werden.

Und da Sie diese außenstehenden Faktoren nicht beeinflussen können, müssen Sie den Fokus auf sich und Ihren Betrieb legen. Denn dies sind die einzigen Bereiche, auf den Sie großen Einfluss ausüben können.

Und dort vor allem Innovation und Marketing!

Dies waren schon immer die entscheidenden Bereiche für den Geschäftserfolg und sind es erst recht in Krisenzeiten!

Innovationen vorantreiben sowie mehr und vor allem besseres Marketing nutzen

 

Innovation bedeutet in diesem Fall, dass Sie ein Erlebnis schaffen, welches so attraktiv für Ihre Zielgruppe ist, dass diese zu Ihnen kommen und dieses Erlebnis ständig verbessert wird.

Marketing bedeutet,

  • dass Ihre Zielgruppe überhaupt von dem tollen Erlebnis bei Ihnen mitbekommt,
  • dass Sie auf eine Art und Weise kommunizieren, die Ihre Zielgruppe, zu einem Besuch bei Ihnen motiviert,
  • Und dass Sie weiterhin im Hinterkopf bleiben.

Denn Ihr Umsatz hängt davon ab:

  1. Wie viele NEUE Gäste, Sie in Ihren Betrieb bekommen,
  2. Wie HÄUFIG Ihre BESTEHENDEN Gäste Sie besuchen (z.B. 1 Vs 2 Mal im Monat),
  3. Wie viel Geld Gäste durchschnittlich ausgeben (z.B. 20 Euro pro Person VS 22 Euro),
  4. Wie LANGE Ihre Gäste Ihnen treu sind (z.B. 1 Jahr Vs. 2,5 Jahre).

Jeder dieser 4 Faktoren beeinflusst, wie hoch Ihr Umsatz ist und wird. Und wenn Sie Ihren Umsatz in Zeiten von weniger Gästen konstant halten oder sogar wachsen lassen möchten, dann müssen Sie mindestens einen dieser 4 Faktoren steigern – am besten alle 4 gleichzeitig!

Also schauen wir uns die Faktoren im Einzelnen an.

1. Neue Gäste gewinnen

Wenn auf Grund der Virus-Angst weniger Personen in Ihrem Umkreis Essen gehen, müssen Sie einen größeren Anteil von diesen Personen als bisher bekommen.

Beispiel:

Wenn die Anzahl von Personen, die in Ihrem Umkreis Essen gehen, von 1000 auf 500 Personen pro Monat fällt – und Sie bisher 3% der Personen für sich gewinnen konnten, wird die auch die Anzahl Ihrer neuen Gäste von ehemals 30 (3% von 1000 Gästen) auf 15 fallen (3% von 500).

Um also auf die gleiche Anzahl neuer Gäste zu kommen oder sogar noch höher, müssen Sie Ihr Marketing zur Gästegewinnung verbessern.

Um das obige Beispiel fortzusetzen:

Wenn Sie weiterhin 30 Gäste pro Monat wollen, müssen Sie Ihr Marketing so verbessern, dass Sie statt der bisherigen 3% aller Gäste, nun 6% aller Gäste bekommen (6% von 500 ergibt 30).

 Wie können Sie das erreichen?

Dafür gibt es eine Menge an Möglichkeiten, hier sind einige:

A:Bewertungsprofile im Internet optimieren und Strategien für mehr Bewertungen nutzen. So steigt Ihr Profil im Ranking bei der Suche und Sie erhalten einen höheren Prozentsatz der Internetsucher.

Je nachdem was Sie bisher machen, können Sie hier einen gewaltigen Sprung erzielen, da die wenigsten Gastrobetriebe hier systematisch gute Strategien nutzen (Deshalb ist jeder meiner Coaching-Klienten innerhalb weniger Monate mindestens unter den TOP 10 im Zielbereich – unabhängig, wie weit hinten diese Unternehmen vor dem Coaching waren.)

Und mit etwas Anstrengung und den richtigen Strategien schaffen Sie dies auch, da es gerade noch relativ einfach ist!

B:Suchmaschinen Optimierung: Ähnlich wie bei den Bewertungsportalen, geht es hier um die Optimierung Ihrer Webseite, so dass diese für wichtige Suchbegriffe (z.B. „Pizza <Ihre Stadt>“) einen der vorderen Plätze belegt und so mehr Suchende zu Ihnen gelangen.

 Allerdings ist diese Strategie etwas aufwändiger und es dauert länger, bis man hier Ergebnisse sieht, weshalb ich Ihnen für schnelle Ergebnisse die obige Strategie zur Erstumsetzung empfehle. Auf mittelfristige Sicht ist die Suchmaschinenoptimierung Ihrer Webseite jedoch eine der wichtigsten Strategien für einen beständigen Fluss an neuen Gästen.

C:Social Media Marketing: Durch Umsetzung einer smarten und gut durchdachten Social Media Strategie, bei der Sie auf die richtige Weise mit Ihren aktuellen und potenziellen Fans auf Facebook, Instagram usw. kommunizieren, können Sie diese nicht nur besser an Ihr Unternehmen binden (und somit die Besuchshäufigkeit steigern), sondern gleichzeitig auch eine Menge neuer Gäste gewinnen, welche durch Ihre Posts auf Sie aufmerksam wurden, sich angesprochen gefühlt haben und so zu einem Besuch bei Ihnen motiviert wurden.

Neben den 3 bisherigen Strategien gibt es noch viele weitere, die Sie nutzen können, um mehr Gäste zu gewinnen, wie z.B.

  • Weiterempfehlungsprogramme,
  • Strategische Partnerschaften mit Unternehmen, die einen ähnlichen Kundenstamm haben,
  • Mailingaktionen,
  • Anzeigen und Flyer (wenn diese RICHTIG genutzt werden – diese Medien sind noch lange nicht tot!),
  • Usw. ( auf der Webseite erkläre ich die Strategien noch genauer und im Newsletter bespreche ich regelmäßig Praxis-Beispiele meiner Coaching-Klienten, die Versionen dieser Strategien nutzen).

Durch die richtige Umsetzung dieser Strategien sollten Sie mindestens genauso viele Gäste, wie vor dem Coronavirus gewinnen.

Ob Ihnen dies aber letztendlich gelingt hängt zum einen davon ab, wie stark die Auswirkungen in Ihrem Gebiet sind und zum anderen wie schnell/gut Sie die jeweiligen Strategien umsetzen.

Falls Sie nicht wissen, wo Sie genau anfangen sollten und wie die ideale Vorgehensweise aussieht, können Sie sich für ein kostenloses Strategiegespräch hier bewerben, wo wir gemeinsam einen Plan entwickeln, der die  ideale Vorgehensweise bei Ihnen in den nächsten Monate beschreibt.

Ob Sie sich im Anschluss dann entscheiden, den Plan alleine umzusetzen oder meine Hilfe in Anspruch zu nehmen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.

Update:Mittlerweile sind leider alle Coachingplätze vergeben. Neue Plätze werden frühestens Ende April 2021 frei. Eine Ankündigung erfolgt im Newsletter.

Doch nun zur nächsten Möglichkeit, den Umsatz zu steigern:

2. Die Häufigkeit der Besuche steigern

Ihr Umsatz wird nicht nur davon beeinflusst, wie viele neue Personen in Ihr Restaurant kommen, sondern auch, wie häufig diese Personen dann Ihr Restaurant im kommenden Jahr wieder besuchen.

Genauer gesagt, ob diese Personen im kommenden Jahr durchschnittlich nur 1,5 Mal kommen; oder ob Sie es schaffen – durch Nutzung smarter Marketingstrategien – diese Personen zu häufigeren Besuchen bei Ihnen zu motivieren (z.B. 4 Mal) .

Und es ist weitaus einfacher – und günstiger – Ihre bestehenden Gäste zu einem Wiederbesuch (bzw. zu  häufigeren Besuchen zu motivieren), als neue Gäste zu gewinnen.

Aber um dies zu erreichen, ist es notwenig,

  • Dass Personen von einem Besuch bei Ihnen begeistert sind oder zumindest zufrieden und das Gefühl haben, dass sie für ihr Geld eine gute Gegenleistung erhalten haben (Stichwort Innovationen),
  • Sie auf irgendeine Weise deren Kontakt-Daten sammeln (meine besten Coaching-Klienten nutzen bis zu 23 verschiedene Strategien, um an die Daten der Gäste zu kommen), so dass Sie diese Personen nochmals kontaktieren und zu (möglichst raschen) Wiederbesuch motivieren,
  • Sie ständig im Kontakt mit diesen Personen bleiben (entweder per Email, Post und/oder Social Media), um so im Hinterkopf zu bleiben und diesen Personen Gründe zu geben, Sie bald wieder zu besuchen.

Dabei müssen diese Gründe keine besonderen Preisanreize sein.

Es langt häufig interessante (und möglicherweise begrenzt erhältliche) Speisen zu bieten, besondere Abende zu haben, die Personen an besonderen Gelegenheiten zu kontaktieren (z.B. Feiertage, deren Geburtstage/Hochzeitstage/,…) oder einen der vielen weiteren Gründe, die Sie beispielsweise mit der 50 Gründe Liste hier erarbeiten können.

Falls Sie bisher nicht die Daten Ihrer Gäste sammeln, ist dies die wichtigste Sache mit den größten Auswirkungen auf Ihren Geschäftserfolg, die Sie – am besten noch heute – machen können. Beginnen Sie unbedingt damit, solange Ihr Restaurant noch besser besucht ist und sich somit viele Personen drinnen befinden, von denen Sie die Kontaktdaten erhalten können.

Denn viel zu häufig passiert es, dass mich Gastronomen kontaktieren, deren Umsatz – und Besucherzahlen eingebrochen sind (und sei es nur auf Grund von saisonalen Schwankungen) und die nun nach schnellen Lösungen suchen, das Restaurant wieder zu füllen.

Und auch wenn sich genug Strategien in meinem Marketing-Arsenal befinden, mit denen wir dies erreichen können (z.B. Strategische Partnerschaften), wäre der Effekt nochmals größer, wenn wir schon eine Liste mit den Kontaktadressen bestehender Gäste hätten, die wir einfach anschreiben können.

Denn es ist weitaus einfacher bestehende Gäste, die Sie und Ihr Restaurant kennen, zu einem Wiederbesuch zu motivieren, als Personen, die noch nie bei Ihnen waren, zu einem Erstbesuch zu überzeugen.

Die Wichtigkeit dieses Punktes kann ich nicht zu häufig betonen:

Beginnen Sie am besten noch HEUTE damit, die Namen und On- & Offline Kontaktinformationen Ihrer Gäste zu sammeln (am besten noch mit zusätzlichen Informationen, wie z.B. Geburtstag). Und falls Sie jetzt denken sollten „geht bei uns nicht, haben wir probiert, Leute haben uns nicht die Kontaktinformationen gegeben“, dann liegt das einzig allein daran, dass Sie bisher noch nicht die richtige Herangehensweise mit den – für Ihre Zielgruppe idealen Anreiz – gefunden haben.

Aber ich kann Ihnen versichern, dass es bisher nicht einen Gastrobetrieb bei mir im Coaching gab, bei dem die obige Aussage letztlich zugetroffen hat – es war IMMER nur die bisherige falsche Herangehensweise.

Aber wenn Sie Ihren Umsatz bei fallenden Ausgehzahlen halten oder sogar um einen gutes Stück nach oben drücken möchten, dann ist es wirklich unablässig, dass Sie die Kontaktdaten Ihrer Gäste sammeln, mit diesen regelmäßig in einer informierenden/interessanten / persönlichen / … Weise kommunizieren, um deren Bindung an Ihr Unternehmen zu steigern und diese Personen somit zu häufigeren Wiederbesuchen motivieren – und gleichzeitig deren Preissensibilität verringern, was auch der nächste Punkt zur Umsatzsteigerung ist:

3. Steigerung des durchschnittlich ausgegebenen Betrages

Wenn auf Grund der Krise Ihre Gästezahlen zurückgehen sollten, bleibt Ihnen weiterhin die Möglichkeit der Steigerung des durchschnittlichen Bons, um den Umsatz konstant zu halten.

Denn ob Sie im Endeffekt 20% mehr Gäste haben oder Ihre Gäste im Durchschnitt 20% mehr Geld ausgeben, hat den identischen Effekt auf Ihren Umsatz.

Zahlenbeispiele zur Demonstration bei der Umsatzsteigerung:

1. Situation: Steigerung der Gästezahlen um 20% (von 1000 auf 1200 hoch)

Beginn: Restaurant hat 1000 Gäste, welche jeweils durchschnittlich 10 Euro ausgeben -> 10.000 Euro Umsatz

Bei 20% mehr Gästen: 1.2000 Gäste, welche jeweils durchschnittlich 10 Euro ausgeben -> 12.000 Euro Umsatz

2. Situation: Steigerung des durchschnittlich ausgebenenen Betrages um 20% (von 10 auf 12 Euro hoch)

Beginn: 1000 Gäste, welche jeweils durchschnittlich 10 Euro ausgeben -> 10.000 Euro Umsatz

Bei 20% mehr Umsatz pro Gast: 1000 Gäste, welche jeweils durchschnittlich 12 Euro ausgeben -> 12.000 Euro

Und genau wie bei dem Wiederbesuch ist einfacher Personen dazu zu bringen, 20% mehr Geld auszugeben, als 20% mehr neue Gäste zu gewinnen. Falls Sie jedoch beides gleichzeitig erreichen (z.B. mit den Strategien oben), dann hätten Sie in diesem Beispiel:

3.Situation: 20% mehr Gäste (1200 Gäste statt 1000), die 20% mehr ausgeben (12 Euro statt 10)

1.2000 Gäste, welche jeweils 12 Euro ausgeben -> 14.400 Euro, was eine 44% Steigerung ist, da die Faktoren sich gegenseitig verstärken (also nicht nur 20% + 20%).

Wie steigern Sie den durchschnittlich ausgegebenen Betrag?

Am einfachsten und effektivsten erreichen Sie dies durch Marketingoptimierung Ihrer Speisekarte. Dafür finden Sie Tipps auf der Webseite sowie im Newsletter; aber es gibt auch einen ausführlichen Kurs und sogar die Option zum begleitenden Coaching.

Im Wesentlichen geht es bei der Optimierung darum, dass…

  • Der wahrgenommene Wert der Gerichte gesteigert wird und so Gäste mehr zu zahlen bereit sind, Ihr Unternehmensimage verbessert wird und Sie der Vergleichbarkeit mit anderen Optionen entkommen.
  • Der Absatz von Gerichten gefördert wird, die die beste Gewinnspanne haben und/ oder Ihr Restaurant im besten Licht erscheinen lassen.
  • Up- und Cross-Selling genutzt wird.
  • Der Preis in den Hintergrund geht und der Fokus auf dem kulinarischen Erlebnis bei Ihnen liegt.
  • Zusätzliche Marketingaufgaben von der Karte übernommen werden (z.B. Einzigartigkeitskommunikation, Bewertungsgenerierung, Sponsoring, Event Promotion,…).

Zusammenfassend:

Wenn Sie diese 3 Faktoren steigern, werden Sie kein Problem mit dem Gästerückgang haben und nach Beendigung der Krise sogar besser als jetzt dastehen.

Also machen Sie das Beste aus der jetzigen Situation und nutzen Sie diesen Augenblick, um endlich den Fokus auf den Bereich zu legen, welcher Ihren Umsatz am stärksten beeinflusst: Ihrem Marketing und Innovation.

Der größte Fehler, den Gastrobetriebe in Krisen machen

Denn der größte Fehler, den Unternehmen in Krisenmomenten machen – und welcher übrigens sehr häufig der letzte Fehler von Unternehmen ist, die bankrott gehen – ist am Marketing zu sparen bzw. das funktionierende Marketing zurückschrauben.

Denn Gäste sind das Lebensblut Ihres Unternehmens und wenn Sie die Dinge stoppen, die dafür verantwortlich sind, dass Menschen zu Ihnen kommen, dann können Sie bald auch Ihre Türen für immer schließen.

Also stoppen Sie nicht Dinge, die Ihnen mehr Geld bringen, als sie kosten

Ein Beispiel aus der Praxis: Fast jeder meiner Klienten nutzt eine angepasste Version meiner Geburtstagsaktion. Bei dieser Strategie erhalten Gäste, die Geburtstag haben, zum idealen Zeitpunkt eine Karte mit einem besonderen Anreiz, damit diese den Geburtstag im Restaurant feiern.

Das Wunderbare an dieser Aktion ist, dass sie nur einmal erstellt werden muss, dann aber JEDEN zukünftigen Monat verlässlich mehr Umsatz und Gäste bringt.

Und der Gewinn dieser Aktion lässt sich sehr einfach messen: Dafür nimmt man einfach den Gewinn aus Tischen mit eingelösten Karten MINUS den Kosten der Versendung der Briefe.

Und somit lässt sich auch berechnen, was der Gewinn pro versendeter Karte ist, welcher im niedrigsten Fall bei 23 Euro liegt und bis auf 71 Euro hochgeht. Das bedeutet für jede Karte, die versendet wird, nehmen die Restaurant 23-71 Euro ein. Hier wäre es also offensichtlich eine gewaltige Fehlentscheidung diese Aktion zu stoppen.

Übrigens sehen Sie hier wieder, wie lohnenswert das Sammeln von Gästedaten ist. Denn wenn ein Restaurant hier 100 Karten im Monat versendet, bringt das im schlechtesten Fall 2.300 Euro ein – und das jeden Monat, also 27.600 Euro im Jahr. Je mehr Personen sich in der Datenbank befinden, desto größer wird der Umsatz, alleine durch diese Aktion).

Lohnenswert: Überprüfung des Marketings und Fokus auf die effektivsten Methoden

Aber es ist sinnvoll, dass Sie sich Ihr komplettes Marketing genau anschauen und überprüfen, was wirklich funktioniert und Ihnen Gäste bringt und was eine Verschwendung ist. Im nächsten Schritt sollten Sie überlegen, welche Strategien die effektivsten sind, um Ihnen mehr Gäste und mehr Umsatz zu bringen (sprich: pro eingesetztem Euro die meisten Euros zurückbringen) und ob es sich nicht lohnen würde, das Werbebudget und die Anstrengungen auf andere Strategien zu fokussieren, die bessere Resultate bringen.

Schlusswort

Keine Frage; die Krise wird auch bei uns kommen, wie sie schon in anderen Ländern angelangt ist. Wie schlimm diese im Endeffekt wird, kann niemand abschätzen. Aber das Beste, was Gastronomen machen können, um dem ganzen entgegenzuwirken, die Folgen abzumildern und nach der Krise schnellstmöglich die Verluste auszugleichen, ist den Fokus auf Innovationen und Marketing zu setzen. Der beste Augenblick dies zu machen, wäre natürlich dies schon vor der Krise gemacht zu haben. Aber der zweitbeste Moment ist JETZT.

Jeder Gastronom, sollte nach Lesen dieses Artikels sich SOFORT hinsetzen und damit beginnen aufzuschreiben:

  1. Wer genau die ideale Zielgruppe vom Betrieb ist, was diese Menschen wollen und was sie stört,
  2. Wie das Erlebnis für diese Personen verbessert werden könnte (Innovationen),
  3. Welche Marketingmedien Sie nutzen können, um solche Personen zu erreichen,
  4. Was Sie in diesen Medien sagen, um diese Personen zu einem Besuch bei Ihnen zu überzeugen,
  5. Wie Sie diese Personen nach dem ersten Besuch wieder zu sich bekommen,
  6. Was Sie machen könnten, damit diese Personen noch mehr Geld bei Ihnen ausgeben und
  7. Welche der vielen weiteren Strategien Sie nutzen können, um den Umsatz zu steigern.

Ich wünsche Ihnen viel Glück, Durchhaltevermögen, Motivation, Mut und Erfolg in der kommenden Zeit. Und falls Sie Hilfe benötigen, können Sie mich gerne hier unverbindlich kontaktieren und wir unterhalten uns kurz über die Lösungsmöglichkeiten für Ihre spezielle Situation (Update: Zwar halte ich mir weiterhin einige Termine pro Woche für diese Gespräche frei, allerdings sind alle Plätze für eine Beratung oder Coaching bis Ende April 2021 vergeben).

– Michael Krause